Kryptowährungen - Verbote und Beschränkungen rund um Bitcoin und Co.

Der kometenhafte Aufstieg von Bitcoin und Co. scheint unaufhaltsam. Jeder will auf den Zug aufspringen. Regierungen und Notenbanken sind die Cyber-Devisen mit ihren drastischen Kursausschlägen dagegen ein Dorn im Auge.
26.02.2018 02:11
Bitcoin, Ethereum und Ripple: Die nach Marktkapitalisierung derzeit drei grössten Kryptowährungen.
Bitcoin, Ethereum und Ripple: Die nach Marktkapitalisierung derzeit drei grössten Kryptowährungen.

Sie versuchen, den bislang unregulierten Markt in den Griff zu bekommen und Unternehmen, die sich mit virtuellen Währungen oder der ihnen zugrundeliegenden Blockchain-Technologie beschäftigen, an die kurze Leine zu nehmen. In Deutschland zum Beispiel beschränkt sich die Regulierung bislang auf Warnungen vor den Risiken. Konkrete Initiativen sind Mangelware.

Nachfolgend eine Auswahl von geplanten oder bereits in Kraft getretenen Verboten und Beschränkungen für Geschäfte mit Kryptowährungen.

SCHWEIZ

ICOs müssen je nach Verwendungszweck verschiedene Anforderungen erfüllen. Werde das Kapital als Zahlungsmittel eingesetzt, müssten die Gesetze zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung erfüllt werden. Entsprächen die Vermögenswerte Anteile an Unternehmen, werde das ICO ähnlich wie etwa ein Börsengang behandelt.

SÜDKOREA

Südkorea will die Kryptobörsen an die kurze Leine nehmen. Ein ursprünglich angedachtes Verbot des Handel mit Kryptowährungen und die Schliessung aller Handelsplattformen des Landes ist dem Finanzminister zufolge aber vom Tisch. Ab Ende Januar dürfen anonym geführte Bankkonten nicht mehr für den Handel mit virtuellen Devisen genutzt werden.

CHINA

China will den Internet-Nutzern des Landes den Zugang zu Kryptobörsen blockieren. Im Herbst 2017 verbot die Regierung Initial Coin Offerings (ICOs), bei denen Firmen im Tausch gegen digitale Münzen ("Coins") oder Anteile ("Token") Geld bei Investoren einsammeln. Vor diesem Hintergrund gaben mehrere chinesische Kryptobörsen auf.

HONGKONG

Die Börsenaufsicht will verstärkt gegen Kryptobörsen vorgehen, die keine Lizenz haben oder Wertpapiergesetze missachten.

JAPAN

Börsen für virtuelle Währungen benötigen seit April 2017 eine staatliche Lizenz. Nach dem Hacker-Angriff auf die Börse Coincheck im Januar 2018 kündigt die Börsenaufsicht eine verstärkte Kontrolle der Handelsplattformen an.

USA

Die US-Börsenaufsicht setzte den Handel mit den Aktien mehrerer Firmen, die von dem Hype und Bitcoin & Co. profitieren wollen, nach teilweise vierstelligen prozentualen Kurssprüngen zeitweise aus. Insidern zufolge besteht sie ausserdem darauf, dass börsennotierte Fonds (ETFs) nur dann "Blockchain" im Namen tragen dürfen, wenn die Unternehmen, an denen die ETFs Anteile halten, einen signifikanten Anteil ihres Geschäfts mit dieser Technologie machen.

RUSSLAND

Russland wollte Kryptowährungen anfänglich komplett verbieten. Ein geplantes Gesetz erlaubt den Handel mit Cyber-Devisen und ICOs unter Auflagen. Eine Anerkennung digitaler Taler als Zahlungsmittel wie in Japan schliessen die Behörden allerdings aus.

(Reuters)