CREDIT SUISSE/UBS I: Finanzministerin Karin Keller-Sutter hat die rechtlichen Hürden bezüglich Boni-Rückzahlungsforderungen gegenüber Managern kritisiert: "Heute sind die Hürden, Manager rechtlich zur Verantwortung zu ziehen, vermutlich zu hoch." Das Obligationenrecht sehe zwar Verantwortlichkeiten vor, sagte Keller-Sutter auf die Frage von "SonntagsBlick", ob ehemalige Credit-Suisse-Topmanager einen Teil ihrer Boni zurückzahlen müssten. "Der Fall Swissair zeigt jedoch, wie schwierig es ist, einzelne Personen zur Rechenschaft zu ziehen. Aber ich bin schon der Meinung, dass man das genau prüfen sollte", so Keller-Sutter im Interview mit der Zeitung. (SonntagsBlick, Siehe auch separate Meldung)

CREDIT SUISSE/UBS II: Am Montag wollen Kleinaktionäre gegen die Übernahme der Credit Suisse beim Handelsgericht in Zürich eine Klage einreichen. Arik Röschke vom Schweizerischen Anlegerschutzverein (SASV) bestätigte gegenüber AWP einen Bericht der "Financial Times", die zuerst darüber berichtet hatte. (siehe auch separate Meldung)

NOVARTIS/SANDOZ: Kommende Woche sollen Einzelheiten über die geplante Abspaltung der Tochter Sandoz bekannt werden. Stimmt die ausserordentliche Generalversammlung Mitte September zu, soll im Oktober der Börsengang erfolgen und Sandoz-Chef Richard Saynor mit dem Unternehmen, das günstige, patentlose Medikamente herstellt, auf eigenen Füssen stehen. (SonntagsZeitung S. 37)

LUXUSGÜTER: Tasche für 30'000 Franken, Schuhe für 2200 Franken. Es kann nicht teuer genug sein Seit Anfang Jahr sind Luxusmarken mit auffälligen Logos weniger gefragt. Stattdessen ist Super-Luxus angesagt, wie die SonntagsZeitung schreibt. Die Kundschaft legt Wert auf dezente Produkte, die noch viel mehr kosten, beispielsweise auf die Birkin Bag von Hermès, die neu und je nach Modell schnell mal über 30'000 Franken kostet und nur nach einer Wartezeit von einigen Jahren erhältlich ist. Oder auf den Stiefel der Marke Loro Piana, die zu LVMH gehört und 2200 Franken gehört. Der Trend zum sogenannten "stillen Luxus" beschert vor allem dem Luxuskonzern Hermès Aufwind - im ersten Halbjahr wuchs der Umsatz um 20 Prozent. Aber auch der französische Luxuskonzern LVMH und das Schweizer Luxushaus Richemont wachsen. Der Wunsch nach hochpreisigem Luxus wird durch die aktuellen Ereignisse in der Welt verstärkt: Die Corona-Pandemie, der Krieg in der Ukraine, die Energiekrise, die steigenden Zinsen und das Bankenbebe in der Schweiz verursachen Unsicherheit. "Luxusmarken stehen für sichere Werte und geben einem gleichzeitig die Möglichkeit, der Realität zu entfliehen", sagt Lucia Malär, Markenforscherin und Dozentin an der Universität Bern. (SonntagsZeitung S.31)

SOLARENERGIE I: Innert 15 Jahren soll jeder Hauseigentümer eine Photovoltaik-Anlage installieren müssen. Das fordern die Grünen mit ihrer Solarinitiative. Der Initiativtext liegt der SonntagsZeitung vor. Die Partei geht damit viel weiter als im Vorfeld angekündigt. Bisher hatte sie bloss eine Solarpflicht für Neubauten und bei grossen Renovationen gefordert. Das linke Lager wird wohl geschlossen hinter dem Volksbegehren stehen. Die SP signalisiert bereits, dass sie die Stossrichtung der nun verschärften Forderung unterstützt. Für Hausbesitzer wäre die Umsetzung der Solarinitiative allerdings einschneidend: Viele müssten bereits Solarzellen installieren, lange bevor eine Dachsanierung ansteht. Das verursacht Zusatzkosten. Eine Solaranlage auf einem Einfamilienhaus kostet nach Abzug der Subventionen etwa 20'000 Franken. Die Hauseigentümer kritisieren: Eine solche Investition treibe Familie mit kleinerem Budget in den Ruin. (SonntagsZeitung, Seite 1,5)

SOLARENERGIE II: Boom von Solar- und Windenergie treibt das Geschäft mit dem Wetter an Stromfirmen sind für Solar- und Windenergie auf günstiges Wetter angewiesen. Davon profitieren auch Schweizer Firmen, die präzise Wetterprognosen anbieten, wie die SonntagsZeitung berichtet. Das Geschäft von Anbietern wie Meteotest aus Bern, Meteoblue aus Basel und Meteomatics aus St. Gallen floriert. Das Wachstum bei den erneuerbaren Energien sei ein wichtiger Treiber für den Boom, bestätigt Beat Schaffner, Chef von Meteotest. Das Unternehmen ist auf Betreiber von Windkraft- und Solaranlagen spezialisiert. Und die wiederum sind auf präzise Wetterdaten angewiesen. Der Grund: Die Photovoltaikproduktion variiert stark, gleichzeitig kann mit präzisen Wetterprognosen der Strombedarf besser eingeschätzt werden. Das wiederum bedeutet: Je besser die Wettermodelle sind, desto besser können Stromproduzenten reagieren und ihre Produktion hoch- oder runterfahren. So entsteht keine Über- oder Unterproduktion, sondern genau jene Menge an Strom, die von Privathaushalten und Firmen benötigt wird. Das wiederum hilft den Stromherstellern, einen guten Preis zu erzielen. Zu den Kunden privater Wetterdienste gehören auch Versicherungen, Schiffsreedereien, Baufirmen, Touristikunternehmen und die Landwirtschaft. (SonntagsZeitung S. 34)

LÖHNE 2024: Die Löhne stagnieren seit vier Jahren  Das Jahr 2024 bringt bei den Gehältern erneut eine Nullrunde. Das zeigt die neue Lohnumfrage der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF), welche die "NZZ am Sonntag" vorab veröffentlicht hat. Demnach wollen die Firmen die Löhne lediglich um 2,0 Prozent anheben. Doch wegen der Teuerung gehen die Beschäftigten unter dem Strich leer aus - und dies zum wiederholten Mal. "Dass die realen Löhne seit vier Jahren nicht mehr steigen, ist aussergewöhnlich", erklärt Arbeitsmarkt-Ökonom Michael Siegenthaler von der KOF. Die Gewerkschaften fordern eine Lohnerhöhung von 5 Prozent. Am 16. September planen Sie eine grosse Kaufkraft-Demo in Bern, um den Druck in den Lohnverhandlungen zu erhöhen. (NZZ am Sonntag S. 21)

SANKTIONEN: Ende Juni sanktionierte der Bundesrat den moldawischen Oligarchen Wladimir Plahotniuc, den früheren starken Mann Moldawiens. Der schwerreiche Politiker habe mitgeholfen, den fragilen Nachbarstaat der Ukraine aktiv zu destabilisieren. Doch die 31 Millionen Franken teure Luxusvilla am Genfer, in der Plahotniucs Familie lebt, ist von den Sanktionen nicht betroffen, wie die SonntagsZeitung schreibt. Und dies, obwohl Moldawien seit 2020 verlangt, dass der Bund die Villa blockiert. Dahinter stecken drei Hochzeiten, zwei Scheidungen, ein Familien-Trust und eine Menge Finanzakrobatik. Der Oligarch sagt, die Villa gehöre seiner Frau. Daten aus dem Datenleck namens "Pandora Papers" sagen etwas anderes. (SonntagsZeitung S.35)

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