Kolumne

Vorsorge - Wie ich die Robo-Advisor lieben lernte

Warum nicht einen Teil des Vermögens digital verwalten lassen? Man braucht kein Nerd zu sein, um daran Gefallen zu finden.
28.03.2021 18:17
Von Claude Chatelain
Wie ich die Robo-Advisor lieben lernte
Bild: Shane Wilkinson

 

Die Kolumne «Gopfried Stutz» erschien zuerst im 

Zugegeben, ich bin "old school", aber trotzdem offen für Neues. Und deshalb habe ich ausgewählte Robo-Advisor ausprobiert.

Robo steht für Roboter und Advisor für Berater. Die Rede ist hier also von Angeboten, bei denen die Finanzanlagen völlig computerisiert vonstattengehen.

Zuerst gilt es, einen Fragebogen auszufüllen, um Risikoneigung und -bereitschaft zu eruieren. Alles online. Aufgrund der Angaben entsteht das Risikoprofil, worauf die Algorithmen dann entsprechende Wertschriften kaufen – alles computerisiert. In den meisten Fällen wird das Geld in passive Anlagen investiert, in sogenannte Indexfonds, in denen ein Börsenindex automatisch eins zu eins nachgebildet wird.

Soweit ich den Überblick habe, kann man grundsätzlich zwischen zwei Typen unterscheiden: Beim Typ eins kann man im Portefeuille keine Anpassungen vornehmen, nachdem das Risikoprofil erstellt ist. Man kann also nicht alle Obligationen aus dem Portefeuille werfen oder den Immobilienanteil einfach erhöhen. Man kann höchstens das Risikoprofil verändern. Selma Finance zählt zu diesem Typ. Die Erfahrung, die ich mit diesem Portal gemacht habe, habe ich am 21. Februar beschrieben.

Beim Typ zwei kann man später, wenn das Geld aufgrund des Risikoprofils angelegt ist, Anpassungen vornehmen. Bei True Wealth habe ich das gemacht. Aufgrund des angegebenen Risikoprofils wurden 7 Prozent meiner Mindesteinlage von 8500 Franken in Immobilien investiert. Da ich insgesamt aber kaum in Immobilien investiert bin, habe ich den Anteil kurzerhand auf 20 Prozent erhöht.

Auch der Robo-Advisor vom VZ Vermögenszentrum gehört zum Typ zwei. Mit ihm bekundete ich aber mehr Mühe. Das fängt schon mit der Frage an, ob die Anmeldung mit Push-TAN oder Foto-TAN zu erfolgen hat. Zudem muss man auf dem Handy eine App herunterladen, was ich eigentlich nicht wollte.

Wie der Name sagt, handelt es sich beim VZ-Finanzportal nicht bloss um einen simplen Robo-Advisor, sondern um ein Finanzportal. Da werden alle einschlägigen Dienstleistungen angeboten: Zahlungs- und Börsenaufträge, Liegenschaften und Hypotheken, Pensionskasse und 3. Säule, Versicherungen, Budget und Steuern, Testament und Verträge. Das mag ein Vorteil sein, wenn man mit dem VZ noch andere Geschäfte tätigen will.

Warum nicht einen Teil des Vermögens digital verwalten lassen? Man braucht dafür kein Computer-Nerd zu sein. Ich habe jedenfalls mit der Zeit Gefallen daran gefunden. Bei True Wealth ist man mit 8500 Franken dabei, bei Selma Finance mit 2000 Franken. Gehen Sie mal auf eine Bank und sagen Sie der Beraterin oder dem Berater, sie hätten 2000 Franken, die sie diversifiziert in Aktien anlegen möchten.