Weder Uniper noch Mehrheitseigentümer Fortum oder die Bundesregierung wollten den Bericht laut der Zeitung kommentieren. Das Unternehmen hatte Ende Juni von Problemen bei der Liquidität berichtet. Das Management zog seine Jahresprognose zurück und bat um Staatshilfen. Hintergrund ist die Drosselung russischer Gaslieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1. Der Düsseldorfer Konzern muss die fehlenden Mengen zu höheren Preisen am Markt einkaufen, kann die Mehrkosten bislang aber nicht an die Kunden weitergeben.
Als staatliche Massnahmen kommen laut Uniper eine Reihe von Instrumenten infrage - etwa Garantie- und Sicherheitsleistungen, eine Erhöhung eines noch nicht gezogenen Kreditrahmens bei der Staatsbank KfW bis hin zu Beteiligungen in Form von Eigenkapital. Das würde bedeuten, dass der Staat vorübergehend bei Uniper einsteigt - wie bei der Lufthansa in der Corona-Krise.
Anfang der Woche hatte es bereits verschiedene Berichte über den möglichen Umfang der staatlichen Rettungsmassnahmen gegeben. Die Nachrichtenagentur Bloomberg schrieb von bis zu neun Milliarden Euro. Das Handelsblatt hatte bislang von einer Aktienbeteiligung von bis zu 25 Prozent berichtet, ergänzend sei Insidern zufolge eine stille Beteiligung des Bundes im Gespräch.
Wie gross das Rettungspaket für Uniper letztlich ausfällt, wird wohl auch davon abhängen, inwieweit Energiekonzerne künftig höhere Einkaufspreise an die Verbraucher weitergeben können. Dafür bereitet die Bundesregierung eine Gesetzesnovelle vor, die am Freitag im Parlament verabschiedet werden soll./lew/jsl/stw
(AWP)