Good News - Zehn Gründe, die Welt positiver zu sehen

Die Wirtschaft kriselt, die Börse kommt nicht voran und die Politik macht Kopfschmerzen. Aber steht es um die Welt wirklich so schlecht? cash zeigt zehn Grafiken, die Sie optimistischer in die Zukunft blicken lassen.
22.02.2017 19:15
Von Pascal Züger
Es ist nicht alles so schlecht, wie es scheint.
Es ist nicht alles so schlecht, wie es scheint.
Bild: pixabay.com

Zugegeben, es ist leicht derzeit pessimistisch eingestellt zu sein: Auf dem Sparkonto gibt es kaum mehr Zins, die Schweizer Börse steht weit tiefer als noch beim Allzeithoch im August 2015, der Franken belastet die Exportwirtschaft, die Euro-Zone droht politisch und wirtschaftlich zu zerfallen, Amerikas Präsident ist völlig unberechenbar und Populisten kommen zunehmend an die Macht.

Vor lauter Negativschlagzeilen geht dabei fast unter, dass es uns so gut geht wie noch nie in der Geschichte der Menschheit. Zehn Grafiken, um dem vorherrschenden Pessimismus entgegenzuwirken.

1. Langfristige Börseninvestments bringen satte Gewinne

Börsenstürme kommen und gehen. Wie etwa das Platzen der Dotcom-Blase zur Jahrtausendwende, die grosse Wirtschafts- und Finanzkrise 2007/2008 oder der Kursfall im August 2015, ausgelöst durch Chinas Wachstumssorgen. Doch: Noch immer hat sich die Börse von den Rückschlägen wieder erholt. Seit dessen Entstehung am 1. Juni 1987 hat sich der Swiss Performance Index (SPI) um mehr als verneunfacht. Die folgende Grafik zeigt diesen eindrucksvollen Wertezuwachs.

Entwicklung des SPI seit dessen Gründung am 1. Juni 1987. Quelle: six-swiss-exchange.com

 

2. Wir arbeiten immer produktiver

Ein wichtiger Faktor zur Beurteilung der Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft ist die Arbeitsproduktivität. Sie besagt, wie viel ein durchschnittlicher Arbeiter innerhalb einer Stunde produzieren kann. Seit 1950 hat sich die Pro-Kopf-Produktivität in der Schweiz verdreifacht. Wir produzieren also im gleichen Zeitraum dreimal mehr als noch damals. Ein wichtiger Treiber der zunehmenden Produktivität ist der technologische Fortschritt.

3. Wir haben mehr Freizeit

Der einflussreiche Ökonom John Maynard Keynes wagte 1930 einen Blick 100 Jahre in die Zukunft: Die Wochenarbeitszeit werde dann nur noch 15 Stunden betragen, da dank technologischem Fortschritt viel weniger Arbeit geleistet werden müsse. Ganz so weit sind wir heute zwar (noch?) nicht, aber immerhin hat sich die Arbeitswoche deutlich verkürzt: 1870 wurden in der Schweiz 65,4 Stunden pro Woche gearbeitet, heute sind es noch leicht über 40 Stunden. Das sind immerhin 25 Stunden mehr Freizeit pro Woche. Allerdings ist diese Zahl in den letzten 20 Jahren stagnierend.

4. Die Menschen werden immer älter

Nicht nur als Erwerbstätiger hat der Mensch dank weniger Arbeitsstunden mehr Freizeit. Auch der Ruhestand verlängert sich zunehmend, aufgrund der steigenden Lebenserwartung.  Vor 140 Jahren lag die Lebenserwartung in der Schweiz gerade mal bei 40 Jahren, heute ist sie bei über 82 Jahren. 

5. Transport und Kommunikation haben sich massiv vergünstigt

Zwar kommt es vor, dass man sich mal über eine hohe Handy-Rechnung oder einen teuren Flug ärgert. Doch im Vergleich zum Jahr 1930 sind solche Dienstleistungen richtige Schnäppchen. Internationale Telefonie kostet heute 99,97 Prozent weniger, Flüge 89 Prozent und Schiffstransporte 78 Prozent.

6. Die Wirtschaft wächst ständig

Um zu sehen, ob eine Wirtschaft tatsächlich wächst oder nicht, eignet sich die um die Preisteuerung bereinigte Betrachtung des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf. Mit einigen kleinen Dellen, vor allem unmittelbar nach der Finanzkrise 2008, ging es in der Schweiz seit 1990 praktisch immer aufwärts. Und auch die Prognosen sagen weiteres Wachstum voraus. Zusätzlich erfreulich: Nicht nur für die Industrieländern zeigt die Kurve nach oben, sondern auch für die Schwellen- und Entwicklungsländer, wie die nächste Grafik des Internationalen Währungsfonds zeigt.

Quelle: imf.org

 

7. Die Arbeitslosigkeit nimmt wieder ab

Die hohe Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone ist ein massives Problem. Und mit durchschnittlichen 10 Prozent ist diese noch immer sehr hoch. Doch ist dies im Vergleich zum höchsten Stand 2013 (damals 12 Prozent) ein Schritt in die richtige Richtung. Und Prognosen des Währungsfonds gehen von einer Fortsetzung dieses Trends aus. 2021 sollen es noch 8,4 Prozent sein. Auch in der Schweiz soll die Arbeitslosigkeit leicht zurückgehen.

 

8. Die extreme Armut ist massiv gesunken

Die Weltbank definiert extreme Armut bei einem Einkommen von weniger als 1,90 Dollar pro Tag. Dieser Schwelle konnten in den letzten Jahrzehnten sehr viele Menschen entkommen. Heute leben 9,6 Prozent der Weltbevölkerung in extremer Armut, 1970 waren es noch 60 Prozent. Damit ist das Armutsproblem zwar nicht vollständig gelöst, aber Fortschritte sind deutlich erkennbar. Die Vereinten Nationen haben sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 die extreme Armut vollständig zu beseitigen.

9. Es gibt deutlich weniger Atomwaffen

Wir leben in unruhigen Zeiten: In Nordkorea wird ständig an nuklearen Waffen rumgepröbelt, Putin verärgert immer mal wieder den Westen, Trump ist die Unberechenbarkeit in Person und im Osten brodelt es seit Jahren. Trotzdem: Die Zeiten, als man sich vor einem atomaren Weltkrieg fürchtete, sind vorbei. Die nächste Grafik zeigt, dass die Anzahl von Nuklearsprengköpfen weltweit stark zurückgegangen ist. Das ist vor allem dem Ende des Kalten Krieges zwischen Russland und den USA in den späten 1980er Jahren zu verdanken. Diese beiden Länder haben seither ihr nukleares Waffenarsenal massiv zurückgefahren.

10. Die Demokratisierung schreitet voran

"Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen", soll Winston Churchill, der bedeutendste britische Staatsmann des 20. Jahrhunderts, einst gesagt haben. Die Geschichte zeigt, dass Länder mit demokratischen Regimes meist am besten gefahren sind. Die Demokratie gewährt dem Volk Mitspracherecht und verleiht dem Land Stabilität. Und die Demokratisierung der Welt schreitet voran: 56 Prozent der Weltbevölkerung leben heute in einem demokratischen Land. 1980 waren es noch 35 Prozent und 1945 gar nur 11 Prozent.