Der Weltkonzern hatte 2018 vereinbart, das verlustreiche Stahlwerk mit rund 10 000 Beschäftigten zunächst zu mieten, dann zu kaufen und einschliesslich des Kaufpreises 4,2 Milliarden Euro zu investieren. Anfang November teilte der Konzern aber mit, aus dem Übernahmevertrag aussteigen zu wollen. Er begründete den Schritt mit einer Entscheidung des italienischen Senats, die Immunität aufzuheben, die die Betreiber bei Verstössen gegen Umweltbestimmungen geniessen sollten. Hinzu komme ein Gerichtsentscheid, nach dem einer der Hochöfen schon bis zum 13. Dezember geschlossen werden müsste. Dadurch sah sich ArcelorMittal berechtigt, von einer Ausstiegsklausel Gebrauch zu machen.

An dem Spitzengespräch in Rom nahmen der Vorstandsvorsitzende Lakshmi Mittal, sein Sohn und Finanzvorstand Aditya Mittal sowie Ministerpräsident Giuseppe Conte, Finanzminister Roberto Gualtieri und Industrieminister Stefano Patuanelli teil. Die Regierung will nun eine im Vertragsstreit schon für nächste Woche angesetzte Gerichtsverhandlung verschieben. Ausserdem sei über die Möglichkeit einer öffentlichen Unterstützung im Sanierungsprozess gesprochen worden. Die Regierung sei ferner zu "sozialen Massnahmen" bereit - also zu staatlichen Auffangprogrammen für Arbeitnehmer, die ihren Job verlieren./blu/DP/mis

(AWP)