Russischer Soldat in Kaukasusrepublik Armenien getötet

In der Südkaukasusrepublik Armenien ist ein russischer Soldat nach einer Messerattacke gestorben. Der 21-Jährige sei in einem Geschäft in der Stadt Gjumri nordwestlich der Hauptstadt Eriwan angegriffen worden, teilten die Staatsanwaltschaft und das russische Militär am Samstag mit. Der Soldat habe Schnittverletzungen am Hals erlitten. Als Tatverdächtiger wurde ein 20-jähriger Armenier festgenommen. Über die Hintergründe war zunächst nichts bekannt.
23.04.2017 15:05

Die russischen Streitkräfte betreiben eine Kaserne in Gjumri, der zweitgrössten Stadt des Landes. Russland hat Tausende Soldaten in Armenien stationiert und gilt als dessen militärische Schutzmacht.

Die Ex-Sowjetrepublik liegt mit dem Nachbarn Aserbaidschan im Streit um das Gebiet Berg-Karabach. Die von ethnischen Armeniern bewohnte Unruheregion hatte sich in den 1990er Jahren von Baku losgesagt. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Gefechte mit mehreren Todesopfern an der schwer befestigten Front.

In Gjumri hatte es in den vergangenen Jahren zwei Fälle von Gewalt mit Beteiligung russischer Soldaten gegeben. 2008 hatten zwei betrunkene Militärangehörige auf einem Markt um sich geschossen und zwei Menschen getötet. 2015 hatte ein Soldat eine mehrköpfige Familie mit zwei kleinen Kindern im Schlaf getötet./tjk/dem/DP/fbr

(AWP)