Ein Wegzug in die USA oder nach Grossbritannien könnte die möglichen finanziellen Belastungen des Instituts durch drohende schärfere Schweizer Kapitalregeln weitgehend ausgleichen, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters aus einem Dokument. Der Regierungsanalyse zufolge wäre ein Umzug nicht einfach. Insgesamt sei zudem eine verlässliche quantitative Analyse der potenziellen Änderungen eines Umzugs schwierig, heisst es laut Reuters in dem Dokument.

Das Finanzdepartement (EFD) habe unter anderem im Auftrag der zuständigen parlamentarischen Kommission Abklärungen zu den möglichen Modalitäten einer Sitzverlegung der UBS aufgrund der vom Bundesrat vorgeschlagenen Kapitalmassnahmen bei der Bank vorgenommen, sagte eine Departementssprecherin am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. «Dabei wurden unter anderem auch die in Medienberichten kolportierten Szenarien beleuchtet.» Zu dem Reuters-Bericht wollte sich das EFD nicht äussern.

Rund 18 Mrd USD zusätzliches hartes Kernkapital

In diesem heisst es weiter, dass die UBS als US-Bank wohl ihre bestehende Struktur aufgeben müsste. Die dort übliche Struktur würde nach Einschätzung der Schweizer Behörden im Wesentlichen genauso viel Kapital binden, wie die von der Schweizer Regierung vorgeschlagenen Regeln, so Reuters weiter.

Bei einem Wegzug nach Grossbritannien würde die UBS zwar von etwas weicheren Regeln für ausländische Tochtergesellschaften profitieren. Allerdings müsste das Schweizer Geschäft der Bank neu mit mehr Eigenkapital unterlegt werden, da es als ausländische Investition ein höheres Risikogewicht erhielte, so Reuters.

Auf Anfrage hiess es von der UBS: «Wir kommentieren keine Spekulationen oder Meinungsäusserungen zu solchen Themen.»

Im Nachgang des CS-Debakels hatte der Bundesrat eine vollständige CET1-Unterlegung der Auslandsbeteiligungen vorgeschlagen. Im September beschloss der Ständerat nun, dass die UBS ihre Auslandstöchter künftig zu 90 Prozent mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegen soll. Jetzt ist der Nationalrat am Zug.

Sollte der Beschluss des Ständerats am Ende des laufenden parlamentarischen Verfahrens bestätigt werden, müsste die UBS eigenen Angaben zufolge zusätzliches hartes Kernkapital (CET1) in der Höhe von rund 16 Milliarden US-Dollar halten. Dies käme zu den zusätzlichen 2 Milliarden an CET1-Kapital hinzu, welche wegen der vom Bundesrat angekündigten Änderungen auf Verordnungsstufe erforderlich seien.

ys/cg

(AWP)