Konjunktur - Türkische Inflationsrate steigt über 20 Prozent

In der Türkei ist die Inflationsrate über die Marke von 20 Prozent geklettert.
03.12.2021 08:56
Blick über die historischen Dächer der Altstadt von Istanbul zum Wirtschaftszentrum der Stadt.
Blick über die historischen Dächer der Altstadt von Istanbul zum Wirtschaftszentrum der Stadt.
Bild: Pixabay

Mit dem vierten Anstieg in Folge erreichte die Teuerungsrate im November 21,3 Prozent, wie das türkische Statistikamt am Freitag in Ankara mitteilte. Zuletzt hatte die türkische Inflationsrate Anfang 2019 über der Marke von 20 Prozent gelegen. Analysten wurden von der Stärke der Teuerung überrascht. Sie hatten im Schnitt nur mit einem Anstieg der türkischen Verbraucherpreise um 20,7 Prozent gerechnet. Im Oktober hatte die Inflationsrate bei 19,9 Prozent gelegen.

Getrieben wurde der Anstieg der Kosten für die Lebenshaltung vor allem durch höhere Lebensmittelpreise. Diese waren im November etwa 27 Prozent teurer als vor einem Jahr. Die Erzeugerpreise legten im November sogar um 54,6 Prozent zu. Die Preise, die Produzenten für ihre Waren verlangen, dürften mit einiger Verzögerung zumindest teilweise auf die allgemeinen Verbraucherpreise durchschlagen.

Der rasante Kursverfall der türkischen Lira verteuert die Einfuhren. Hinzu kommen vergleichsweise hohe Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt. Die Inflationsdruck dürfte also hoch bleiben. Das Land steckt in einer wirtschaftlich schwierigen Lage, die sich auch in hoher Arbeitslosigkeit niederschlägt.

Die türkische Zentralbank hat trotz der hohen Inflation den Leitzinsen zuletzt auf 15 Prozent gesenkt - entgegen der gängigen Praxis, einer hohen Inflation mit einer Anhebung des Leitzinses zu begegnen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte zuletzt trotz einer hohen Inflation immer wieder Zinssenkungen gefordert und mehrfach für personelle Wechsel in der Führungsetage der türkischen Notenbank gesorgt.

Am Devisenmarkt reagierte die türkische Lira nur mit leichten Kursverlusten auf die Preisdaten. Im Handel mit dem US-Dollar und dem Euro hielten sich die Kurse weiterhin knapp unter den Rekordtiefs, die im Verlauf der Woche erreicht worden waren.

(AWP)