BKW: BKW-Energieproduktionschefin Margarita Aleksieva hält unter den heutigen Bedingungen neue Kernkraftwerke in der Schweiz nicht für realistisch. Selbst wenn man das AKW-Neubauverbot aufheben würde, blieben die gesellschaftliche Akzeptanz, die Risiken beim Bau und Betrieb, die politische Unsicherheit und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sagte die Top-Managerin in einem Interview mit der Zeitung «Schweiz am Wochenende». Die Kosten für ein neues AKW würden eher am oberen als am unteren Ende der Schätzungen von 10 bis 40 Milliarden Franken liegen. Das Konzernleitungsmitglied warnte davor, sich allein auf Stromimporte zu verlassen. Die Schweiz müsse auch Windkraft und Solaranlagen ausbauen. («Schweiz am Wochenende» S. 10f.)

CORONA-HILFEN: Die Kontrollen vor Ort im Zusammenhang mit mutmasslich missbräuchlich verwendeten Kurzarbeitsentschädigungen während der Corona-Pandemie sind laut «SonntagsBlick» abgeschlossen. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) zog demnach eine positive Bilanz: «Für jeden eingesetzten Franken konnten acht Franken zurückgefordert werden.» Das Seco konnte dank seiner Kontrollen 243,53 Millionen Franken an Kurzarbeitsentschädigungen zurückfordern (Stand 2. Oktober 2026). 28,9 Millionen davon stammten vom Online-Reiseanbieter Lastminute, gegen dessen damaliges Management noch ein Strafverfahren bei der Tessiner Staatsanwaltschaft läuft. Die externen Prüfer kosteten bis heute 31,36 Millionen Franken. Bei genauerer Betrachtung seien die Zahlen nicht ganz so eindeutig, schrieb der «SonntagsBlick». Die internen Kosten seien darin nicht enthalten. Zudem heisse zurückgefordert nicht zurückerhalten. Ende 2025 seien noch 133,7 Millionen Franken offen gewesen. Die Arbeitslosenkassen werden gemäss der Zeitung nicht alle unrechtmässig bezogenen Gelder zurückerhalten. Denn einige Firmen seien in Konkurs gegangen. («SonntagsBlick» S. 24-27. Siehe separaten Artikel)

WEF 2027: US-Präsident Donald Trump ist erneut ans Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos GR eingeladen worden. «Alle Staatsoberhäupter der G20-Staaten haben die Einladung bereits auf ihrem Pult», sagte WEF-Direktor und -Chef, Alois Zwinggi zur «Südostschweiz». Bis zum 10. Januar geben die Verantwortlichen jedoch nicht bekannt, wer nach Davos kommt - ausser eine Regierung würde dies ausdrücklich wünschen. Die Schwelle, dass ein Teilnehmer nicht mehr ans WEF eingeladen wird, sei «extrem hoch», sagte Zwinggi. Das WEF verstehe sich als neutrale Plattform, die den Dialog fördern wolle. («Südostschweiz» vom Samstag)

HACKERANGRIFF: Der Bund hat nach einem Datenklau bei einem externen Software-Anbieter der Pensionskasse Publica gemäss «SonntagsBlick» hohe Risiken festgestellt. Er geht von erheblichen Schäden und längerfristigen Auswirkungen für gegenwärtige wie pensionierte Beschäftigte des Bundes aus, wie die Zeitung schrieb. Finanzministerin Karin Keller-Sutter habe am Mittwoch eine entsprechende Informationsnotiz in den Bundesrat eingebracht. Besonders betroffen seien die «Sicherheitsorgane des Bundes», hiess es laut «SonntagsBlick» darin. Der Bund warne intern, dass bestimmte Mitarbeiter von Behörden anderer Länder erkannt, vertieft befragt oder im Extremfall festgesetzt werden könnten. Der Staatssekretär für Sicherheitspolitik, Markus Mäder, habe einen geheimen Auftrag erhalten. Das Verteidigungsdepartement wollte sich laut «SonntagsBlick» dazu nicht äussern. («SonntagsBlick» S. 7)

KI: Ein grosser Teil der Absolventen des ETH-AI-Center wechseln gemäss der «NZZ am Sonntag» zu grossen Techkonzernen. Für die digitale Souveränität der Schweiz sei das ein Problem, sagte Andreas Krause, Leiter des ETH AI Center, zur Zeitung. «Wenn unsere klügsten Köpfe für amerikanische Konzerne arbeiten, liegt die Kontrolle über die Technologie letztlich in den USA», sagte er. Die Big-Tech-Firmen haben Standorte in Zürich. Dadurch hielten die Unternehmen Spitzenkräfte im Land, teilte die ETH Zürich mit. Für mehr Unabhängigkeit brauche es mehr Investitionen in eigene KI-Infrastruktur, forderte die Hochschule. «Wir haben ein grosses Vertrauensdefizit gegenüber künstlicher Intelligenz», sagte der Präsident der Lausanner Wirtschaftshochschule IMD, David Bach, zum «SonntagsBlick». Entscheidend sei nicht nur, an der ETH oder EPFL die besten KI-Forschenden zu haben, sondern hiesige Unternehmen voranzubringen. («NZZ am Sonntag» S. 11 und «SonntagsBlick» S. 16-18)

IMD: Der Präsident der Lausanner Wirtschaftshochschule IMD, David Bach, fordert im «SonntagsBlick» mehr Pensionskassengelder zur Finanzierung von Start-ups. Der Rückgang bei den internationalen Investitionen in der Schweiz sei ein Warnsignal. «Denn die Investitionen von heute sind die Wettbewerbsfähigkeit von morgen», sagte Bach der Zeitung: Hierzulande würden gerade einmal rund 0,02 Prozent der Schweizer Pensionskassenvermögen in Wagniskapital fliessen. In den USA sei der Anteil um ein Vielfaches höher. Dabei würde die hiesige Regulierung deutlich mehr zulassen. Junge Schweizer Unternehmen müssten sich im Ausland finanzieren, gerade auch in den USA. «Teilweise fliesst Schweizer Kapital dorthin, weil die entsprechenden Anlagemöglichkeiten hier fehlen. Das ist für die Wettbewerbsfähigkeit und den Wohlstand der Schweiz nicht gut», sagte der IMD-Präsident. («SonntagsBlick» S. 16-18. Siehe separaten Artikel)

VILLIGER: Der Schweizer Tabakkonzern Villiger stellt seine Produktion im süddeutschen Tiengen nach 115 Jahren ein, wie der «SonntagsBlick» unter Berufung auf die deutsche Zeitung «Südkurier» schreibt. Das Unternehmen will nun bis Ende 2027 die Herstellung von Zigarren und Zigarillos schrittweise an den Hauptsitz in Pfeffikon LU und in die Fabrik im indonesischen Jember verlegen. Allerdings bleiben in Tiengen Logistik und Vertrieb. Wegen der Neuausrichtung fallen 40 von derzeit 190 Jobs weg. («SonntagsBlick» S. 15)

BAHNVERKEHR I: Im Hitzesommer haben sich die Gleise der SBB nach Informationen der «SonntagsZeitung» aussergewöhnlich oft verformt. «Insgesamt haben wir 97 Verwerfungen und Verdrückungen verzeichnet», sagte Beat Deuber, Leiter des Bereichs Netzdesign, Anlagen und Technologie der SBB, der Zeitung. Trotz der Zunahme der Vorfälle sehen die SBB demnach keine unmittelbare Gefahr von Entgleisungen. Das Bahnunternehmen verfüge über ein «dichtes Monitoring-Netz». Kritischer ist laut der «SonntagsZeitung» ETH-Professor Patrick Braess. «Irgendwann geht etwas schief - jetzt einfach abzuwarten, bis etwas passiert, ist potenziell fatal», sagte der Experte für Bahninfrastruktur. In den Zahlen der SBB seien Verformungen der Gleise von anderen Bahnunternehmen nicht inkludiert. «SonntagsZeitung» S. 1 und 5)

BAHNVERKEHR II: Ein Einzelfall eines Zürcher ÖV-Passagiers könnte laut den Tamedia-Zeitungen Folgen für das gesamte Tarifsystem haben. Der Verband öffentlicher Verkehr, die Branchenorganisation Alliance Swiss Pass und das Bundesamt für Verkehr (BAV) werden an ihrer nächsten Sitzung beraten, wie der Entscheid in der Praxis umgesetzt werden soll, wie die Ombudsstelle öffentlicher Verkehr dem Medienhaus mitteilte. Der Passagier hatte einen Bussen-Streit gegen den Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) gewonnen. Er schaltete die Ombudsstelle ein und zog vor den Friedensrichter, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Mittwoch berichtete. Der ZVV nahm seinerseits Kontakt mit dem BAV auf. Das Bundesamt gab dem Passagier recht. («Tages-Anzeiger» vom Samstag, S. 38)

SCHWEIZ-EU: Schweizer Firmen und Organisationen lobbyieren nach Angaben der «NZZ am Sonntag» in Brüssel stärker als viele Akteure aus EU-Ländern. 387 Firmen, Verbände und andere Organisationen aus der Schweiz sind in Brüssel registriert, wie die Zeitung aus Zahlen der Organisation Lobby Facts entnahm. Nur neun EU-Länder haben demnach mehr eingetragene Organisationen. An der Spitze stehe Belgien mit 2784 registrierten Akteuren. Der hohe Bedarf an Lobbyarbeit zeigt laut der «NZZ am Sonntag», wie viele Bereiche der EU-Regulierungen Schweizer Unternehmen betreffen. Wirtschaftsvertreter seien sich aber nicht einig, ob und wie die EU-Verantwortlichen Inputs aus der Schweiz berücksichtigen würden. («NZZ am Sonntag» S. 43)

DETAILHANDEL: Nach dem Ende der Alnatura-Supermärkte expandiert die Westschweizer Bio-Kette Kiss the Ground in die Deutschschweiz, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. In Bern betreibt sie bereits den grössten Bioladen der Schweiz, eine Filiale in Basel wird nächsten Monat eröffnet. Kiss the Ground bewarb sich für die Übernahme mehrerer leer gewordener Alnatura-Lokalitäten, kam aber kaum zum Zug. «Wir halten aber in jeder Stadt mit über 20'000 Einwohnerinnen und Einwohnern Ausschau nach geeigneten Standorten», sagt einer der Gründer gegenüber der «SonntagsZeitung». («SonntagsZeitung» S. 39)

RUSSLAND: Die Schweizer Techfirma Thommen Aircraft Equipment (TAE) ist nach Angaben der «Schweiz am Wochenende» von einem russischen Handelsgericht zu Geldzahlungen verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Firma Vorinkasso erhalten, die bestellte Ware aber nicht geliefert habe, wie das Medienhaus gestützt auf Gerichtsunterlagen schrieb. «Zu Unternehmensangelegenheiten nehmen wir keine Stellung», sagte TAE-Geschäftsleiter Daniel Grosch zur «Schweiz am Wochenende». Grosch könnte sich laut der Zeitung auf ein Bundesgerichtsurteil berufen, das Schweizer Gesellschaften die Überweisung von Geldern an sanktionierte Firmen verbietet. Der Klage habe die Kazan Helicopter Plant angestrengt. Diese Firma ist seit April 2023 von der Schweiz vollumfänglich sanktioniert und gehört zum russischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern Rostec, wie die «Schweiz am Wochenende» schrieb. («Schweiz am Wochenende» S. 15)

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(AWP)