Schweden - Wallenberg-Familienvermögen spürt Gegenwind von Brexit und Trump

Bei der Holding der schwedischen Milliardärsfamilie Wallenberg herrscht die Sorge vor, dass das politische Risiko wegen Handelskriegen und Brexit für einige ihrer Investments gravierende Auswirkungen haben könnte.
02.02.2019 19:11
Schweden ist die Heimat der Wallenbergs.
Schweden ist die Heimat der Wallenbergs.
Bild: Pixabay

Die Gesellschaft verwaltet Assets im Wert von rund 37 Milliarden US-Dollar. Nach Angaben von Johan Forssell, Chief Executive Officer von Investor AB, bauen einige der Unternehmen, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, Lagerberstände auf, um sich auf das schlimmste Ergebnis der Brexit-Verhandlungen vorzubereiten. Inzwischen hat der Handelsstreit zwischen China und den USA dazu geführt, dass Unternehmen in einer Art Schwebezustand verharren, während sie versuchen herauszufinden, welche Art von Vereinbarung getroffen werden wird.

"Je länger diese Unsicherheit anhält, desto schlimmer", sagte Forssell in einem Bloomberg-Interview in Stockholm. "Die Unternehmen können sich nur anpassen, sie können nichts anderes tun."

Investor AB hält erhebliche Anteile an einigen der weltweit größten und bekanntesten Unternehmen, darunter Ericsson, AstraZeneca, Saab und Electrolux. Sie alle sind auf gut funktionierende Exportmärkte angewiesen, um ihre Aktivitäten auf der ganzen Welt zu planen.

"Politische Risiken wie ein potenziell harter Brexit oder Spannungen im Handel haben Auswirkungen auf viele unserer Unternehmen, die sich anpassen müssen", sagte Forssell. Im vierten Quartal verlor Investor AB 15 Prozent bei seinen wichtigsten börsennotierten Unternehmen, obwohl die Gesellschaft für 2018 eine höhere Dividende zahlte, als von Analysten erwartet worden war.

Der Handelskrieg

Da die Gefahr weiterer Zölle drohe, müssten Unternehmen wahrscheinlich ihre Lieferketten anpassen, sagt Forssell. Die Steuerung des Angebots werde auch dann ein Problem sein, wenn Großbritannien vor dem Austritt am 29. März keine Einigung mit der EU erreicht, sagte er.

"Ein harter Brexit würde sich definitiv auf den Fluss auswirken", sagte er. "Einige unserer Unternehmen haben bereits begonnen, zusätzliche Lagerbestände aufzubauen, um sich auf einen potenziellen harten Brexit vorzubereiten." Zwar wollte er nicht präzisieren, auf welche Unternehmen er sich bezog, jedoch gab Forssell ein Beispiel dafür, wie solche Barrieren Branchen mit wichtige Dienstleistungen wie Gesundheit zu beeinträchtigen drohen.

"Wir halten große Anteile an AstraZeneca und sie haben Patienten, die auf Medikamente angewiesen sind", sagte er. "Für sie ist es besonders wichtig, liefern zu können."

"Es wäre sehr positiv für die Weltwirtschaft, wenn China und die USA eine Lösung für die Handelsproblematik finden könnten, wenn es eine Lösung für den Brexit geben könnte", sagte Forssell. „Das würde zu wesentlich weniger Unsicherheit führen. Weniger Unsicherheit würde dazu führen, dass mehr Boards, mehr Managements es wieder wagen, zu investieren und die Räder würden sich wieder zu drehen beginnen.“

(Bloomberg)

 

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