Persischer Golf - Saudi-Arabien und Iran dämpfen Kriegssorgen

Das iranische Militär will nach eigenen Aussagen keinen Krieg am Persischen Golf. Auch der Aussenminister Saudi-Arabiens hat Ängste vor einem Waffengang zu zerstreuen versucht.
19.05.2019 14:58
Junge Iraner spazieren im Zentrum von Isfahan an iranischen Flaggen vorbei.
Junge Iraner spazieren im Zentrum von Isfahan an iranischen Flaggen vorbei.
Bild: Bloomberg

Der Iran und Saudi-Arabien haben am Wochenende versucht, die Sorgen vor einem Krieg im Nahen Osten zu dämpfen. Der Iran strebt nach den Worten des Chefs der Revolutionsgarden in Teheran keinen Krieg an. "Der Unterschied zwischen denen und uns ist, dass sie Angst vor einem Krieg und nicht den Willen dazu haben", sagte General Hossein Salami am Sonntag nach einer Meldung der Fars.

Auch der saudische Aussenminister Adel al-Dschubeir betonte am Sonntag, dass sein Land keine Eskalation wolle. Das Land sei aber auch bereit, mit "aller Strenge und Entschlossenheit" zu reagieren.

Die zunehmenden Spannungen zwischen den mit Saudi-Arabien verbündeten USA und dem Iran hatten Befürchtungen ausgelöst, es könne ein Krieg am Golf bevorstehen. Die USA waren vor einem Jahr aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und ziehen seither die Sanktionsschraube scharf an. US-Präsident Donald Trump liess zuletzt einen Flugzeugträger, Langstreckenbomber und Flugabwehrraketen in die Region verlegen. Die Europäer hatten beide Seiten vor einer Eskalation gewarnt. Darauf erklärten auch US-Militärs, dass kein Angriff auf Iran geplant sei. Der Ölpreis war wegen der Spannungen in den vergangenen Tagen gestiegen.

Saudis berufen Konferenz ein

Saudi-Arabien verdächtigt den Iran, hinter Drohnen-Anschlägen auf Öl-Anlagen im Land zu stecken. Energieminister Chalid al-Falih sprach von einem Terrorakt und einem erneuten Versuch, die Sicherheit der weltweiten Ölversorgung zu untergraben. Erst zwei Tage zuvor hatte Saudi-Arabien vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen den USA und dem Iran Sabotageattacken auf heimische Öltanker gemeldet, die sich in Gewässern der Vereinigten Arabischen Emirate befanden.

Der saudiarabische König Salman lud am Sonntag Staats- und Regierungschef von Golfstaaten und arabischen Ländern zu Krisengesprächen am 30. Mai in Mekka ein, um über die Auswirkungen der Angriffen zu beraten. Es sei eine gemeinsame Haltung nötig, teilte das Aussenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate mit.

Hintergrund ist der Versuch des sunnitischen Saudi-Arabien, eine Allianz gegen die schiitische Führung in Iran zu organisieren, die schiitische Milizen etwa in Syrien und im Libanon sowie die Huthi-Rebellen in Jemen unterstützt. Der Chef des obersten Revolutionsrates der von Saudi-Arabien bekämpften Huthi-Rebellen, Mohammed Ali al-Huthi, warf der Regierung in Riad in einem Tweet vor, sie "unterstütze Krieg und wolle Zerstörung".

(Reuters)