«Kantönligeist» bei Autoversicherungen

Wie hoch die Prämie der Autoversicherung ist, hängt stark vom Kanton ab. Eine Studie von comparis.ch zeigt, wer am tiefsten in die Tasche greifen muss und in welchem Kanton man am günstigen davonkommt.
02.06.2015 09:29
Von Pascal Züger
Autoversicherungen sind in den ländlichen Gebieten meist günstiger.
Autoversicherungen sind in den ländlichen Gebieten meist günstiger.
Bild: de.toyota.ch

Für jedes motorisierte Fahrzeug in der Schweiz, das für den Strassenverkehr verwendet wird, muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Viele Fahrzeuglenker schliessen ausserdem freiwillig eine Vollkaskoversicherung ab. Wie teuer diese Versicherungen zu stehen kommen, ist kantonal verschieden.

So werden Zentralschweizer Autofahrer bei der Versicherung ihres Autos bevorteilt: Im Kanton Obwalden ist die durchschnittliche Prämie für die Haftpflicht- und die Vollkaskoversicherung mit jährlich 1023 Franken schweizweit am günstigsten, wie eine Auswertung von comparis.ch zeigt. Und auch die restlichen Zentralschweizer Kantone liegen unter dem Schweizweiten Schnitt von 1074 Franken.

Am anderen Ende der Skala findet sich der Kanton Tessin wieder. Autofahrer zahlen dort am meisten für ihre Autoversicherung, nämlich 1162 Franken pro Jahr. Das sind stolze 14 Prozent mehr als die Obwaldner jährlich blechen müssen. Auch der Kanton Zürich erweist sich einmal mehr als teures Pflaster: Dort werden pro Jahr 1123 Franken fällig - unrühmlicher Rang Zwei hinter dem Tessin.

Zusammenfassend kommt die Studie zum Schluss, dass die Kosten für die Autoversicherung in Grenzkantonen und Städten in der Regel höher sind als in ländlichen Gebieten.

Was die Prämien treibt

Berücksichtigt man nur den obligatorischen Teil, also die Haftpflichtversicherung, kommen wiederum die Zentralschweizer Kantone sehr gut weg. Zürich ist hier am teuersten, gefolgt vom Aargau und dem Tessin. "Wenn die Haftpflichtversicherung vergleichsweise günstig ausfällt, ist das ein Hinweis darauf, dass im Kanton weniger und weniger folgenschwere Unfälle geschehen", wird comparis-Sprecher Felix Schneuwly in einer Mitteilung zitiert. Oder umgekehrt betrachtet: Teure Prämien lassen auf häufigere und folgenschwerere Unfälle schliessen.

In den Prämien der Vollkaskoversicherung, welche die vom Lenker am eigenen Auto verursachten Schäden deckt, zeigt sich der Einfluss der Platzverhältnisse: In städtischen Kantonen wie Genf und Zürich, wo weniger Platz zur Verfügung steht und häufig im Freien parkiert wird, kostet die Vollkasko deutlich mehr. Aber auch das Tessin mit seinen zahlreichen Gässchen und engen Bergstrassen ist teuer.

Diebstähle und Autoaufbrüche sind ein weiterer Grund für teure Prämien. In Grenzkantonen wie Tessin, Genf, Aargau, Jura und Waadt haben Autoknacker aus dem Ausland kürzere Wege als in den Binnenkantonen. Die Kosten für solche Schäden übernimmt die Kaskoversicherung.