Internationale Politik - Warum die Meyer-Burger-Aktie von der US-Sanktionspolitik gegenüber China profitieren dürfte

Wegen Menschenrechtsverletzungen im chinesischen Xinjiang belegt die US-Regierung Rohstoffproduzenten für die Solarbranche mit Sanktionen. Möglicher Profiteur ist Meyer Burger.
24.06.2021 10:21
Solarmodul-Fabrik von Meyer Burger im sächsischen Freiberg.
Solarmodul-Fabrik von Meyer Burger im sächsischen Freiberg.
Bild: ZVG

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hat am Mittwoch ein Verbot der US-Importe eines wichtigen Solarmodulmaterials aus der chinesischen Provinz Xinjiang  wegen Zwangsarbeitsvorwürfen angeordnet, teilten zwei Quellen dem US-Wirtschaftskanal CNBC mit.

Hauptziel der Sanktionen ist die in China ansässige Hoshine Silicon Industry. Zu den Unternehmen, die ebenfalls der schwarzen Liste hinzugefügt wurden, gehören auch  Xinjiang Daqo New Energy, Xinjiang East Hope Nonferrous Metals, eine Tochtergesellschaft des in Shanghai ansässigen Produktionsriesen East Hope Group sowie Xinjiang GCL New Energy Material, Teil von GCL New Energy Holdings.

Einige der erwähnten Unternehmen sind bedeutende Hersteller von monokristallinem Silizium und Polysilizium, das in der Solarmodulproduktion verwendet wird. Dies könnte erst der erste Schritt gewesen sein: "Nach meinem Verständnis ist die Biden-Regierung gerade dabei, zu prüfen, ob dies das Ziel von Sanktionen sein wird oder nicht", sagte Bidens Klimabeauftragter John Kerry im Mai vor dem US-Repräsentantenhaus und bezog sich dabei auf Solarprodukte in Xinjiang.

Doch die Auswirkungen wären auch so schon gross. Philip Shen, Analyst bei Roth Capital, schrieb in einer Mitteilung, dass die Massnahmen gegen Hoshine "erhebliche negative Auswirkungen" auf die USA haben könnte. Die US-Solarindustrie bezieht einen Grossteil der Rohmaterialien für die Polysiliziumherstellung aus Xinjiang. Auch der Zugang zu Solarmodulen könnte "stark eingeschränkt" sein, da die Hersteller beweisen müssen, dass keine Rohstoffe von den sanktionierten Unternehmen verwendet werden.

Meyer Burger profitiert von «Made in Europe»

Profiteur der sich abzeichnenden Entwicklung ist der Solarmodulproduzent Meyer Burger. Die vom Unternehmen verwendeten Wafer werden aus höchstreinem Silizium gesägt und sind das Grundmaterial, aus dem Meyer Burger seine Solarzellen fertigt. Dabei hätten alle Wafer-Lieferanten eine nachhaltige Produktion aus Polysilizium "Made in Europe" zugesichert, wie das Unternehmen im April mitteilte. Das für die Wafer-Produktion verwendete Silizium stamme vom europäischen Hersteller Wacker Chemie.

Mit den US-Sanktionen erhöht sich zudem die Wahrscheinlichkeit, dass die Europäische Union Einfuhrzölle auf chinesische Solarmodule erheben wird. Wird letztere Realität, sähe sich Meyer Burger in einer noch komfortableren Lage.

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