MIGROS: Die Migros dürfte nach ihrem geplanten Konzernumbau langfristig wieder mehr Mitarbeitende beschäftigen. «Wenn dieser Umbau erfolgreich ist, wird die Migros in zehn Jahren mehr Mitarbeitende haben als heute», sagte Verwaltungspräsidentin Ursula Nold im Interview mit der «SonntagsZeitung». Zwar würden im Management und in den zentralen Funktionen der zehn Regionalgenossenschaften Stellen wegfallen, weil Doppelspurigkeiten beseitigt würden. In den Filialen werde sich für die meisten Mitarbeitenden hingegen nichts ändern. Betroffenen Angestellten wolle die Migros neue Beschäftigungsmöglichkeiten innerhalb der Gruppe anbieten und einen grosszügigen Sozialplan bereitstellen. Laut Nold stellt der Detailhändler jedes Jahr rund 10'000 neue Mitarbeitende ein. Den Abgang von Konzernchef Mario Irminger bedauere sie. Sie hätte ihn gerne länger im Unternehmen behalten. Für seine Nachfolge werde sowohl intern als auch extern gesucht. (SoZ, S. 14-15, siehe auch separate Meldung)

MIGROS II: Der Detailhändler Migros will seine rund 2,3 Millionen Genossenschafter künftig direkt am Gewinn beteiligen. Wie die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf Recherchen schreibt, soll damit die Zustimmung zur geplanten Einheitsgenossenschaft gewonnen werden. Das neue Modell soll über das bestehende Treueprogramm Cumulus hinausgehen und auch die Nutzung von Angeboten der Migros Bank, von Activ Fitness, Medbase, Digitec oder Denner berücksichtigen. Als Vorbild diene die Mobiliar, die ihre Kunden über Prämienrabatte am Unternehmenserfolg beteiligt. Eine Arbeitsgruppe arbeite derzeit an den Einzelheiten, bestätigte die Migros der Zeitung. «Der Grundsatz ist entschieden, die Ausgestaltung noch nicht.» Bei einem Jahresgewinn von 600 Millionen Franken und einer Ausschüttungsquote von beispielsweise 30 Prozent könnten laut der Berechnung eines Kadermitglieds rund 80 Franken pro Genossenschafter verteilt werden. Offen sei, ob das Vorhaben bis zur Urabstimmung über die Einheitsgenossenschaft im Sommer 2027 spruchreif werde. (NZZaS, S. 33-35)

MIGROS III: Der Detailhändler Migros könnte durch eine Straffung seiner Verwaltungsstrukturen 1500 bis 3000 Stellen einsparen. Zu diesem Schluss kommt der «SonntagsBlick» auf Basis einer eigenen Auswertung der Beschäftigtenzahlen der zehn Regionalgenossenschaften. Demnach arbeitet die Migros in ihren Supermärkten mindestens so effizient wie die Konkurrentin Coop. Während die Migros auf 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche geschätzte 18,5 bis 19,5 Vollzeitstellen benötigt, sind es bei Coop knapp 20. Deutlich grösser sei das Einsparpotenzial in den übergeordneten Strukturen. Neben den zehn Regionalgenossenschaften beschäftigt der Migros-Genossenschafts-Bund 2631 Mitarbeitende und die Migros Supermarkt AG weitere 750. Mit der geplanten Zusammenlegung der Regionalgenossenschaften könnten Doppelspurigkeiten beseitigt werden. Allerdings müsse die Migros laut Experten auch ihr Sortiment stärker auf preisbewusste Kunden ausrichten, um verlorene Marktanteile zurückzugewinnen. (SoBli, S. 30-31)

MIGROS IV: Der geplante Zusammenschluss der zehn Migros-Regionalgenossenschaften könnte am Widerstand in der Westschweiz scheitern. Wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet, deutet sich bei der Beurteilung der Reform ein Röstigraben an. In einer nicht repräsentativen Online-Umfrage von CH Media in der Deutschschweiz hätten sich rund 70 Prozent der etwa 700 Teilnehmenden wohlwollend gegenüber der Reform geäussert. In einer Umfrage des Portals «Watson» in der Romandie hätten hingegen lediglich 41 Prozent der rund 120 Teilnehmenden die Pläne unterstützt. Konzernchef Mario Irminger hatte bereits darauf hingewiesen, dass die Ausgangslage in der Deutschschweiz anders sei als in der Romandie und im Tessin. Für den Zusammenschluss braucht es in allen Regionalgenossenschaften eine Zweidrittelmehrheit bei einer Stimmbeteiligung von mindestens 25 Prozent. (SaW, S. 14)

MICASA: Beim ehemaligen Migros-Möbelhändler Micasa kommt es nach dem Verkauf an neue Investoren zu einem Chefwechsel. Der bisherige CEO Philipp Agustoni verlässt das Unternehmen, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Agustoni habe seinen Abgang auf Linkedin bekannt gegeben, ohne Gründe dafür zu nennen. Noch vor wenigen Wochen habe es geheissen, dass er nach dem Eigentümerwechsel operativ an Bord bleiben werde. Laut der Medienstelle erfolgte die Trennung einvernehmlich. Die Nachfolge übernimmt der bisherige Stellvertreter Manuel Landolt. Die neuen Investoren stammen laut dem Bericht aus der Schweiz, wollen ihre Namen allerdings nicht öffentlich machen. (SoZ, S. 35)

MICASA II: Nach dem erneuten Eigentümerwechsel beim ehemaligen Migros-Möbelhändler Micasa übernimmt die Treuhänderin Beatrix Ferkinghoff das Verwaltungsratspräsidium. Die in der Schweizer Detailhandelsbranche bislang unbekannte Ferkinghoff wurde per 30. Oktober ernannt, wie die «Schweiz am Wochenende» unter Berufung auf das Handelsamtsblatt berichtet. Sie ist auch Verwaltungsrätin der Logistikfirma Jung Stein in Dietikon. Ob diese zur neuen Investorengruppe gehört, liess Micasa offen. Gleichzeitig verlässt der bisherige CEO Philipp Agustoni das Unternehmen im gegenseitigen Einvernehmen. Sein bisheriger Stellvertreter Manuel Landolt übernimmt die operative Führung und verbleibt als einziges Mitglied des bisherigen Führungskreises im Verwaltungsrat. Micasa hatte Anfang Oktober angekündigt, vier seiner dreissig Filialen zu schliessen. Die Standorte in Crissier, Langendorf, Brügg und Buchs werden bis Ende Januar 2027 aufgegeben. (SaW, S. 15)

RUAG/SBB: Nach den jüngsten Betrugsfällen bei den Bundesbetrieben Ruag und SBB fordern Politiker strengere Kontrollen. Der ehemalige Mitte-Präsident Gerhard Pfister verlangt insbesondere mehr Kompetenzen für die Eidgenössische Finanzkontrolle (EFK). «Die EFK braucht mehr Kompetenzen und sollte auch die Möglichkeit haben, Akteure mit Sanktionen zu belegen», sagte er der «NZZ am Sonntag». Auch SP-Co-Präsident Cédric Wermuth spricht sich für eine Stärkung der Finanzkontrolle aus. Diese verfüge derzeit über rund 130 Vollzeitstellen, während vergleichbare Länder zwei- bis dreimal so viele Kontrolleure beschäftigten. FDP-Co-Präsident Benjamin Mühlemann fordert seinerseits, die Strukturen der bundesnahen Betriebe zu überprüfen. Der frühere EFK-Direktor Michel Huissoud kritisiert zudem, dass frühere Warnungen seiner Behörde ignoriert worden seien. Die EFK habe bereits 2016 auf gravierende Unregelmässigkeiten bei der Ruag hingewiesen. (NZZaS, S. 13)

RUAG: Beim bundeseigenen Rüstungskonzern Ruag haben sich die mutmasslichen Verfehlungen über Jahre hinweg auf mehrere Geschäftsbereiche erstreckt. Wie die «Neue Zürcher Zeitung» unter Berufung auf den am Freitag veröffentlichten Untersuchungsbericht schreibt, soll eine südafrikanische Tochtergesellschaft als Plattform zur Umgehung von Exportvorschriften gedient haben. Zudem sollen ehemalige Mitarbeiter Bestätigungen für Wartungsarbeiten an Leopard-2-Panzern gefälscht und technische Zeichnungen an nicht zugelassene Dritte weitergegeben haben. Der Konzern fordert von zehn Personen insgesamt rund 51 Millionen Euro Schadenersatz. Der Bund will nun auch seine eigene Rolle als Eigentümer überprüfen. (NZZ vom Samstag, S. 9)

RUAG II: Der jüngste Untersuchungsbericht zum Panzerskandal beim bundeseigenen Rüstungskonzern Ruag zeigt zahlreiche weitere mutmassliche Unregelmässigkeiten ehemaliger Mitarbeitender. Wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet, wurden unter anderem Ersatzteile für Leopard-Panzer weit unter ihrem tatsächlichen Wert weiterverkauft. So habe die Ruag 2020 in den Niederlanden ein Ersatzteilpaket für 4,5 Millionen Euro erworben. Ein Mitarbeiter habe gleichzeitig den Weiterverkauf eines Grossteils der Teile für rund 3 Millionen Euro an eine ihm nahestehende Gesellschaft eingefädelt, obwohl deren tatsächlicher Wert 48,8 Millionen Euro betragen habe. Dieselbe Gesellschaft habe später 17 Leopard-2-Geschützrohre kostenlos erhalten, deren Wert bei jeweils über 100'000 Euro gelegen habe. In einem weiteren Fall seien zwischen 2018 und 2025 insgesamt 8,47 Millionen Euro von einer beteiligten Gesellschaft auf das gemeinsame Konto eines ehemaligen Mitarbeiters und seiner Ehefrau geflossen. Verteidigungsminister Martin Pfister sprach von erheblicher «krimineller Energie». (SaW, S. 4)

SWISS: Die Fluggesellschaft Swiss will die stark gestiegenen Kerosinkosten teilweise durch höhere Ticketpreise auffangen. «Das trifft uns hart, denn Kerosin ist unser grösster Kostenposten», sagte Swiss-Chef Jens Fehlinger im Interview mit der «SonntagsZeitung». Zwar seien die Treibstoffpreise bis Ende 2026 noch zu 80 Prozent abgesichert, Anfang 2027 sinke dieser Anteil jedoch auf 50 Prozent. Deshalb müsse die Airline die höheren Kosten zunehmend an die Passagiere weitergeben. Wie stark die Ticketpreise steigen, hänge von Angebot und Nachfrage ab. Im Extremfall könnten auch Flüge ausfallen. Neben den hohen Ölpreisen erschwerten gesperrte Lufträume und anhaltende Lieferprobleme bei Flugzeugtriebwerken das Wachstum. Die Swiss würde gerne stärker expandieren, könne aber wegen der Einschränkungen derzeit nicht im gewünschten Ausmass wachsen. (SoZ, S. 36-37, siehe auch separate Meldung)

SWISS II: Swiss-Chef Jens Fehlinger warnt angesichts der festgefahrenen Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag mit den Piloten vor einem Streik. «Ein Streik wäre für niemanden gut. Nicht für unsere Gäste, nicht für unsere Pilotinnen und Piloten und auch nicht für die vielen anderen Mitarbeitenden», sagte er im Interview mit dem «SonntagsBlick». Der bisherige Gesamtarbeitsvertrag läuft Ende Jahr aus. Fehlinger zeigte sich offen für eine externe Moderation oder Mediation, um eine Einigung zu erzielen. Die Piloten forderten eine bessere Planbarkeit ihrer Freizeit. Die Swiss habe der Gewerkschaft bereits ein Angebot mit konkreten Verbesserungen unterbreitet, benötige im Gegenzug aber mehr Flexibilität. Derzeit beschäftige die Airline etwa gleich viele Piloten wie vor der Corona-Pandemie, diese flögen allerdings weniger. Zudem bestätigte Fehlinger das Ziel, die Zahl der administrativen Stellen um rund 10 Prozent zu reduzieren. Entlassungen seien nicht geplant. Vielmehr solle der Abbau über freiwillige Massnahmen und natürliche Fluktuation erfolgen. (SoBli, S. 28-30, siehe auch separate Meldung)

SWISSMEM/SWISSMECHANIC: Der geplante Zusammenschluss der beiden Industrieverbände Swissmem und Swissmechanic ist am Widerstand mehrerer Regionalverbände gescheitert. Wie die «SonntagsZeitung» berichtet, sprachen sich zwei wichtige Regionalsektionen von Swissmechanic sowie der Westschweizer Regionalverband GIM gegen die Fusion aus. Dabei hatte die Delegiertenversammlung von Swissmechanic dem Vorhaben noch am vorangegangenen Samstag zugestimmt. Bereits am Montag gab Swissmem jedoch bekannt, dass die Fusion wegen mangelnder Unterstützung beim Partnerverband nicht zustande komme. Die beiden Verbände wollten einen gemeinsamen Verband der Schweizer Techindustrie mit mehr Dienstleistungen für die Mitglieder und grösserem politischem Einfluss schaffen. (SoZ, S. 35)

SCHWEIZ/CHINA: Die Schweiz und China haben das modernisierte Freihandelsabkommen unterzeichnet. Bundespräsident Guy Parmelin und der chinesische Staatschef Xi Jinping besiegelten den Vertrag am Freitag in Peking, wie die «Neue Zürcher Zeitung» berichtet. Mittelfristig sollen damit 99,8 Prozent der Schweizer Ausfuhren nach China zollfrei werden. Laut dem Wirtschaftsdepartement könnten Schweizer Unternehmen dadurch jährlich rund 244 Millionen Franken einsparen. Profitieren dürften neben der Maschinen-, Pharma- und Chemieindustrie vor allem die Uhrenhersteller. Linke Kreise drohen allerdings bereits mit einem Referendum, falls Arbeits- und Menschenrechte im Vertrag aus ihrer Sicht ungenügend berücksichtigt werden. (NZZ vom Samstag, S. 9)

EU-VERTRÄGE: Ständeräte wollen verhindern, dass das Bundesgericht Schweizer Sonderregeln zu den neuen EU-Verträgen aushebelt. Dazu soll die sogenannte Schubert-Praxis, wonach bewusst von internationalen Verträgen abweichendes Schweizer Recht innerstaatlich Vorrang erhält, gesetzlich oder in der Verfassung verankert werden. Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, hat die Staatspolitische Kommission des Ständerats dazu eine Vernehmlassung eröffnet. Auch die Umwelt- und Energiekommission unterstützt eine gesetzliche Regelung. Hintergrund sind unter anderem die vom Ständerat beschlossenen Einschränkungen beim neuen Daueraufenthaltsrecht für EU-Bürger. «Nach bisherigen Erfahrungen vertraue ich dem Bundesgericht zu wenig», sagte FDP-Ständerat Andrea Caroni der Zeitung. Die Präsidentin der Staatspolitischen Kommission, Mitte-Ständerätin Heidi Z'graggen, möchte die Vorlage bereits in der Frühjahrssession 2027 ins Parlament bringen und möglichst mit dem EU-Vertragspaket verknüpfen. (NZZaS, S. 15)

BILATERALE III: Die neuen Verträge zwischen der Schweiz und der EU könnten an der Hürde des Ständemehrs scheitern, selbst wenn sie vom Volk deutlich angenommen werden. Laut einer neuen Analyse des Forschungsbüros Sotomo im Auftrag von Economiesuisse wäre bei einer Zustimmung von knapp 58 Prozent das Ständemehr mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent erreicht, wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet. Bisher sei vielfach angenommen worden, dass dafür bereits 55 Prozent Ja-Stimmen ausreichen würden. Bei einer Zustimmung von 55 Prozent liege die Wahrscheinlichkeit für das Ständemehr gemäss den Berechnungen allerdings nur bei rund 50 Prozent. Bei 52 Prozent Ja-Stimmen sinke sie auf 5 Prozent. Das Parlament muss noch entscheiden, ob das Vertragspaket neben dem Volksmehr auch das Ständemehr benötigt. (SaW, S. 5)

RÜSTUNGSINDUSTRIE: Der Mitgründer des Schweizer Drohnensoftwareunternehmens Auterion, Kevin Sartori, warnt vor einer zunehmenden Abschottung der Schweizer Technologiebranche. Die restriktiven Exportbestimmungen erschwerten Schweizer Unternehmen den Zugang zu internationalen Märkten und könnten weitere Firmen zur Abwanderung bewegen, sagte er der «NZZ am Sonntag». Bei Herstellern komplexer Systeme sei die Haltung «China-free and Swiss-free» bereits weit verbreitet. Auch Unternehmen, die lediglich zivile und militärisch nutzbare Technologien herstellten, seien davon betroffen. Die Schweizer Drohnenindustrie sei technologisch seit Jahren führend, inzwischen aber von der deutschen Konkurrenz überholt worden. Als Gründe nennt Sartori neben regulatorischen Hürden auch den schwierigeren Zugang zu Kapital und Aufträgen. Eine Ablehnung der Lockerung des Kriegsmaterialgesetzes Ende November wäre aus seiner Sicht ein schwerer Rückschlag und würde das verlorene Vertrauen in die Schweiz weiter schwächen. (NZZaS, S. 12)

KANTONALBANKEN/FINMA: Die Schweizer Kantonalbanken wehren sich gegen die geplante Ausweitung der Kompetenzen der Finanzmarktaufsicht Finma. Der Vernehmlassungsentwurf des Bundesrats lese sich über weite Strecken wie ein «Wunschzettel der Finma», sagte Oliver Buschan, Direktor des Verbands Schweizerischer Kantonalbanken, der «NZZ am Sonntag». Er befürchtet die Entstehung einer mächtigen Behörde mit erheblichem Willkürpotenzial. Besonders kritisch sieht er die geplante Bussenkompetenz und das neue Verantwortlichkeitsregime für Bankmanager. Letzteres würde laut dem Verband 19 der 24 Kantonalbanken betreffen und erhebliche zusätzliche Kosten verursachen. Der Bundesrat rechnet mit jährlichen Kosten von bis zu 3 Millionen Franken pro Institut, bei der Zürcher Kantonalbank möglicherweise noch mehr. Buschan fordert stattdessen eine Expertenkommission, die den tatsächlichen Regulierungsbedarf prüfen soll. Die Finma weist die Kritik zurück und verweist darauf, dass die neuen Instrumente an anderen wichtigen Finanzplätzen längst üblich seien. (NZZaS, S. 39)

KANTONE: Der Kanton Zürich gehört beim Wirtschaftswachstum zu den Schlusslichtern der Schweiz. Zwischen 2011 und 2024 stieg das Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Kopf lediglich um 2 Prozent, womit Zürich auf dem drittletzten Platz landete, wie die «Neue Zürcher Zeitung» auf Basis neu berechneter Daten des Bundesamts für Statistik (BFS) berichtet. Deutlich stärker entwickelte sich die Innerschweiz. So legte das Pro-Kopf-BIP im Kanton Zug um 66 Prozent zu, in Schwyz um 39 Prozent und in Nidwalden um 33 Prozent. Schweizweit betrug das Wachstum 17 Prozent. Allerdings sind die Zahlen mit Vorsicht zu interpretieren: Das BFS hat die Berechnungsmethode grundlegend geändert, was insbesondere bei den wachstumsstarken Kantonen zu erheblichen statistischen Anpassungen führte. (NZZ vom Samstag, S. 27)

STROMVERSORGUNG: In der Schweizer Stromreserve klafft ausgerechnet vor dem Winter eine Lücke. Das bisherige Reservekraftwerk in Birr im Kanton Aargau musste wegen fehlender Bewilligungen abgebaut werden, während die Ersatzanlage erst Ende Januar 2027 betriebsbereit sein wird, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Damit fehlen während zweier Wintermonate 250 Megawatt Reserveleistung. Zusätzlich verschärft wird die Situation durch den angespannten europäischen Gasmarkt infolge des Iran-Kriegs. Anders als die bisherige Anlage kann das neue Kraftwerk von Ansaldo Energia ausschliesslich mit Erdgas und nicht auch mit Heizöl betrieben werden. Energieexperten kritisieren die Planung. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) verweist hingegen darauf, dass die kritischste Phase für die Stromversorgung erst von Februar bis April zu erwarten sei. Die mittlerweile zurückgebaute Anlage von GE Vernova kostete laut Zeitung 470 Millionen Franken, die Umrüstung der neuen Anlage von Ansaldo Energia weitere 275 Millionen. (NZZaS, S. 36)

WEF: Klaus Schwab ist erstmals seit seinem Rücktritt wieder in einem offiziellen Umfeld des Weltwirtschaftsforums (WEF) aufgetreten. Der 88-jährige Gründer traf sich diese Woche in Peking mit Nachwuchsführungskräften aus den WEF-Netzwerken «Young Global Leaders» und «Global Shapers», wie die «Schweiz am Wochenende» berichtet. Nach Informationen der Zeitung wird darüber diskutiert, ob Schwab im Januar 2027 wieder am WEF-Jahrestreffen in Davos teilnehmen könnte. Ein neues Buch des «Bilanz»-Chefredaktors Dirk Schütz zeichnet derweil anhand interner Dokumente nach, wie Schwab im April 2025 innerhalb von 33 Stunden zum Rücktritt gedrängt wurde. Für seine Nachfolge könnte EZB-Präsidentin Christine Lagarde wieder infrage kommen. Auch der ehemalige Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand werde hinter den Kulissen als möglicher Kandidat genannt. (SaW, S. 13)

JUST EAT: Der Essenslieferdienst Just Eat könnte mit seinem geplanten Wechsel zu einem Plattformmodell in der Schweiz auf rechtliche Hindernisse stossen. Das Unternehmen will einen grossen Teil seiner rund 700 Kuriere entlassen und Aufträge künftig flexibel über eine Plattform vermitteln, wobei die Fahrer pro Lieferung bezahlt würden. Schweizer Gerichte hätten vergleichbare Geschäftsmodelle des Konkurrenten Uber Eats allerdings wiederholt infrage gestellt, berichtet die «Schweiz am Wochenende». Zudem könnte das Postgesetz zum Hindernis werden. Das Bundesverwaltungsgericht habe Ende Juni entschieden, dass Uber Eats aufgrund seines erweiterten Liefersortiments als Postdienstleister gelte und damit branchenübliche Arbeitsbedingungen einhalten müsse. Uber Eats habe den Entscheid ans Bundesgericht weitergezogen. Sollte dieser bestätigt werden, könnte dies auch Folgen für die Umstrukturierung bei Just Eat haben. (SaW, S. 15)

jl

(AWP)