UBS-REGULIERUNG: Die Mitglieder der zuständigen Ständeratskommission kamen der UBS laut einem Medienbericht sehr weit entgegen. Die «Schweiz am Wochenende» bezieht sich konkret auf neue Berechnungen des Bundes. Demnach müsste die Grossbank den entscheidenden Teil ihres Eigenkapitals - das «harte Kernkapital» - gar nicht mehr erhöhen. Im Gegenteil, sie könnte es im Vergleich zu heute um 10 Milliarden US-Dollar reduzieren. Das Finanzdepartement spreche in einem Faktenblatt von einem «Überschuss», mit dem bei der UBS «zusätzliches Ausschüttungspotenzial» entstünde, so der Zeitungsbericht. Zwar müsste die Bank gemäss den Vorschlägen der Ständeräte gleichzeitig ihr «erweitertes Eigenkapital» erhöhen (bekannt als AT1). Aber Anleihen in diesem Bereich kosteten die Bank viel weniger, weil sie auch weniger wert seien. Die Basler Rechtsprofessorin Corinne Zellweger-Gutknecht kommt laut der «Schweiz am Wochenende» zum gleichen Schluss wie der Bund. Sie beurteilt den Kommissionsentscheid demnach sehr kritisch: «Diese Lösung ist sogar noch schlechter als der Status quo, die Risiken für die Steuerzahler würden weiter zunehmen.» (SaW, S. 13)

ZKB: Die Rohstoffaktivitäten und das verstärkte Auslandsengagement in der Vermögensverwaltung der ZKB sorgen laut einem Bericht der «NZZ am Sonntag» bei Compliance- und Risk-Experten für Verwunderung. Viele seien der Überzeugung, dass die ZKB insbesondere seit dem Untergang der CS neue Kundengruppen und Geschäftsfelder erschliesse, die die Geschäftsrisiken der Bank erhöhten - und mit ihrem gesetzlichen Auftrag als Staatsbank wenig zu tun hätten. Kritik kommt nun auch von der Politik: «Die SVP beurteilt die zunehmende Auslandexpansion der ZKB kritisch», sagte Tobias Weidmann, Fraktionspräsident der Zürcher SVP, gegenüber der Zeitung. Die ZKB verteidigt sich im Artikel: So erhöhtem zum Beispiel die Auslandaktivitäten im Asset-Management die Diversifikation. (NZZaS, S. 39)

FIRMENABWANDERUNG/JOBABBAU: Vontobel-Wegzug, Job-Kahlschlag bei Burckhardt Compression und Zimmer Biomet: Die Zürcher Volkswirtschaft ist in jüngster Zeit gleich von mehreren Hiobsbotschaften aufgeschreckt worden. Jede Unternehmensleitung stelle sich ständig die Frage, wo sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis antreffe, meint nun der Steuerexperte und Deloitte-Partner Thomas Hug gegenüber der «NZZ». «Für etliche Verwaltungsräte und CEO lautet die Antwort inzwischen: nicht mehr automatisch in Zürich.» Ein grosses Problem seien die Steuern. Zürcher Unternehmen litten je nach Standortgemeinde unter der zweithöchsten oder sogar der höchsten Steuerbelastung der gesamten Schweiz. (NZZ, S. 15)

LANDWIRTSCHAFT: Landwirte in der Milch- und Rinderwirtschaft verdienen laut einer von der «SonntagsZeitung» aufgegriffenen neuen Studie deutlich weniger als bisher angenommen. Eine Untersuchung der Fachhochschule Nordwestschweiz beziffere den Stundenlohn in der Milchproduktion auf 8,30 Franken und in der Rindermast auf 7,90 Franken. Bei der Mutterkuhhaltung seien es lediglich 4,30 Franken. Deutlich höher lägen die Erträge im Pflanzenbau mit knapp 56 Franken beim Zuckerrüben- und 73,60 Franken beim Rapsanbau. Ein Umstieg sei wegen Topografie, Bodenbeschaffenheit und hoher Investitionen jedoch oft kaum möglich. Studienautor Mathias Binswanger fordere deshalb höhere Produzentenpreise. Für einen mit regionalen Durchschnittslöhnen vergleichbaren Verdienst müssten die Preise bei Milch um 77 Prozent, bei Mutterkuhhaltung um 101 Prozent und bei Rindfleisch um 39 Prozent steigen. (SoZ, Seite 37)

DETAILHANDEL: Rossmann und Action mischen den Schweizer Detailhandel auf. Laut der «SonntagsZeitung» bringt der verschärfte Wettbewerb aber auch Nachteile mit sich. So bieten weder Rossmann noch Action hierzulande Lehrstellen an, wie die Zeitung recherchiert hat. Immerhin habe Rossmann beteuert, mittelfristig solche anbieten zu wollen. Damit würde die Drogeriekette dem Beispiel von Decathlon folgen. Der Sportartikelhändler habe zunächst ebenfalls keine Lernenden beschäftigt, inzwischen habe sich das aber geändert. (SoZ, S. 39)

REINIGUNGSINDUSTRIE: Rund jeder achte Haushalt in der Schweiz beschäftigt eine Reinigungskraft. Konservativ geschätzt, arbeiten 75'000 dieser Haushaltshilfen schwarz, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Das alarmiert gemäss dem Blatt Andreas Schollin-Borg, den Gründer des Schweizer Reinigungsunternehmens Batmaid. «Wenn wir es jetzt nicht schaffen, möglichst viele Menschen in die deklarierte Arbeit zu bringen, dann landen diese Menschen später abrupt und ohne Absicherung in der Armut.» Er plädiert deshalb für finanzielle Anreize, damit Privatpersonen ihre illegalen Putzkräfte anmelden. «Der Staat sollte die Putzkräfte subventionieren. Damit würde er die Lücke zur Schwarzarbeit schliessen - und das Geld käme dem Staat über Sozialabgaben langfristig wieder zugute, statt im Schwarzmarkt zu verschwinden», so Schollin-Borg. (SoZ, S. 4)

KAMPFJETS: Ein grosses Thema in der Sonntagspresse ist die Kampfjetbeschaffung. Laut der «NZZ am Sonntag» hat der Bund auch bei den Betriebskosten des F-35 zu grosse Versprechungen gemacht. Armasuisse bestätigte auf Anfrage der Zeitung, dass es keinen Mehrjahresvertrag mit den USA für den Unterhalt gebe. Die SP hat ausserdem nach den jüngsten Enthüllungen zum F-35-Fixpreis laut der «SonntagsZeitung» eine parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) zum VBS gefordert. Noch in der Herbstsession wolle sie dazu eine parlamentarische Initiative einreichen. Laut dem «Sonntagsblick» die Schweiz im übrigen bereits 1,7 Milliarden Franken für die F-35-Kampfjets an die USA überwiesen. Die nächste Rate für die Kampfjet-Beschaffung sei nach aktueller Planung Anfang 2027 fällig. Der Bundesrat gehe inzwischen davon aus, dass die bewilligten sechs Milliarden Franken nur noch für rund 30 Maschinen reichen. (NZZaS, S. 9; SoZ, S. 2, Sobli, S.9)

rw/

(AWP)