Nach-Brexit-Ära - Hoffnung für Londoner Banken? EU könnte Äquivalenz gewähren

Die Londoner City könnte nun doch über ein teilweises Äquivalenzabkommen Zugang zum europäischen Binnenmarkt für Finanzprodukte erhalten. Das sagte ein französisches Regierungsmitglied in einem Interview mit Bloomberg.
27.02.2021 04:50
Blick über die «Millennium Bridge» auf die St. Pauls Cathedral in der City of London.
Blick über die «Millennium Bridge» auf die St. Pauls Cathedral in der City of London.
Bild: Pixabay

"Es wird wahrscheinlich eine partielle Äquivalenz geben, wahrscheinlich bis zum Ende des Semesters", sagte Clement Beaune, Staatssekretär für Angelegenheiten der Europäischen Union. Allerdings machte Beaune auch klar, dass damit nicht derselbe Zugang zum Binnenmarkt verbunden wäre, den der britische Finanzsektor vor dem Brexit hatte.

Die Regeln "werden von Seiten der EU widerruflich, vorläufig und einseitig sein. Es ist also überhaupt nicht der gleiche rechtliche Rahmen", sagte er.

Das Pfund stieg nach Beaunes Aussagen etwa an. Die Möglichkeit selbst einer nur begrenzten Form von Äquivalenz würde deutlich über das hinausgehen, was Beaune selbst und der EU-Chefunterhändler für den Brexit, Michel Barnier, zuletzt öffentlich eingeräumt haben. Der Gouverneur der Bank of England, Andrew Bailey, hatte die restriktive Linie der EU zuletzt scharf kritisiert. Das Fehlen eines Äquivalenzabkommens stellt Londons jahrzehntelange Dominanz in der europäischen Finanzindustrie in Frage.

Ein EU-Sprecher verwies auf frühere Kommentare der Kommissarin für Finanzdienstleistungen, Mairead McGuinness, die gesagt hatte, es könne keine Diskussion geben über die Wiederherstellung eines Marktzugangs, den Grossbritannien verloren hat oder über das einseitige Recht der EU, die Äquivalenz festzustellen.

(Bloomberg)