Reisebranche - Wie abhängig europäische Länder vom Tourismus sind

Die Corona-Krise trifft den Tourismus wie kaum eine zweite Branche. Kein Wunder, dass von der Reisefreude abhängige Länder angesichts der begonnenen Impfkampagne auf das Sommergeschäft hoffen.
26.02.2021 20:45
Beliebtes Reiseziel - die Insel Santorini in Griechenland.
Beliebtes Reiseziel - die Insel Santorini in Griechenland.
Bild: Bloomberg

Die Corona-Krise trifft den Tourismus wie kaum eine zweite Branche. Kein Wunder, dass von der Reisefreude besonders abhängige Länder angesichts der begonnenen Impfkampagne auf das Sommergeschäft hoffen. Nachfolgend ein Überblick über einige besonders stark vom Tourismus abhängigen Staaten in Europa:

Weltweit

2019 - also vor Ausbruch der Pandemie - trug der Tourismus etwa 8,9 Billionen US-Dollar zum globalen Bruttoinlandsprodukt bei. Das entspricht nach Angaben des Welttourismusverbandes WTTC 10,3 Prozent der Wirtschaftsleistung. Etwa 330 Million Jobs hängen demnach von der Branche ab, etwa jeder zehnte Arbeitsplatz weltweit.

Griechenland

Etwa ein Fünftel trägt der Tourismus zum griechischen Bruttoinlandsprodukt bei. Jeder fünfte Beschäftigte arbeitet in der Branche. Die Tourismuseinnahmen brachen 2020 wegen der Corona-Krise auf vier Milliarden Euro ein. 2019 waren es noch 18 Milliarden Euro. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hofft, in diesem Jahr wenigstens die Hälfte des Vorkrisenniveaus zu erreichen.

Spanien

Als eines der beliebtesten Reiseländer leidet Spanien auch besonders deutlich unter den Einschränkungen. Die Zahl der ausländischen Besucher brach 2020 um 80 Prozent auf 19 Millionen ein, die niedrigste Zahl seit 1969. Dem Institut Funcas zufolge trug der Tourismus im abgelaufenen Jahr nur noch zwischen vier und fünf Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. 2019 waren es noch zwölf Prozent.

Italien

Auch für Italien ist der Tourismus schon seit Jahrzehnten eine wichtige Einnahmequelle. Etwa 13 Prozent des Bruttoinlandsproduktes werden in diesem Bereich erwirtschaftet. Wegen Corona wurden allein von Januar bis August 2020 rund 48 Millionen Touristen weniger zwischen Südtirol und Sizilien gezählte als im Vorjahreszeitraum.

Frankreich

Das meistbesuchte Land der Welt leidet erheblich unter dem Fernbleiben ausländischer Gäste. Einnahmen von 60 Milliarden Euro gingen 2020 wegen der Corona-Krise verloren, beklagt der Tourismus-Beauftragte der Regierung, Jean-Baptiste Lemoyne.

Österreich

Coronabedingte Betriebsschließungen, internationale Reisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen setzen auch dem Tourismus in Österreich stark zu. Im vergangenen Jahr brach die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste um 41,2 Prozent auf 66,3 Millionen ein - das niedrigste Niveau seit 1970. Die gesamte touristische Wertschöpfung macht etwa sechs Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus.

Deutschland

Die Corona-Krise hat auch die deutsche Tourismusbranche schwer getroffen: 2020 brach die Zahl der Übernachtungen in- und ausländischer Gäste um 39 Prozent auf 302,3 Millionen Übernachtungen ein. Geschäftsreisende, Urlauber und Tagesausflügler geben dem Deutschen Tourismusverband zufolge pro Jahr etwa 287,2 Milliarden Euro für Urlaub und Mobilität aus. 2,9 Millionen Erwerbstätigen sind demnach im Tourismus beschäftigt. 

(Reuters)