Zudem seien seine Stimmrechte als Anteilseigner des Instituts ausgesetzt. Den Korruptionsskandal hatte die im Oktober ermordete maltesische Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia aufgedeckt.

Ausserdem müsse das Institut sämtliche Bankgeschäfte mit Bezug zu Anteilseignern, Direktoren, hochrangigen Managern und deren Umfeld aussetzen, erklärte die Aufsichtsbehörde. Will die Pilatus-Bank Kapital transferieren, braucht sie demnach eine Genehmigung der MFSA.

Zuvor war Nedschad in den USA festgenommen worden. Er habe ein "Netzwerk von Briefkastenfirmen und ausländischen Bankkonten" geschaffen, um Geschäfte des Iran in Venezuela zu kaschieren, teilte Staatsanwaltschaft in Manhattan mit. Mit diesem System sollten die US-Sanktionen gegen den Iran umgangen werden.

Maltas sozialdemokratischer Regierungschef Joseph Muscat sagte am Mittwochabend vor dem Parlament, das Vorgehen der Finanzaufsicht gegen die Pilatus-Bank sei der letzte Schritt vor dem Entzug der Banklizenz. Die Söhne der ermordeten Journalistin Caruana Galizia erklärten, die Verhaftungen seien eine späte Genugtuung für die Arbeit ihrer Mutter.

Caruana Galizia hatte mehrere Korruptionsaffären in Malta aufgedeckt. Sie recherchierte auch zu Vorwürfen in den "Panama Papers", die sich unter anderem gegen Muscat und dessen Frau richteten. Mehrere hochrangige Regierungsvertreter sollen Konten bei der Pilatus-Bank geführt haben. Das Bankinstitut hatte die Journalistin wegen Verleumdung verklagt.

(AWP)