Zusätzlich rechne Presto mit 491 Mitarbeitenden, deren Verträge angepasst werden sollen, teilte die Post-Tochter am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit. Dies entspreche rund 28 Vollzeitstellen. Aktuell sind bei Presto 4390 Personen beschäftigt, was 769 Vollzeitstellen entspricht.

Die Massnahmen betreffen laut Presto ausschliesslich Mitarbeitende mit Bezug zur Sonntagszustellung in der Deutschschweiz.

Neu: «Blick fürs Wochenende»

Das Medienhaus Ringier gab am Mittwochabend bekannt, dass die bisherigen Sonntags- und Samstagsangebote der «Blick»-Gruppe zu einem umfangreicheren Wochenendangebot zusammengeführt werden.

Die Gewerkschaft Syndicom kritisierte diesen Entscheid in einer Medienmitteilung vom Donnerstag scharf. «Ringier trägt auch Verantwortung für die Zustellenden von Presto, welche die Sonntagspresse verteilen», so die Gewerkschaft. Das Unternehmen könne die sozialen Folgen nicht einfach auf die Auftragnehmerin abschieben. Viele der Zustellenden seien auf den Zusatzverdienst am Sonntag angewiesen, weil ihre Rente nicht ausreiche.

Syndicom forderte Ringier auf, sich substanziell an einem allfälligen Sozialplan zu beteiligen. Gemeinsam mit dem Post-Konzern als Besitzer von Presto müssten Entlassungen verhindert werden. Falls dies nicht möglich sei, brauche es gute Sozialpläne und einen Fonds für Härtefälle.

Die Einstellung des «SonntagsBlicks» stelle auch einen Einschnitt in die Schweizer Medienlandschaft dar, so die Gewerkschaft. Für die Redaktion sowie die Mitarbeitenden in Produktion und Druck bedeute der Entscheid grosse Unsicherheit.

Presto plant Sozialplan

Presto bedaure die möglichen Auswirkungen auf die betroffenen Mitarbeitenden «sehr», wie die Post-Tochter in der Stellungnahme festhält. Denn auch kleine Pensen seien für viele Betroffene eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle. Das Unternehmen werde alles daransetzen, die Folgen «so sozialverträglich wie möglich» zu gestalten.

Presto führt zudem ein Konsultationsverfahren durch. Die Mitarbeitenden können Auskünfte verlangen und Vorschläge einreichen, wie Kündigungen oder Änderungskündigungen vermieden, begrenzt oder deren Folgen gemildert werden können, schreibt Presto weiter. Zudem nehme Presto Gespräche mit den Sozialpartnern der Post, der Gewerkschaft Syndicom und dem Personalverband Transfair über einen Sozialplan auf.

Der Personalverband Transfair fordert Presto und die Post auf, alles daranzusetzen, die Mitarbeitenden weiterzubeschäftigen. Auch Transfair weist darauf hin, dass viele in kleinen Pensen arbeiteten und auf den Zusatzverdienst angewiesen seien: «Eine Kündigung trifft sie besonders hart.»

(AWP)