Die USA sind ein wichtiger Verbündeter Saudi-Arabiens, haben Truppen auf einer Luftwaffenbasis in dem Wüstenstaat stationiert und sind auch der mit Abstand wichtigste Waffenlieferant. Das Königreich gerät in dem erneut eskalierten Krieg im benachbarten Jemen auch selbst wieder unter Beschuss und gerät weiter unter Druck wegen Angriffen auf seine Öl-Infrastruktur. Riad bemüht sich deshalb um militärische Hilfe. Die britische Regierung sagte zu, saudische Kampfjets «defensiv» durch Luftbetankung zu unterstützen.

«Wir haben ein Verteidigungsabkommen mit Saudi-Arabien. Wir beabsichtigen, unsere Verpflichtungen dabei zu erfüllen», sagte US-Aussenminister Marco Rubio dem Sender «Fox News». Der Krieg im Jemen sei aber ein bestehender «sehr gefährlicher und komplexer Konflikt». Es habe bisher keine US-Angriffe gegeben, sagte Rubio in Bezug auf neue Luftangriffe seit der jüngsten Eskalation.

Saudischer Kronprinz «wird das nicht vergessen»

«MBS wird das nicht vergessen», zitierte die «Financial Times» Karen Gibson, die frühere Geheimdienst-Chefin beim US-Zentralkommando, das unter anderem für Militäreinsätze in der Golfregion zuständig ist. Mit MBS bezog sie sich auf den saudischen Kronprinzen, der unter diesem Kürzel bekannt ist. Die Absage Trumps zeige, dass die USA nicht unbedingt kämpfen würden, wenn Saudi-Arabien seine wichtigsten Interessen in Gefahr sieht.

Trump drohte zuvor mehrfach damit, die Huthi-Miliz nach ihrer im Juli erklärten «Blockade» für saudische Schiffe im Roten Meer anzugreifen. Die Huthi nahmen dann bei einer Blitzoffensive weitere Teile der jemenitischen Westküste ein und verschafften sich damit noch besseren Zugriff auf die wichtige Meerenge Bab al-Mandab am Eingang zum Roten Meer. Durch diese laufen in normalen Zeiten etwa zehn Prozent des globalen Seehandels.

Frühere US-Angriffe stoppten erst nach Vermittlung des Omans

Die Huthi hatten den Welthandel mit Angriffen auf Schiffe in dieser Region seit 2023 bereits massiv beeinträchtigt. Das US-Militär bombardierte 2024 und 2025 wiederholt Ziele im Jemen im erklärten Versuch, die Angriffe der Miliz auf die Schifffahrt zu stoppen. Die Konfrontation endete erst nach Vermittlung von Jemens und Saudi-Arabiens Nachbarland Oman. Die USA und die EU starteten damals zudem Militäreinsätze, um Handelsschiffe zu schützen.

Trump habe sich gegen die Angriffe entschieden, nachdem US-Kommandeure bereits Ziele im Jemen genehmigt hätten und US-Kampfflugzeuge mit Bomben bestückt worden seien, berichtete die «New York Times».

Etwa zur selben Zeit trafen sich Vertreter der US-Regierung laut Diplomatenkreisen in Riad auch mit Vertretern der Huthi-Miliz zu direkten Gesprächen im Oman. Die Huthi hätten dabei zugesichert, rund um den Bab al-Mandab keine Schiffe der USA und Israels anzugreifen./jot/DP/mis

(AWP)