Moderna lieferte lediglich ein Fünftel der angekündigten Impfdosen

Der Impfstoffhersteller Moderna hat der Schweiz am Samstag lediglich rund ein Fünftel der angekündigten Impfdosen geliefert. Die restlichen 280'000 Dosen sollen in der kommenden Woche geliefert werden, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte.
18.04.2021 09:48

Moderna habe kurzfristig mitgeteilt, dass die Anzahl Dosen der Lieferung vom Samstag reduziert werde und lediglich rund 70'000 Dosen in der Schweiz eintreffen würden, hiess es beim BAG auf Anfrage. Das BAG bemühe sich mit den Kantonen um Lösungen, damit keine Impftermine verschoben werden müssten.

"Die Verspätung der aktuellen Lieferung ist ärgerlich", schreibt das BAG. Man habe denn auch sofort bei Moderna interveniert und erreicht, dass ein Teil der Lieferung eingetroffen sei. Die Kantone seien umgehend informiert worden.

Das BAG erinnert daran, dass in der Schweiz aber noch Hunderttausende unverimpfte Dosen an Lager sind. Auch der Kanton Bern habe entsprechende Reserven. Ausserdem könne eine Zweitdosis laut den neuesten Empfehlungen der Eidgenössische Kommission für Impffragen (EFIK) ausnahmsweise auch bis zu 8 Wochen nach der ersten verabreicht werden.

Dem BAG sei bewusst, dass die kurzfristige Verzögerung der Lieferungen in den Kantonen Probleme bereite und die "gemeinsame Verimpfungsstrategie" beeinträchtige. Allerdings müsse leider auch in Zukunft mit solchen Schwankungen gerechnet werden. das BAG betont, dass die genauen Lieferungskadenzen ausserhalb seines Einflussbereichs liegen.

Der Kanton Bern hatte das BAG am Samstag wegen des kurzfristig mitgeteilten Lieferengpasses von Moderna scharf kritisiert. Die Berner Gesundheitsdirektion forderte, dass der Bund die Verantwortung deshalb Fachleuten aus der Wirtschaft übertragen solle.

BAG-Direktorin Anne Lévy konterte diese Kritik: Sie stemme sich gegen das Argument, die Impflogistik wäre in privater Hand besser aufgehoben. Den Lieferengpass habe ja ausgerechnet ein privates Unternehmen zu verantworten, sagte Lévy am Samstagnachmittag im Schweizer Radio SRF. Das Problem liege also beim Hersteller.

(AWP)