Gewerkschaftsstudie ortet Arbeitsbelastung als Problem

Bern (awp/sda) - Angestellten in der Schweiz bereitet die zunehmende Arbeitsbelastung Sorgen. Viele wünschen sich auch eine bessere Gesundheitsförderung und mehr Weiterbildungsmöglichkeiten. Grundsätzlich ist die Arbeitsplatzzufriedenheit aber hoch.
21.11.2016 10:40

Zu diesem Schluss kommt das "Barometer Gute Arbeit", das der Gewerkschaftsdachverband Travail.Suisse und die Berner Fachhochschule (BFH) am Montag vor den Medien in Bern vorgestellt haben. In einer repräsentativen Umfragen beurteilten Angestellte ihre Arbeitsbedingungen in den Dimensionen Gesundheit, Motivation und Sicherheit.

Der grundsätzliche Befund ist positiv. Die Arbeitnehmenden erachten ihre Tätigkeit als als sinnstiftend und nützlich und identifizieren sich in grossem Masse mit ihrem Job. Von einer unmittelbaren Sorge um den eigenen Arbeitsplatz ist nur eine kleine Minderheit betroffen.

Auffallend ist jedoch - wie schon in der Vorjahresbefragung - das Ausmass der psychosozialen Belastungen. Stress und emotionale Erschöpfung sind für einen Grossteil Realität, ebenso wie der Verzicht oder die Verkürzung der vorgesehenen Pausen.

Zudem werden die Massnahmen zur Gesundheitsförderung als ungenügend eingeschätzt und fast die Hälfte der Arbeitnehmenden beklagt, dass Weiterbildung gar nicht oder zu wenig gefördert wird.

Der Vergleich mit den Umfragedaten aus dem vergangenen Jahr zeigt ausserdem, dass die Zufriedenheit mit dem eigenen Lohn abgenommen hat. Auch werden die Gestaltungsmöglichkeiten betreffend Arbeitszeit und -belastung geringer eingestuft als 2015.

(AWP)