Konjunkturspritzen - Niederlande wollen bis zu 50 Milliarden Euro investieren

Die niederländische Regierung plant Insidern zufolge milliardenschwere Investitionen in Infrastruktur und Bildung.
24.08.2019 13:58
Der «Binnenhof», seit 1446 Sitz des niederländischen Parlaments.
Der «Binnenhof», seit 1446 Sitz des niederländischen Parlaments.
Bild: Pixabay

Dafür könnten angesichts der historisch niedrigen oder sogar negativen Zinsen bis zu 50 Milliarden Euro an Krediten für einen Fonds aufgenommen werden, sagte eine mit den Plänen vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Details würden aber noch in der Regierung diskutiert, die gerade ihren Haushalt für 2020 plant. Die Tageszeitung "De Telegraaf" hatte zuerst über das geplante Programm berichtet.

Die fünftgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone ist im vergangenen Jahr stärker als viele andere Industriestaaten gewachsen. Allerdings trüben der nahende EU-Austritt Grossbritanniens, die Konjunkturflaute beim wichtigen Handelspartner Deutschland sowie die US-Handelspolitik die Aussichten. Die Niederlande können derzeit beim Schuldenmachen Geld verdienen. Selbst die 30-jährigen Staatsanleihen weisen - genau wie in der Schweiz oder in Deutschland - derzeit eine negative Rendite auf.

"Der Staat verdient sogar Geld, wenn er Schulden macht", sagte etwa der Chef des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW Köln), Michael Hüther. "Wenn er das jetzt nicht zugunsten von Investitionen tut, lässt er Geld auf der Strasse liegen."

(Reuters/cash)