Im September hatte der zweitgrösste Schweizer Telekomkonzern eine Überprüfung des Betriebsmodells angekündigt. Als Folge könnten bis zu 450 Vollzeitstellen wegfallen, hiess es. Gemessen an den konzernweit rund 2900 Vollzeitstellen entspricht dies knapp 16 Prozent oder etwa jeder sechsten Stelle.

Da ein grosser Teil der restlichen Belegschaft vom Abbau ausgeschlossen worden sei, befürchten die rund 1750 Mitarbeitenden am Hauptsitz laut der «SonntagsZeitung» nun, dass die Stellenstreichungen überwiegend sie betreffen könnten. In diesem Fall könnte gemäss der Zeitung ein Viertel der Belegschaft in der Zentrale ihren Job verlieren.

Sunrise widerspricht gegenüber der «SonntagsZeitung» und sagt, dass es personelle Auswirkungen an verschiedenen Standorten geben könne. Das Unternehmen spricht von einer «umfassenden Neuausrichtung des Betriebsmodells», bei der sämtliche Geschäftsprozesse untersucht würden.

Der Konzern wolle fit für die Herausforderungen der Zukunft sein und «sich abzeichnende Markt- und Technologieentwicklungen antizipieren», so die Stellungnahme weiter. KI und datengestützte Automatisierung seien dabei «Werkzeuge», die eingesetzt werden könnten, um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Sprecher: «Ganze Reihe von Entwicklungen»

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP führte ein Sunrise-Sprecher aus: «Die Notwendigkeit zur Anpassung des Betriebsmodells und zu einem möglichen Stellenabbau ergibt sich aus den sich abzeichnenden Markt- und Technologieentwicklungen und es gilt, das Unternehmen auf diese Entwicklung der kommenden Jahre auszurichten.» Dabei seien eine ganze Reihe von Entwicklungen zu berücksichtigen, darunter ein zunehmend gesättigter Markt.

Andererseits gehe es um die Frage, wie sich Kundenbedürfnisse, Konsumverhalten, Technologien und Anforderungen an Telekommunikationsunternehmen verändern und wie das Unternehmen seine Ressourcen und Kompetenzen künftig ausrichten muss, um langfristig wettbewerbsfähig und erfolgreich zu bleiben. Neben dem Stellenabbau von bis zu 450 Stellen würden auch externe Faktoren wie Zulieferverträge überprüft.

Der Sprecher betonte: «Der geplante Stellenabbau bezieht sich nicht nur auf den Hauptsitz, sondern könnte zu personellen Auswirkungen an verschiedenen Standorten in der Schweiz führen.» Shop-, Vertriebs- und Kundendienst-Mitarbeitende sowie direkt an der operativen Leistungserbringung beteiligte Mitarbeitende seien weitestgehend und Lernende gänzlich von einem allfälligen Stellenabbau ausgenommen. «Ansonsten sind keine Bereiche per se von der Evaluation ausgenommen.»

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(AWP)