Migration hat Zollbehörden letztes Jahr stark gefordert

Neben der grenzüberschreitenden Kriminalität hat die Migration die Zollbehörden 2016 besonders stark beschäftigt. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) hervor.
07.03.2017 12:25

Das Grenzwachtkorps (GWK) stellte nach dem Rekordwert des Vorjahres erneut ein Drittel mehr rechtswidrige Aufenthalter fest. Es waren 48'838 Fälle gegenüber 31'038 Fälle im Vorjahr. Rekordzahlen habe nach wie vor das Tessin mit 33'844 rechtswidrigen Aufenthalten aufgewiesen, gefolgt vom Wallis/Waadt mit 6207, der Nordschweiz mit 4667 und der Ostschweiz mit 2582 Fällen, heisst es.

Im Vergleich zum Vorjahr sei 2016 aufgrund der Schliessung der Balkanroute eine deutliche Verlagerung der rechtswidrigen Aufenthalte von der Ost- weg an die Südgrenze festzustellen, schreibt die Zollverwaltung weiter. So habe sich die Zahl im Tessin ebenfalls verdreifacht.

16'980 Menschen stellten beim GWK ein Asylgesuch, wie die EZV weiter schreibt. Im Vorjahr waren es noch 18'036 gewesen. Die Zahl der Rücküberstellungen an die ausländischen Behörden hat sich mit 26'267 mehr als verdreifacht. Leicht zurückgegangen sind die Fälle von Verdacht auf Schleppertätigkeit. Sie sanken von 466 im Vorjahr auf 303.

MEHR DROGEN BESCHLAGNAHMT

Bei den sichergestellten Betäubungsmitteln verzeichnete die EZV mit 62 Kilogramm beim Heroin mehr als eine Vervierfachung. Zudem wurden über 63'000 Pillen wie LSD oder Ecstasy festgestellt. Im Vorjahr waren es noch lediglich 5842 Stück gewesen. Zugenommen von 0,75 Millionen auf 3,1 Millionen Franken hat auch der Wert des sichergestellten mutmasslichen Drogengeldes.

Das GWK fasste zudem im Berichtsjahr mit 22'104 elf Prozent mehr ausgeschriebene Personen. Davon hatten 3863 ein Einreiseverbot und 7381 waren zur Verhaftung ausgeschrieben. Zudem stellte die EZV 3222 Dokumentenfälschungen fest (Vorjahr 2193). Die EZV zog auch 4143 verbotene Waffen aus dem Verkehr. Im Vorjahr waren es 4286 gewesen.

MEHR MARKENFÄLSCHUNGEN

Die EZV stellte im Berichtsjahr auch ein leichte Zunahme bei den gefälschten Markenartikeln fest. Total waren dies 13'604 Stück gegenüber 12'458 im Vorjahr. Bei den illegalen Medikamentenimporten nahm die Anzahl beschlagnahmter Sendungen um 106 auf 1028 ab. An der Spitze standen mit 55 Prozent Erektionsförderer vor Schlaf-/Beruhigungs- und Schlankheitsmitteln.

Weiter hat die EZV 33'523 Fälle von Schmuggel bearbeitet. Im Vorjahr waren es noch 35'813 Fälle gewesen. Diese betrafen hauptsächlich Widerhandlungen gegen das Zoll- und Mehrwertsteuergesetz sowie gegen das Tabak-, Alkohol- und Tierseuchengesetz.

Abgenommen hat auch die Zahl der sichergestellten geschützten Kulturgüter, die dem Bundesamt für Kultur gemeldet wurden, nämlich von 214 Fällen im 2015 auf noch 79 Fälle im letzten Jahr. Stark zurückgegangen von 822 auf 553 Fälle ist die Anzahl geschützter Tier- und Pflanzenarten, bei denen Meldung an das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) erstattet wurde.

Für die Sicherheit im Schwerverkehr auf der Strasse intervenierte der Zoll in 30'551 Fällen (Vorjahr 27'200) wegen Sicherheitsmängeln bei Lastwagen oder weil die Chauffeure fahruntüchtig waren oder gegen die Ruhezeitvorschriften verstiessen.

MEHR EINNAHMEN

Mit knapp 22 Mrd CHF sind die Einnahmen der Zollverwaltung 2016 gegenüber dem Vorjahr um knapp 0,3 Mrd angestiegen.

Die grössten Einnahmenposten waren die Mehrwertsteuer mit 10,1 Mrd CHF, die Mineralölsteuer mit knapp 4,7 Mrdn sowie die Tabaksteuer mit 2,1 Mrd.

(AWP)