UBS: Bank-Chef Sergio Ermotti stellt sich auf eine Verschärfung der Kapitalvorschriften ein, bezeichnet den Kompromiss der Ständeratskommission in einem Interview mit der «NZZ» aber als «verkraftbar». Dieser würde die UBS nach seinen Angaben rund 13 Mrd Dollar zusätzliches Tier-1-Kapital und jährlich 2 Mrd Dollar kosten. Eine vollständige oder 90-prozentige CET1-Unterlegung wäre für die UBS dagegen zu viel. Zugleich kritisierte Ermotti Finma und SNB scharf: Sie seien mitverantwortlich für die CS-Krise, die Behörden hätten zudem kein Interesse daran, die tatsächlichen Lehren daraus zu ziehen. Einen Rücktritt schloss Ermotti vorerst aus. (NZZ, Online verfügbar)

EMS-CHEMIE: Das Trinkwasser der Gemeinde Domat/Ems enthält Rückstände von Trichlorethylen, einem nicht abbaubaren und krebserregenden Stoff. Dieser stammt angeblich aus einer vor rund 30 Jahren stillgelegten Deponie der Firma Ems-Chemie. Klar erwiesen ist die naheliegende Vermutung nicht, weshalb das Bündner Amt für Natur und Umwelt keine Sanierung der Deponie verfügte, sondern lediglich eine Überwachung. Dagegen legten die Gemeinde und die Umweltorganisation WWF Beschwerde beim kantonalen Umweltdepartement ein. Wie der «SonntagsBlick» berichtet, hat dieses nun entschieden, nicht auf die Beschwerde einzutreten. Das Departement kam zum Schluss, sein juristisch als Zwischenentscheid geltender Befund sei nicht anfechtbar. Gemeindepräsident Erich Kohler sagte der Zeitung, die Gemeinde prüfe nun, ob sie den Entscheid vor dem Bündner Obergericht anfechte. Der Gemeindepräsident hielt fest, da eine weitere Verschmutzung des Grundwassers nicht wieder gutzumachen wäre, habe der Kanton eine intensive, engmaschige Überwachung und falls nötig eine Sanierung der Deponie zu veranlassen. (SoBli, S. 24)

ON HOLDING: On-Co-CEO David Allemann bekennt sich im «SonntagsBlick» klar zum Standort Schweiz. Das On Lab in Zürich werde gestärkt, sämtliche sichtbaren On-Produkte würden in Zürich entwickelt und designt, sagte er nicht zuletzt auch mit Blick auf den gerade erst kommunizierten Einstieg ins Fussballgeschäft. Am Hauptsitz beschäftigt das Unternehmen laut Allemann mehr als 1300 Personen, davon über 400 in Forschung und Entwicklung. Sorgen um den Innovationsstandort Schweiz macht er sich grundsätzlich nicht. Die Schweiz verfüge über hervorragende Bildungsinstitutionen und eine hohe Dichte an KI-Ingenieuren. Sie müsse ihre Stärken aber konsequenter nutzen und dürfe sich «nicht selber kleinmachen». Allemann wünscht sich mehr international erfolgreiche Konsumentenmarken, die aus der Schweiz heraus aufgebaut werden. Was heute Schokolade und Uhren als Schweizer Soft Power leisteten, könne künftig auch Innovation leisten. On selbst wolle mit Investitionen in Forschung und Entwicklung zeigen, dass globale Innovationen aus der Schweiz möglich sind. (SoBli, S. 12-14)

MIGROS: Die Migros arbeitet gemäss Informationen der «NZZ am Sonntag» an der Abschaffung ihrer zehn Regionalgenossenschaften. Migros-Direktor Mario Irminger soll sich für eine Einheitsgenossenschaft ausgesprochen haben, wie die Zeitung nach Gesprächen mit Personen aus dem Unternehmen und dessen Umfeld schrieb. Zur Diskussion stünden eine Reduktion auf drei Regionalgenossenschaften oder die Fusion zur Einheitsgenossenschaft. Von einer Einigung sei man nicht weit entfernt, sagte eine Quelle zur Zeitung. Die Migros prüfe auch, wie sich die Reform ohne Urabstimmungen umsetzen liesse, sagten Insider. Die Migros habe nicht bestritten, dass sie intern an einer neuen Organisation arbeite. Einen Entscheid gebe es aktuell nicht, teilte die Detailhändlerin der Zeitung mit. (NZZaS, S. 33)

SBB: Die wegen hoher Kosten und Pannen in die Kritik geratene Personalplanungssoftware Sopre ist laut Informationen von «SonntagsBlick» bei den SBB noch immer im Einsatz. Das System bereite noch immer Probleme, schrieb die Zeitung. 13 Personen seien nach Angaben der SBB mit der Software beschäftigt. Dennoch seien die Lizenzen und Supportleistungen um weitere zweieinhalb Jahre verlängert worden. Wie viel die SBB dafür bezahlen, gibt das Bahnunternehmen demnach unter Berufung auf «berechtigte wirtschaftliche Interessen der Anbietern» nicht bekannt. Die SBB hätten bis heute nicht kommuniziert, wie sehr die Kosten durch Komplikationen von Sopre gestiegen seien, schrieb «SonntagsBlick». Eine erneute Anfrage sei unbeantwortet geblieben. Ab 2028 werde die Software schrittweise ersetzt. (SoBli, S. 20/21)

DIESEL: Wegen des teuren Diesels sind laut Medienberichten Forderungen an die Politik laut geworden. Der Verband der Nutzfahrzeugbranche Astag wandte sich an Finanzministerin Karin Keller-Sutter, wie «Blick» und CH Media schrieben. Der Verband fordere unter anderem die Einführung eines sogenannten Gewerbediesels, schrieb die «Schweiz am Wochenende». Auch der Schweizer Bauernverband reagiert auf die hohen Treibstoffpreise: Er will gemäss «Blick» die höheren Produktionskosten auf die Produkte aufschlagen. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) sehe bislang keinen Handlungsbedarf, beobachte aber die Lage. Es halte Auswirkungen auf die Konsumentenpreise für möglich, teilte das BLW «Blick» mit. (Blick, SaW, S. 4)

EXPORTE: Die Schweizer Exportindustrie profitiert laut der «NZZ am Sonntag» von der Aufrüstung Europas. Spitzentechnologie aus der Schweiz sei sehr gefragt, sagte André Mittmann, Ressortleiter Exportkontrolle Rüstungsgüter beim Staatssekretariat für Wirtschaft zur Zeitung. Der Rüstungseffekt sei spürbar, lasse sich für die gesamte Volkswirtschaft aber nur schwer bemessen, sagte Michael Grass vom Wirtschaftsforschungsunternehmen BAK Economics. Insbesondere für Firmen, die traditionell auf die Autoindustrie ausgerichtet waren, biete die Rüstungsindustrie eine Alternative, schrieb die «NZZ am Sonntag». Die Statistik zu den Kriegsmaterialexporten zeige den Trend nur bedingt. Dual-Use-Güter und nicht bewilligungspflichtige Güter seien darin nicht enthalten. (NZZaS, S. 38)

FLEISCHWIRTSCHAFT: Wegen der vielen Viehschlachtungen diesen Sommer rechnet der Branchenverband Proviande gemäss «Le Matin Dimanche» mit mehr Fleischimporten ab nächstem Jahr. Der Rückgang des Viehbestands könne zu einer Verknappung von Kalbs- und Rindfleisch führen, sagte ein Sprecher des Verbands zur Zeitung. Kurzfristig führten die Schlachtungen hingegen zu einem vorübergehenden Fleischüberschuss, wie die Zeitung schrieb. Zu Preissenkungen in den Supermärkten sei es jedoch nicht gekommen, da Lager- und Tiefkühlkosten anfielen, sagte der Sprecher. Die Auswirkungen auf die Fleischpreise lassen sich ihm zufolge aber erst Mitte November beziffern. (Le Matin Dimanche)

SOZIALE MEDIEN: Axa-Schweiz-Chef Patric Deflorin hat sich in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» für Einschränkungen beim Social-Media-Konsum junger Menschen ausgesprochen. Grund für seine Haltung ist, dass beim Versicherer die Kosten wegen psychischer Erkrankungen stark steigen, wie die Zeitung schrieb. «Die Zahl neuer IV-Fälle wegen psychischer Erkrankungen ist zwischen 2021 und 2025 um 78 Prozent gestiegen», sagte Deflorin. «Allein letztes Jahr mussten wir für neue IV-Fälle 220 Millionen Franken zurückstellen», sagte er. Betroffen sei insbesondere die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen. Die Bildschirmzeit spielt für die mentale Gesundheit nach Einschätzung der Axa eine wesentliche Rolle. (SoZ, S. 31)

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(AWP)