Mitte letzter Woche hatte der Verband der Haus- und Kinderärzte Schweiz den neuen Arzttarif Tardoc scharf kritisiert: Dieser werte die Hausarztmedizin nicht auf und die Gesamtkosten im ambulanten Bereich seien sogar gestiegen.

Ein Ziel des ambulanten Tarifs wäre es gewesen, die Hausärztinnen und Hausärzte finanziell besser zu stellen. Aber «wir sehen nach Analyse der ersten Daten nicht, dass sich die Lage der Grundversorger wirklich verbessert hätte», sagte Schenker. Wenn sich auch bis Ende Jahr keine Verbesserung zeige, dann müssten weitere Massnahmen ergriffen werden.

Es dürfe keine zu grossen Unterschiede zwischen den Hausärzten und den Spezialärzten geben. Das sei «schlichtweg nicht gerechtfertigt». Aber der Vorteil der neuen Tarifstruktur sei, dass diese konstant angepasst und verbessert werden könne, sagte Schenker.

Leider zeigten ihre Daten auch, «dass gewisse Spezialbereiche überschiessen» würden, zum Beispiel die Augenärzte und die Dermatologinnen. Möglicherweise sei etwas falsch in der Tarifstruktur. Dann wäre es auch möglich, dass gewisse Spezialärzte versuchten, mehr Umsatz zu machen, legitim oder nicht legitim.

Sie kenne Beispiele, bei denen die Behandlungen von einem auf zwei Tage ausgeweitet worden seien, um doppelte Pauschalen abzurechnen. Das sei nicht erlaubt in der Tarifstruktur und bei Betrugsfällen würden die Versicherer Rückforderungen stellen, so Schenker weiter.

Das Hauptproblem sei, dass bei den Spezialistinnen wahrscheinlich noch nicht ganz aktuelle Daten hinterlegt seien. Das bedeute, dass im Verhältnis zu den Innovationen in ihren Bereichen noch zu viel Zeit für die ärztliche Leistung hinterlegt worden seien.

Über diese Daten verfügten sie aber noch nicht. Prioswiss verlange deshalb von den ärztlichen Fachgesellschaften, dass sie diese Angaben sofort liefern müssten. Nur so könne ein Gleichgewicht zu den Grundversorgern hergestellt werden.

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(AWP)