Währungen - Das globale Risiko wird die Franken-Entwicklung bestimmen

Der Franken wird sich in nächster Zeit kaum stark abschwächen. Denn die globale Risikostimmung - und nicht die Einflussnahme der Schweizerischen Nationalbank - ist der Haupttreiber für die Entwicklung der Währung.
22.09.2018 08:01
Der Franken ist bei Anlegern wieder begehrt.
Der Franken ist bei Anlegern wieder begehrt.
Bild: ZVG

Obwohl der Franken leicht schwächer wurde, nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Währung am Donnerstag weiterhin als "hoch bewertet" bezeichnete, holte er später die Verluste angesichts der Ängste in Zusammenhang mit dem politischen Risiko Italiens wieder auf. Eine fehlende härtere Wortwahl der SNB zum Franken dürfte nach Ansicht von Analysten mögliche kurzfristige Schwächen der Währung begrenzen.

"Momentan ist das Risikosentiment der dominierende Einflussfaktor für den Franken, und das wird sich wahrscheinlich nicht bald ändern", sagt Thu Lan Nguyen, Devisenstratege bei der Commerzbank. "Ich glaube ohnehin nicht, dass die Geldpolitik einen großen Einfluss auf den Franken hat. Selbst wenn die SNB ihre Wortwahl angepasst hätte, hätte ich keine große und nachhaltige Bewegung erwartet." Die SNB bekräftigte am Donnerstag ihre Bereitschaft, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren. Zusammen mit dem Negativzins will die Notenbank für einen möglichst schwachen Franken sorgen, denn dieser macht Schweizer Waren im Ausland günstiger und stützt so die Wirtschaft.

Die Turbulenzen an den Schwellenländern in diesem Jahr, wie in der Türkei und Argentinien, zusammen mit der fragilen Politik in Italien und den Spannungen im globalen Handel haben die Stimmung an den Märkten zuletzt getrübt und die Nachfrage nach sicheren Häfen angeheizt. Der Franken gilt bei Investoren als sichere Anlage in unruhigen Zeiten und hatte in den vergangenen Wochen zu Euro und Dollar an Wert gewonnen. 

Der Franken ist dabei auf ein Niveau gestiegen, das im Juli letzten Jahres beobachtet wurde. Unter einer Gruppe von 10 vergleichbaren Währungen weist die eidgenössische Devise die beste Performance gegenüber dem Dollar und dem Euro in diesem Jahr auf mit Anstiegen von 1,4 Prozent beziehungsweise 3,6 Prozent.

Die Zuwächse haben die Analysten veranlasst, ihre Prognosen für den Franken anzuheben. Sie sehen ihn nun zum Jahresende bei 1,15 je Euro, wie aus der jüngsten Bloomberg-Umfrage hervorgeht, verglichen mit ihrer Erwartung von 1,20 im Mai. Zum Euro notiert der Franken aktuell bei 1,1280.

(Bloomberg/cash)