+++Ukraine-Update+++ - Ukraine-Liveticker: Russland darf Todesurteile gegen Briten nicht vollstrecken - Arbeitslosigkeit in Deutschland wegen ukrainischer Flüchtlinge gestiegen - Schweden will weitere Waffen nach Ukraine liefern

Putin, Selenskyj, westliche Sanktionen, Embargo: Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen und Auswirkungen zum Krieg in der Ukraine, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
30.06.2022 18:16
Ukrainische Flagge in den Trümmern der Ortschaft Borodyanka bei Kiew.
Ukrainische Flagge in den Trümmern der Ortschaft Borodyanka bei Kiew.
Bild: imago images / ZUMA Wire

18:15

Russland greift im Osten der Ukraine weiter an, zieht sich aber im Südosten des Landes von wichtigen Stellungen zurück. Die Frontstadt Lyssytschansk stand nach Angaben der ukrainischen Behörden am Donnerstag unter Dauerbeschuss russischer Kräfte. Man versuche weiter, die verbliebenen rund 15'000 Einwohner in Sicherheit zu bringen. Dagegen haben sich die russischen Militärs nach Angaben beider Seiten von der umkämpften ukrainischen Schlangeninsel im Schwarzen Meer vor Odessa zurückgezogen, die sie kurz nach Kriegsbeginn erobert hatten.

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16:45

Die EU und Russland sind sich nach Angaben des polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki einig, dass ein Verfahren für den Warenverkehr zwischen dem russischen Kernland und der Exklave Kaliningrad ausgearbeitet werden soll. "Beide Seiten sind zu dem Schluss gekommen, dass es sich lohnt, einen Plan zu vereinbaren, der nicht gegen die faktische Umsetzung der Sanktionen verstösst, denn offen gesagt ist das Kaliningrader Gebiet ein sehr kleiner Teil Russlands", sagt er. Hintergrund ist eine teilweise Blockade der russischen Lieferungen in die russische Exklave durch Litauen, das sich auf EU-Sanktionsbestimmungen beruft.

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14:30

Die Nato und G7-Staaten wollen nach Angaben des britischen Premierministers Boris Johnson russische "Mythen" entzaubern. Dazu gehöre die Behauptung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, der Westen sei wegen seiner Sanktionen verantwortlich für globale Preisteigerungen bei Getreide oder die Nato hätte die Invasion der Ukraine provoziert. Nur so könnten wichtige Staaten davon überzeugt werden, dass ein Bündnis mit der westlichen Allianz auch ihr Vorteil sei.

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13:40

Deutschland wird mit der Ratifizierung des Beitritts von Finnland und Schweden zur Nato noch in dieser Woche beginnen. Das kündigt Bundeskanzler Olaf Scholz an.

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13:15

Schweden will weitere Waffen an die Ukraine liefern. Das hat die Regierung in Stockholm am Donnerstag beschlossen, wie das Verteidigungsministerium am Vormittag mitteilte. Es gehe um Ausrüstung, um die die Ukrainer für ihren Abwehrkampf gegen die russische Aggression konkret gebeten haben. Dazu zählten unter anderem weitere Panzerabwehrwaffen sowie Geräte zur Minenräumung. Insgesamt hat das Unterstützungspaket einen Wert von rund 500 Millionen schwedischen Kronen (rund 47 Millionen Euro).

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11:20

Die russischen Streitkräfte haben sich nach Angaben beider Seiten von der umkämpften ukrainischen Schlangeninsel im Schwarzen Meer zurückgezogen, die sie kurz nach Kriegsbeginn erobert hatten. "KABOOM! Keine russischen Truppen mehr auf der Schlangeninsel. Unsere Streitkräfte haben einen grossartigen Job gemacht", schreibt der ukrainische Präsidialamtschef Andrij Jermak auf Twitter. Das russische Verteidigungsministerium bezeichnet den Rückzug hingegen als "Geste des guten Willens". Der Abzug zeige, dass Russland die Bemühungen der Vereinten Nationen (UN) nicht behindere, einen humanitären Korridor für den Getreide-Export aus der Ukraine einzurichten. Die Insel südlich der ukrainischen Hafenstadt Odessa gilt als strategisch wichtig.

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11:05

Grossbritannien will Militärspezialisten nach Bosnien-Herzegowina entsenden. Der russische Einfluss dort solle zurückgedrängt sowie Stabilität und Sicherheit in dem Westbalkan-Staat gewährleistet werden. "Deswegen fahren wir unsere Unterstützung für Bosnien-Herzegowina hoch", sagt Premierminister Boris Johnson einer Mitteilung zufolge.

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10:35

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte drängt Russland sicherzustellen, dass die Todesstrafe gegen zwei gefangengenommene Briten nicht vollstreckt werden dürfe. Das geht aus einer Mitteilung des Gerichts vom Donnerstag hervor. Die beiden Briten hatten auf Seiten der Ukraine gekämpft. Russland hat die Ukraine Ende Februar angegriffen, es kontrolliert vor allem im Osten weite Teile des Landes.

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10:10

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist wegen der Erfassung ukrainischer Flüchtlinge erstmals seit Monaten wieder gestiegen. Im Juni waren 2,363 Millionen Menschen ohne Job. Das sind 103 000 mehr als im Mai, aber immer noch 251 000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,3 Punkte auf 5,2 Prozent.

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09:20

Russland treibt seine Offensive im Osten der Ukraine voran. Die Frontstadt Lyssytschansk stand nach Angaben der Behörden am Donnerstag unter unerbittlichem Dauerbeschuss. Man versuche weiter, die verbliebenen rund 15'000 Einwohner in Sicherheit zu bringen. "Die Kämpfe gehen unaufhörlich weiter. Die Russen sind ständig in der Offensive. Es gibt keine Pause", sagte der Gouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj. Am Morgen hätten russische Truppen die Ölraffinerie von Lyssytschansk angegriffen. Die pro-russischen Separatisten in der Region erklärten, dass die Raffinerie bereits vollständig erobert sei. Auch alle Strassen in die Stadt würden von russischen und pro-russischen Kräften kontrolliert, sagte der Botschafter der selbst ernannten Volksrepublik Luhansk laut der russischen Nachrichtenagentur RIA.

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02:30

Ein in der Ostukraine gefangengenommener früherer US-Soldat hat nach eigenen Angaben bei den Kämpfen nicht geschossen. "Ich habe keinen Schuss abgegeben", sagte der aus Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama stammende Mann in einem von der russischen Staats-Nachrichtenagentur RIA verbreiteten Video-Interview. "Meine Kampferfahrung hier war eine einzige Mission an einem einzigen Tag", sagte er. Zwei britische Staatsbürger und ein Marokkaner waren in der pro-russischen Separatistenregion Donezk zum Tod verurteilt worden. Die russische Seite sieht ausländische Kämpfer als Söldner, die nicht als Kriegsfangene von der Genfer Konvention geschützt werden.

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02:00

Grossbritannien will der Ukraine weitere militärische Unterstützung im Wert von einer Milliarde Pfund (1,15 Milliarden Euro) zukommen lassen. Damit solle die ukrainische Verteidigungsfähigkeit gestärkt werden, unter anderem durch Luftabwehr-Systeme, unbemannte Flugkörper und elektronische Ausrüstung. Der Wert der britischen Militärunterstützung für die Ukraine steigt damit in diesem Jahr auf 3,8 Milliarden Pfund.

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22:45

Russlands Präsident Wladimir Putin schliesst Medienberichten zufolge nicht aus, dass sich Spannungen in den Beziehungen zu Finnland und Schweden nach deren Entscheidung zum Nato-Beitritt entwickeln. Sollte die Nato Infrastruktur in den beiden Staaten aufbauen, werde sein Land selbst vergleichbare Massnahmen ergreifen müssen, zitieren mehrere russische Nachrichtenagenturen das Staatsoberhaupt.

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19:30

Der russische Präsident Wladimir Putin will nach Erkenntnissen des US-Geheimdienstes weiterhin den Grossteil der Ukraine einnehmen. "Wir schätzen Präsident Putin so ein, dass er im Grunde dieselben politischen Ziele verfolgt wie zuvor. Das heisst, den grössten Teil der Ukraine einzunehmen", sagt die Direktorin des US-Geheimdienstes. Die Aussichten für den weiteren Verlauf des Krieges blieben daher "ziemlich düster".

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(cash/Reuters/AWP/Bloomberg)