Spanien prüft gemeinsamen Einstieg mit IAG bei Air Europa

Nach der geplatzten Übernahme der spanischen Fluglinie Air Europa durch die British-Airways-Mutter IAG könnte der spanische Staat Insidern zufolge als Retter einspringen. Die Regierung erwäge, gewährte Hilfskredite aus der Corona-Krise in eine etwa 40-prozentige Beteiligung an der Airline umzuwandeln, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag und berief sich dabei auf mit der Sache vertraute Personen. IAG würde dann voraussichtlich ebenfalls eine Beteiligung erwerben. Der Familie Hidalgo, zu deren Reisekonzern Globalia die Airline bisher gehört, würde nur noch ein kleiner Anteil bleiben.
14.01.2022 18:26

Vertreter von Air Europa und IAG wollten sich nicht zu der Angelegenheit äussern. Spanien hat Air Europa in der Corona-Krise mit 475 Millionen Euro gestützt. Davon können rund 240 Millionen in Eigenkapital gewandelt werden, hiess es.

Spaniens Wirtschaftsministerin und stellvertretende Regierungschefin Nadia Calvino schloss einen solchen Schritt nicht aus. "In diesem Stadium prüfen wir alle verfügbaren Optionen", sagte sie Bloomberg. Offen ist, ob die Europäische Kommission dem zustimmt. Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager hatte im Dezember gesagt, dass die von IAG angebotenen Zugeständnisse bei der inzwischen geplatzten Übernahme nicht ausgereicht hätten, um die Bedenken der Kommission mit Blick auf den Wettbewerb im spanischen Flugverkehr auszuräumen. IAG beherrscht mit seinen Töchtern Iberia und Vueling bereits einen grossen Teil des spanischen Fluggeschäfts.

Kurz vor dem Ausbruch der Pandemie Ende 2019 wollte IAG eine Milliarde Euro für Air Europa bezahlen. Infolge der Corona-Krise einigte sich das Unternehmen mit Globalia auf eine Halbierung des Preises. Letztlich scheiterte der Deal im Dezember 2021 an den Bedenken der EU-Kommission./stw/jha/he

(AWP)