Zehn Gründe für ein gutes Börsenjahr

Die Berenberg Bank nennt zehn gute Gründe, wieso sich die Anleger auch auf das Jahr 2014 freuen dürfen.
09.01.2014 08:37
Von Lorenz Burkhalter
Die Berenberg Bank rechnet mit einem über weite Strecken guten Börsenjahr 2014.
Die Berenberg Bank rechnet mit einem über weite Strecken guten Börsenjahr 2014.
Bild: iNg

Über die Festtage ist es ruhig um die Berenberg Bank geworden. Jetzt melden sich die Strategen des Instituts eindrucksvoll zurück und sagen, weshalb 2014 ein über weite Strecken gutes Jahr für die Anleger werden sollte. In diesem Zusammenhang zählen sie zehn fundamentale Gründe auf:

1. Keine Krise dauert ewig

In weiten Teilen der westlichen Welt hätten die Haushalte, die Unternehmen und die Banken ihre Bilanzen wieder ins Lot gebracht, so die Strategen. Nach dem Kollaps von Lehman Brothers gehe die Welt nun wieder normaleren Zeiten entgegen.

2. Die Geldpolitik zeigt Wirkung

Die nach dem Kollaps von Lehman Brothers getroffenen Massnahmen hätten endlich zu greifen begonnen. Die Haushalte, Unternehmen und Finanzinstitute würden endlich das notwendige Vertrauen in die extrem lockere Geldpolitik der Zentralbanken fassen. Dadurch versprechen sich die Strategen der Berenberg Bank über die Zeit positive Impulse für die Nachfrage.

3. Die Situation in Europa hat sich beruhigt

Das anfänglich zögernde Vorgehen der Europäischen Zentralbank habe vor zwei Jahren zu einer eigentlich unnötigen Rezession geführt und die Bilanz einiger Banken und Finanzinstitute in Mitleidenschaft gezogen. Dadurch verzögere sich die wirtschaftliche Erholung in Europa im Vergleich zu anderen Regionen zwar. Allerdings gehen die Strategen aufgrund der derzeitigen Frühindikatoren dennoch von einer graduellen Wachstumsbelebung aus.

4. Europäische Peripherieländer melden sich zurück

Angeführt von Spanien, Irland und Portugal könnten die europäischen Peripherieländer endlich die Früchte der in der Vergangenheit eingeleiteten Reformen ernten. Die Situation sei vergleichbar mit jener von Deutschland ab 2006, als sich die zwei Jahre zuvor eingeleitete Arbeitsmarktreform ausbezahlt gemacht habe.

5. Weniger Druck seitens der Fiskalpolitik

Bei der Fiskalpolitik seien der USA und Europa im vergangenen Jahr bemerkenswerte Fortschritte gelungen. Ab dem laufenden Jahr werde sich diese deshalb viel weniger in der wirtschaftlichen Entwicklung niederschlagen als bisher. In den USA rechnen die Strategen mit einer Schmälerung des BIP-Wachstums von 2 auf 1,5 Prozent, in Europa von 0,8 auf 0,5 Prozent.

6. Die Zentralbanken werden es nicht vermasseln

Die Inflationsgefahr sei in der westlichen Welt ungewöhnlich gering. Deshalb werde es den Zentralbanken möglich sein, später als in früheren Wirtschaftszyklen gegen das schnell eintretende Nachfragewachstum vorzugehen. Zinsseitig werde es vor dem Frühjahr 2015 zu keinem Umdenken der Währungshüter kommen, so die Strategen.

7. Stabiles China

Dank der hohen Sparquote von 40 Prozent bei den Privathaushalten befinde sich China in einer vorteilhaften Situation. Sie mache es der Volksrepublik möglich, den Geschäftszyklus besser als jegliche andere führende Wirtschaftsnation der letzten zwanzig Jahre zu meistern. Es gebe keine Gründe, jetzt noch eine Krise zu erwarten.

8. Die Schwellenländer finden zur Normalität zurück

Die Schwellenländer seien in die Pubertät gekommen und hätten mit Problemen zu kämpfen. Allerdings habe die US-Notenbank den Märkten einen konkreten Zeitplan für die geldpolitische Drosselung vorgelegt, weshalb eine Schockwelle in Richtung der Schwellenländer unwahrscheinlich sei. Für viele Länder sei die steigende Nachfrage aus den USA wichtiger als die Geldpolitik der amerikanischen Zentralbank Fed.

9. 2014 ist nicht 1914

Die Situation in Asien werde immer wieder mit jener in Europa vor dem ersten Weltkrieg verglichen. Anders als damals könne sich China auf seine Vormachtstellung in der Region verlassen und nach und nach Macht an die umliegenden Länder abgeben. Mit ernsten Konflikten sei nicht zu rechnen, so die Strategen.

10. Das Öl bleibt günstig

Die geopolitische Lager werde die Entwicklung des Ölpreises immer wieder überschatten. Im laufenden Jahr seien die Risiken allerdings geringer als sonst. Ausserdem würden sich die Energiequellen heute weltweit besser verteilen als in der Vergangenheit, was die Gesamtsituation weniger anfällig auf regionale Probleme mache.