UBS-REGULIERUNG I: Mehrere Parlamentarier von FDP und SVP streben einen neuen Kompromiss bei den Eigenkapitalvorschriften für die UBS an. Die FDP-Nationalräte Hans-Peter Portmann und Marcel Dobler bringen laut der «NZZ am Sonntag» eine Unterlegung der ausländischen Beteiligungen mit 75 Prozent ins Spiel. Die SVP erwäge laut Nationalrat Thomas Matter ebenfalls einen eigenen Vorschlag. Der Ständerat hatte sich für eine Unterlegung von 90 Prozent ausgesprochen, der Bundesrat wollte 100 Prozent. Die UBS hält beide Vorschläge für zu streng. Zuletzt häuften sich wieder Spekulationen über einen möglichen Wegzug oder Zusammenschluss der UBS mit einer ausländischen Bank. Der «SonntagsBlick» berichtet unter Berufung auf eine gut informierte Quelle, dass mindestens acht ausländische Grossbanken Interesse an einer möglichen Fusion signalisiert hätten. Genannt würden etwa die US-Bank Morgan Stanley, die Deutsche Bank und die britische Standard Chartered. (NZZaS, Front u. S. 37/SoBli, Front u. S. 2-6)

UBS-REGULIERUNG II: SNB-Präsident Martin Schlegel hat seine Unterstützung für schärfere Kapitalregeln für die UBS bekräftigt. «Aus Sicht der Finanzstabilität ist eine möglichst hohe Unterlegung am besten», sagte er in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. Ob die Auslandstöchter der Grossbank wie vom Ständerat beschlossen mit 90 Prozent oder wie vom Bundesrat verlangt mit 100 Prozent Eigenkapital unterlegt werden müssten, sei Sache der Politik. Die vom Bundesrat vorgeschlagenen Massnahmen seien aus Sicht der SNB «zielgerichtet und angemessen». Zu einem möglichen Wegzug der UBS sagte Schlegel, die Wahl des Hauptsitzes sei Sache der Bank. «Die Schweiz profitiert sicherlich von der UBS. Die UBS profitiert aber auch von der Schweiz.» («Samstagsrundschau», Radio SRF; siehe separate Meldung)

UBS-REGULIERUNG III: Finanzministerin Karin Keller-Sutter hält einen Wegzug der UBS wegen der geplanten strengeren Kapitalvorschriften für wenig plausibel. Ein solcher Schritt wäre viel teurer als die verschärften Regeln und rechtlich sehr komplex, sagte sie den «CH Media»-Zeitungen. Zudem basiere das Geschäftsmodell der Grossbank auf der Schweiz und der «Swissness». Im Streit um die Regulierung kritisierte Keller-Sutter das Vorgehen der Bank deutlich. Die UBS habe Verschärfungen von Anfang an abgelehnt und sämtliche Vorschläge als extrem bezeichnet. «Sie ist auf tutti gegangen.» Nach dem jüngsten Ständeratsentscheid habe es keinen direkten Kontakt mit UBS-Chef Sergio Ermotti gegeben. Im November trifft die Finanzministerin UBS-Präsident Colm Kelleher im Rahmen eines regelmässigen Austauschs mit Vertretern des Finanzplatzes. (CH Media, S. 10/11; siehe separate Meldung)

SNB: SNB-Präsident Martin Schlegel lehnt zusätzliche Mittel für die Nationalbank zur Bekämpfung des Klimawandels ab. «Die Nationalbank hat nicht die richtigen Instrumente», sagte er in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. Wirksame Mittel lägen in der Hand der Politik. Der SNB zusätzliche Aufgaben in diesem Bereich zu übertragen, lehnt er «klar» ab. Die Nationalbank müsse ihren Fokus auf die Preisstabilität unter Berücksichtigung der konjunkturellen Entwicklung legen. Der Klimawandel sei zwar «eine der grössten Herausforderungen für die gesamte Menschheit», und die SNB analysiere die Risiken für Preis- und Finanzstabilität sowie ihre Anlagen. Diese Risiken wirkten aber meist langfristig. Eine gezielte klimafreundliche Steuerung des SNB-Portfolios hält Schlegel ebenfalls für wenig wirksam. Als kleiner Investor könne die Nationalbank durch den Verkauf einzelner Aktien kaum Einfluss auf den Klimawandel nehmen. («Samstagsrundschau», Radio SRF; siehe separate Meldung)

NESTLÉ: Die jüngste Entwarnung zum Russland-Geschäft von Nestlé ist nicht mit dem Konzernsitz in Vevey abgesprochen worden. Die Aussagen der russischen Nestlé-Gesellschaft spiegeln laut der «NZZ am Sonntag» vielmehr die Position der von Russland eingesetzten Zwangsverwaltung wider. Damit habe die Konzernzentrale die Kontrolle über ihre sechs Fabriken in Russland bereits verloren. Nestlé habe das Russland-Geschäft jedoch nicht aufgegeben und prüfe seine Handlungsoptionen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) und das Schweizer Aussendepartement unterstützten den Konzern auf diplomatischem Weg und wollten ihm eine Darlegung seines Standpunkts gegenüber den russischen Behörden ermöglichen. Experten hielten rechtliche Schritte oder einen Rückzug aus Russland für mögliche Optionen. Auch ein Zwangsverkauf wie beim französischen Konkurrenten Danone sei denkbar. (NZZaS, S. 39)

EMS-CHEMIE: Der Rechtsdienst von Magdalena Martullo-Blochers Ems-Chemie hat SP-Nationalrat Fabian Molina wegen Aussagen zum Russland-Geschäft des Konzerns abgemahnt. Das Unternehmen wirft Molina laut der «SonntagsZeitung» vor, im Parlament «wissentlich falsche und rufschädigende Behauptungen» verbreitet zu haben. Molina habe unter Verweis auf einen Artikel der «Republik» erklärt, die Ems-Tochter Eftec beliefere von Russland aus mutmasslich sanktionierte Rüstungsfirmen. Die «Republik» habe dies jedoch nicht als Tatsache dargestellt, sondern Indizien für entsprechende Geschäfte aufgeführt. Ems-Chemie bestreite die Vorwürfe und erkläre, weltweit nicht im Rüstungsgeschäft tätig zu sein. Molina halte an seinen Aussagen fest und werfe dem Konzern vor, kritische Fragen verhindern zu wollen. (SoZ, Front u. S. 4)

AMAG: Die Schweiz ist laut Amag-Chef Helmut Ruhl bei Elektroautos im europäischen Vergleich deutlich zurückgefallen. Bei der Elektrifizierung der Personenwagen sei sie von Rang 5 im Jahr 2019 auf zuletzt Rang 16 abgerutscht. Gründe seien unter anderem fehlende Lademöglichkeiten für Mieter sowie teilweise falsche steuerliche Anreize. So könne ein elektrischer Mittelklasse-SUV je nach Kanton jährlich bis zu 1000 Franken mehr Steuern kosten als ein vergleichbarer Benziner. Zuletzt habe die Elektromobilität aber Fahrt aufgenommen: Im August seien 30 Prozent der Neuwagen reine Elektroautos gewesen, im September noch etwas mehr. (CH Media, S. 2/3)

ROLEX: Der Genfer Uhrenkonzern bricht mit seinem Grundsatz, keine Einzelstücke anzufertigen: Rolex versteigert laut der «SonntagsZeitung» erstmals vier Unikate für einen guten Zweck. Der Erlös der vier exklusiven Daytona-Modelle, inspiriert von den vier Jahreszeiten, geht vollständig an die Hilfsorganisationen von Ex-Tennisstar Roger Federer und US-Schauspieler Leonardo DiCaprio. Für das Set seien bereits vor der Auktion mehr als 10 Millionen Dollar geboten worden. Schätzungen reichten bis zu 40 oder 50 Millionen Dollar. Die Versteigerung findet am Montag in London statt. (SoZ, S. 41)

TREIBSTOFF: Die Schweiz gehört bei den Treibstoffpreisen zur Weltspitze. Beim Benzin liegt sie laut einer Erhebung der «Neuen Zürcher Zeitung» mit umgerechnet 2,60 Dollar je Liter auf Rang 10, beim Diesel sogar auf Rang 6. Benzin kostet damit etwa doppelt so viel wie in den USA und Japan. Allerdings gibt es noch teurere Länder: An der Spitze liegen beim Benzin etwa Hongkong (4,41 Dollar) und einige europäische Staaten. Hauptgrund für das hohe Schweizer Preisniveau seien die Abgaben. Die Mineralölsteuer macht zusammen mit weiteren Abgaben und der Mehrwertsteuer je nach Marktpreis rund die Hälfte des Zapfsäulenpreises aus. SP-Nationalrat Benoît Gaillard fordert laut «SonntagsZeitung», dass der Bund einen Teil der Pflichtlager für Benzin und Diesel freigibt, um das Angebot zu erhöhen und den Preisdruck zu dämpfen. Die SVP setzt dagegen auf Steuersenkungen und will die Belastung durch Mineralöl- und Mehrwertsteuer reduzieren. (NZZ, S. 25/SoZ, S. 4)

SCHWEIZER HAGEL: Häufen sich extreme Hitze- und Trockenjahre wie 2026, drohen dem Ernteversicherer und vielen Bauern erhebliche finanzielle Probleme. Die Schweizer Hagel werde 2026 einen «riesigen finanziellen Verlust» einfahren und die Landwirtschaft mit bis zu 170 Millionen Franken unterstützen, sagte Firmenchef Adrian Aebi im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Einzelne schlechte Jahre könne der Versicherer auffangen. Trete ein solches Schadensjahr künftig aber jedes dritte Jahr ein, «wird es schwierig». Bei weiter steigenden Schäden müssten die Konditionen angepasst werden. Die Prämien könnten dann für viele Landwirtschaftsbetriebe aber kaum noch tragbar sein. Auch die Bauern litten unter höheren Kosten und tieferen Erträgen. Bei Zuckerrüben, Kartoffeln und Mais hätten die Einbussen 2026 teilweise bis zu 30 Prozent betragen. Aebi fordert höhere Agrarpreise sowie Investitionen in trockenheitstolerantere Sorten und effizientere Bewässerung. (NZZ, S. 13; siehe separate Meldung)

KRANKENKASSENPRÄMIEN: Die Krankenkassenprämien dürften 2027 laut der «NZZ am Sonntag» um 4 bis 5 Prozent steigen. Auch die «SonntagsZeitung» rechnet mit einem Anstieg von gegen 5 Prozent. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider wird die neuen Prämien am Dienstag bekannt geben. Sie habe die Vorgabe gemacht, dass die Bruttokosten der ambulanten Behandlungen um höchstens 4 Prozent steigen dürften. Insider gingen laut der «NZZ am Sonntag» jedoch davon aus, dass dieser Deckel überschritten werde. Für 2028 seien die Aussichten laut der «SonntagsZeitung» besser. Grund sei die vom Volk beschlossene einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen (Efas). Ab 2028 müssten sich die Kantone auch an den ambulanten Gesundheitskosten beteiligen und entlasteten damit die Krankenkassen. Gesamtschweizerisch könnte dieser Effekt die Prämien um rund 2 Prozent dämpfen. (NZZaS, Front u. S. 11/SoZ, Front u. S. 2)

SWISS OLYMPIC: Swiss Olympic muss für 2027 ein Finanzloch von fünf Millionen Franken schliessen. Der Dachverband will laut «SonntagsBlick» deshalb unter anderem die Kosten auf der Geschäftsstelle um 1,7 Millionen Franken senken und 6,6 Vollzeitstellen abbauen. Das entspreche jeder zwölften Vollzeitstelle. Dabei komme es zu drei Kündigungen, den Rest wolle der Verband über natürliche Fluktuationen einsparen. Für 2027 und 2028 sei eine «Brückenstrategie» vorgesehen. Die Auswirkungen auf die geplante Schweizer Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2038 seien noch nicht absehbar. Bei mehreren Sportverbänden sorge die Finanzlage zusammen mit dem geplanten neuen Fördermodell für Unmut. Das Sportparlament soll im November über das Vorgehen befinden. (SoBli, S. 20/21)

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(AWP)