Reise-Aktien leider unter britischen Quarantäne-Plänen

Die Aktien des Duty-Free-Shop-Betreibers Dufry sowie des Zürcher Flughafens tendieren am Freitagmorgen leichter. Die Einführung neuer Quarantänebestimmungen durch die britische Regierung vermiest Reise-Investoren europaweit die Laune. So stehen die Papiere wichtiger europäischer Branchennachbarn ebenfalls im Minus.
14.08.2020 10:57

Um 10.55 Uhr büssen die Aktien von Dufry 4,0 Prozent ein auf noch 27,25 Franken. Die Papiere des Zürcher Flughafens geben ebenfalls nach und zwar um 1,3 Prozent auf 124,20 Franken. Beide Papiere hatten wegen der Coronakrise 2020 schon deutlich an Wert verloren. So brach der Dufry-Kurs seit Jahresbeginn um über 70 Prozent ein. Der Gesamtmarkt (SPI) steht derweil 1,3 Prozent im Minus.

Noch fester als Dufry und den Flughafen Zürich trifft es am Freitag andere europäische Reise-Aktien. So geben etwa die in London kotierten Easyjet (-6,3%) und Ryanair (-4,2%) oder in Deutschland TUI (-5,4%) klar nach.

Reisende aus Frankreich und den Niederlanden müssen nach ihrer Ankunft in Grossbritannien von diesem Samstag an wieder in eine zweiwöchige Selbstisolation gehen. Das hatte der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstagabend mitgeteilt.

"Der Grund ist, dass wir so absolut hart daran gearbeitet haben, die Zahlen hier runterzubringen. Wir können es uns nicht leisten, die Fälle von anderswo wieder zu importieren", sagte Shapps der BBC. Frankreich ist nach Spanien das zweitliebste Reiseziel der Briten.

Schätzungen zufolge dürften sich dort Hunderttausende Briten aufhalten, die nun bei ihrer Rückkehr in Quarantäne müssen. Die neue Regelung gilt auch für Malta. Die Infektionsrate in den drei Ländern war in den vergangenen Wochen wieder gestiegen.

Frankreich hatte ablehnend auf die neuen Bestimmungen reagiert und will eine gleichwertige Gegenmassnahme für Reisende aus Grossbritannien einführen. Man bedauere die britische Entscheidung und hoffe auf eine baldige Rückkehr zur Normalität, teilte Europa-Staatssekretär Clément Beaune am Freitagmorgen via Twitter mit.

Frankreich verfolgt in der Corona-Krise grundsätzlich die Linie, keine Quarantänepflicht zu verhängen. Falls ein Land jedoch diesen Schritt macht, wird in Frankreich entsprechend reagiert und ebenfalls eine Quarantäne für Reisende angeordnet. Dass sich die Länder auch noch gegenseitig hochschaukelten seien schlechte Neuigkeiten für die Reisebranche, hiess es aus Analystenkreisen.

kw/ra

(AWP)

 
Aktuell+/-%
Dufry N27.50-0.87%
Zurich Insur Gr N330.40-0.30%