Konjunktur - Britische Beschäftigung steigt in Rekordtempo - Über Vorkrisenniveau

Die Zahl der Erwerbstätigen in Grossbritannien liegt nach einem Rekordanstieg im August wieder über dem Vor-Corona-Niveau.
14.09.2021 10:33
Der Union Jack, die Flagge Grossbritanniens.
Der Union Jack, die Flagge Grossbritanniens.
Bild: cash

Die Zahl der Erwerbstätigenstieg im August um 241'000 zum Vormonat auf 29,1 Millionen, wie das Statistikamt am Dienstag in London mitteilte. "Alle Regionen mit Ausnahme von London, Schottland und dem Südosten liegen jetzt über dem Niveau von vor der Pandemie", fasste das Statistikamt zusammen. Die britische Wirtschaft hat nach dem Ende der Corona-Auflagen wieder Fuss gefasst und sucht inzwischen händeringend nach neuem Personal. Die Zahl der offenen Stellen markierte in den drei Monaten bis August ein Rekordhoch von 1,034 Millionen.

"Die Arbeitsmarktflaute nimmt schnell ab, während der Mangel an Arbeitskräften zu einem schnelleren Lohnwachstum beiträgt", sagte Volkswirtin Ruth Gregory von Capital Economics. Viele Arbeitgeber haben Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden und locken mit mehr Geld. Der durchschnittliche Wochenverdienst legte von Mai bis Juli um mehr als acht Prozent zum Vorjahreszeitraum zu. Allerdings gebe es hier auch Verzerrungen aufgrund der Pandemie, betonten die Statistiker.

LKW-Fahrer gesucht

Akut ist nach dem Brexit und wegen der Corona-Krise etwa der Mangel an Lkw-Fahrern. 100'000 zusätzliche Fahrer würden gebraucht, um Güter verlässlich über die Strassen zu bringen, rechnete der Branchenverband RHA vor. Ändert sich das nicht, könnten die Preise steigen und die Inflation anheizen.

Die britische Wirtschaft hat nach dem Ende vieler Corona-Beschränkungen dank kauffreudiger Verbraucher kräftig Fahrt aufgenommen. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs von April bis Juni um 4,8 Prozent zum Vorquartal. Zum Vergleich: Deutschland schaffte nur ein Plus von 1,6 Prozent. Im ersten Vierteljahr war die britische Wirtschaft infolge vieler Restriktionen wegen der dritten Corona-Welle noch um 1,6 Prozent geschrumpft.

(Reuters)