Versuch mit Brennstoffzellen-Bussen: PostAuto zieht positive Bilanz

Das Transportunternehmen PostAuto hat den Versuchsbetrieb nach fünf Jahren mit Brennstoffzellen-Bussen in der Region Brugg AG definitiv beendet. PostAuto zieht eine positive Bilanz, trotz grossem Wartungsaufwand und hohen Betriebskosten für die fünf Hightech-Busse.
01.02.2017 12:57

Der Versuchsbetrieb habe gezeigt, dass es im öffentlichen Verkehr auf der Strasse Alternativen zu den Dieselbussen gebe, teilte PostAuto zum Abschluss des Probebetriebs am Donnerstag in Brugg mit.

Bereits im September hatte das PostAuto angekündigt, dass der Versuchsbetrieb eingestellt werde. Eine Verlängerung des Projekts liefere kaum weitere Erkenntnisse zur Technik und zum Betrieb. Der Probelauf war von Beginn an auf fünf Jahre angesetzt.

Die Hightech-Busse werden ausschliesslich mit Wasserstoff betankt. In den Brennstoffzellen, die sich auf dem Dach des Fahrzeugs befinden, wird der Wasserstoff in elektrische Antriebsenergie für zwei Radnabenmotoren umgewandelt. Der Bus fährt elektrisch und stösst reinen Wasserstoff aus.

HOHE BETRIEBSKOSTEN

Die Wirtschaftlichkeit dieser Busse ist gemäss PostAuto noch nicht auf dem gewünschten Niveau. Die Beschaffungspreise seien noch immer deutlich höher als bei einem Diesel- oder einem Dieselhybridbus.

Markante Unterschiede bestünden auch bei den Betriebskosten. Diese fehlende Wirtschaftlichkeit ist gemäss PostAuto ein zentraler Grund, das Projekt nicht zu verlängern.

Der Wartungsaufwand bei den Fahrzeugen und bei der Tankstelle in Brugg sei vergleichsweise hoch gewesen. Das Transportunternehmen hatte in Brugg für zwei Millionen Franken die erste Schweizer Wasserstofftankstelle für Busse errichtet.

BEI FAHRGÄSTEN BELIEBT

Die Brennstoffzellen-Postautos seien bei den Fahrgästen und beim Fahrpersonal beliebt gewesen, hiess es weiter. Die fünf baugleichen, elektrisch angetriebenen Busse von Mercedes-Benz seien durch ihre ruhige und ruckfreie Fahrweise aufgefallen.

In der Region Brugg legten die fünf Hightech-Busse insgesamt 1,3 Mio Kilometer zurück. Damit wurde ein Ausstoss von 1600 Tonnen CO2 vermieden.

(AWP)