Steuern: Diese Kantone zahlen die besten Zinsen

Steuern im Voraus zahlen lohnt sich. Gewisse Kantone zahlen bis zu 20 Mal mehr Zins als die Banken auf Spareinlagen. cash nennt die Kantone mit Topverzinsungen.
21.02.2013 01:00
Von Frédéric Papp
Gewisse Kantone locken mit hohen Zinsen.

Haben Sie in den letzten Tagen den Lohnausweis für die Steuererklärung erhalten? Dann kann es sich lohnen, den Steuerbetrag vorzeitig an das Steueramt zu überweisen. Denn gewisse Kantone zahlen Zinsen, die deutlich über dem Markt liegen.

Der Kanton Zürich beispielsweise zahlt dieses Jahr 1,5 Prozent Zins auf vorzeitige Steuerzahlungen. Denselben Satz haben Glarus und Nidwalden (siehe Tabelle). Am meisten zahlen aber die Kantone Zug, Appenzell Ausserrhoden, Obwalden und Uri. Hier liegt der Vorauszahlungszins bei 2 Prozent.

Für die Kantone und Gemeinden lohnt es sich, den Steuerzahlern einen attraktiven Zins anzubieten. "Frühzeitig eingehende Steuern erleichtern die Liquiditätsplanung von Gemeinden und Kanton und sorgen für eine bessere Verteilung über das Jahr", sagt Roger Keller, Kommunikationsbeauftragter des Kantons Zürich, zu cash.

Was viele nicht wissen: Der Vorzugszins unterliegt nicht der Verrechnungssteuer, sondern ist als Bruttoertrag im Wertschriftenverzeichnis in der Spalte "nicht der Verrechnungssteuer unterliegend" zu erfassen. Ganz im Gegensatz zu den Zinsen von Bankeinlagen. Diese sind verrechnungssteuerpflichtig und schmälern damit – zumindest temporär - den teils ultratiefen Zinsertrag zusätzlich.

Mikrozinsen bei Banken 

Die Zürcher Kantonalbank beispielsweise zahlt für Spareinlagen bis 50'000 Franken winzige 0,1 Prozent Zins – 15 Mal weniger als der Kanton Zürich und sogar 20 Mal weniger als der Kanton Zug. Im Schnitt verzinsen die Schweizer Banken Spareinlagen mit 0,25 Prozent. Die besten Konditionen bieten die Postfinance, die WIR-Bank und die bank zweiplus mit je 0,4 Prozent.

Es lohnt sich sogar, einen Betrag zu zahlen, der über der erwarteten Steuerschuld liegt. Denn verzinst werde nicht nur der später effektiv in Rechnung gestellte Betrag, sondern die gesamte, im Voraus einbezahlte Summe, sagt Keller. Allerdings: Missbrauche der Steuerpflichtige die Vorauszahlung gewissermassen als Anlagevehikel und zahle eine unrealistisch hohe Summe ein, würden die Gemeindesteuerämter eine Rückzahlung veranlassen, so Keller.

Es gibt Kantone, die diesbezüglich keine Kulanz kennen. Im Kanton Aargau zum Beispiel werden die über dem Steuerbetrag liegenden Einzahlungen nicht verzinst. "Ab 2014 wird dies aufgrund einer Gesetzesrevision aber möglich sein", sagt Patricia Kettner, Leiterin Kommunikation des Kanton Aargau.

Doch nicht bei allen Kantonen lohnt sich eine Vorauszahlung des jährlichen Obolus. Am tiefsten und damit in etwa gleich hoch wie die Bankzinsen liegt der Satz in den Kantonen Bern, Fribourg und Solothurn. Weniger gibt es auch vom Bund. Für das Steuerjahr 2013 wird der Vorauszahlungszins bei der direkten Bundessteuer von 1 auf 0,25 Prozent gesenkt.

 

Zinsen für Steuer-Vorauszahlungen

Kanton Vorauszahlungszins 2013
Zug 2 %
Appenzell Ausserrhoden 2%
Obwalden 2%
Uri 2%
Zürich 1,5%
Nidwalden 1,5%
Glarus 1,5%
Aargau 1%
Appenzell Innerrhoden 1%
St. Gallen 1%
Baselland 0,5%
Basel-Stadt 0,5%
Luzern 0,5%
Schaffhausen 0,5%
Thurgau 0,5%
Wallis 0,5%
Bern 0,25%
Fribourg 0,25%
Bund 0,25%
Schwyz -
Graubünden -

Quelle: K-Geld, cash.ch