Digitaltag 2019

Weiterbildung - «Man übt heute nicht mehr 40 Jahre lang den gleichen Beruf aus»

Am Dienstag findet in der Schweiz der dritte Digitaltag statt. Was bezweckt der Anlass? Wie soll man sich im digitalen Zeitalter verhalten? Digitalisierungsexperte Urs Haeusler gibt im cash-Video-Interview Antworten.
03.09.2019 01:00
Von Daniel Hügli
Urs Haeusler ist Vorstandsmitglied bei Digitalswitzerland.
Bild: cash

Pendlerinnen und Pendler werden es am Dienstagmorgen bemerken. In vielen Bahnhöfen der Schweiz dreht sich am 3. September alles um das Thema Digitalisierung. Das passiert nicht zufällig: Zum dritten Mal findet in der Schweiz ein nationaler Digitaltag statt. An über 12 Standorten von Genf über Bern bis Lugano gibt es über 300 kostenlose Bühnenshows, Diskussionsrunden, Expos, Mitredemöglichkeiten, Startup Pitches und vieles mehr. Ziel: Digitalisierung soll erlebbar gemacht werden.

Digitale Trends haben allerdings schon seit längerem in vielen Berufen Einzug gehalten. Wozu braucht es denn überhaupt noch einen Digitaltag?

Urs Haeusler, Vorstandsmitglied bei Digitalswitzerland, stellt im cash-Video-Interview die These auf: "Die Kinder, die heute in die Primarschule gehen, werden später zu über 50 Prozent Jobs ausüben, die es heute gar noch nicht gibt. Darauf müssen wir vorbereitet sein." Sprich: Die Digitalisierung wird in Zukunft noch viel deutlicher spürbar sein als heute. Ziel des nationalen Aktionstages ist es demnach, den Dialog rund um das Thema weiter zu fördern und die Leute auf grosse Digitaltrends wie Smart Cities oder Künstliche Intelligenz vorzubereiten.

Im Zeichen der Weiterbildung

Naturgemäss habe der Mensch nicht gerne Veränderungen, so Haeusler. Daher müsse man den gesellschaftlichen Dialog mit dem Digitaltag in Gang bringen: "Politik, Bevölkerung, Sozialpartner, Arbeitnehmer müssen sensibilisiert werden", sagt Haeusler, der CEO der E-Commerce-Firma Valantic CEC Schweiz ist und Startups wie amiando, Jamba! und DealMarket erfolgreich aufgebaut, weiterentwickelt und verkauft hat.

Klare Vorstellungen hat Digitalswitzerland mit nur bei Angestellten, auch von den Arbeitgebern: "Wir möchten, dass sich die Unternehmen dazu verpflichten, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern lebenslanges Lernen zu ermöglichen", so Haeusler. Man übe heute nicht mehr 40 Jahre lang den gleichen Beruf aus. Der diesjährige Digitaltag steht denn auch ganz im Zeichen von Weiterbildung.

Die Organisatorin des Digitaltages, Digitalswitzerland, ist eine gemeinsame Standortinitiative von Wirtschaft, öffentlicher Hand und Wissenschaft, welche die Schweiz zum international führenden digitalen Innovationsstandort gestalten will. Seit der Gründung im September 2015 ist die Initiative auf weit über 150 Mitglieder angewachsen, darunter befinden sich Unternehmen wie Google Schweiz, Ringier, SBB, SRG oder Swisscom. Laut Ringier-CEO und Digitalswitzerland-Initiant Marc Walder ist Digitalswitzerland die grösste Standort-Initiative der Schweiz.

Unterstützt wird der dritte Digitaltag übrigens von höchster Ebene: Bundesrat Guy Parmelin übernimmt das Patronat der Veranstaltungsreihe und Bundesrätin Simonetta Sommaruga setzt den Startschuss der Abendveranstaltung in Bern.

Im Video-Interview gibt Urs Haeusler auch Tipps für digitale Jungunternehmer und sagt, was er am Digitaltag unternimmt.

Infos zum Digitaltag:

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Heft zum Digitaltag mit vielen Interviews