Währungen - Milliarden an D-Mark, Pesetas und Lira: So viel Bargeld wurde nicht in Euro umgetauscht

Zwei Jahrzehnte nach der Einführung des Euro werden noch immer Milliarden an Bargeld in den alten nationalen Währungen gehortet.
28.12.2021 14:55
Deutsche Banknote der vierten Serie, die ab 1989 im Umlauf kam.
Deutsche Banknote der vierten Serie, die ab 1989 im Umlauf kam.
Bild: ZVG

Am 1. Januar 2022 feiert die Europäische Union nicht nur den Jahreswechsel, sondern auch ein Jubiläum: 20 Jahre ist es her, seit der Euro eingeführt wurde. Damals musste die Bevölkerung ihre nationalen Währungen - wie die deutsche Mark oder den französischen Franc - umtauschen. Das haben aber weitaus nicht alle gemacht. 

Umgerechnet sind etwa 8,5 Milliarden Euro nicht gewechselt worden, wie Berechnungen von Bloomberg zeigen. Die Gründe sind unklar: Mögliche Erklärungen reichen von vergessenen Ersparnissen, dem Bargeldversteck unter der Matratze bis hin zu Motiven als Erinnerungsstücke.

Grosse Mehrheit in Deutschland

Die grosse Mehrheit des Bargeldes befindet sich in Deutschland, wo die Beliebtheit der D-Mark anhält (siehe Tabelle unten). Dort sind Berechnungen von Bloomberg D-Mark im Wert von über 6 Milliarden Euro nicht umgetauscht worden.

Die deutsche Bundesbank ihrerseits geht aber davon aus, dass mehr als 12 Milliarden D-Mark in Form von Münzen und Noten noch im Umlauf sind. Die Bundesbank hat erklärt, sie werde den Umtausch von D-Mark auf unbegrenzte Zeit fortsetzen.

Andere Länder sind nicht so geduldig: Frankreich, Spanien und Italien haben alle den Umtausch von altem Geld eingestellt. In Portugal kann man nur noch Papiergeld tauschen - ab Februar 2022 soll damit aber ebenfalls Schluss sein.

Der Euro wurde erstmals am 1. Januar 2002 eingeführt, drei Jahre nach der Einführung der gemeinsamen Währungsunion. Die Gemeinschaftswährung wurde zunächst von zwölf der Mitgliedstaaten des Euroraums verwendet. Zypern, Estland und andere führten den Euro erst einige Jahre später ein.

Die Europäische Zentralbank will nun neue Banknoten entwerfen. Diese sollen bis 2024 neu gestaltet werden. Die Institution könnte zudem noch in diesem Jahrzehnt einen digitalen Euro einführen.

(Bloomberg/cash)