Die Fehler im Jahresabschluss seien aufgefallen, als dieser erstellt worden sei. Das teilte die Bank mit. Eine vom Verwaltungsrat veranlasste Untersuchung habe anschliessend ergeben, dass Ergebnisse der Bank geschönt und Kredite zu unüblichen Bedingungen an Mitglieder der Geschäftsleitung vergeben worden seien. Das Kundengeschäft war den Angaben zufolge davon nicht betroffen.

Weiter teilte Berenberg mit, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte am Montag den Jahresabschluss 2025 uneingeschränkt testiert habe. Die Bank hat demnach einen Jahresüberschuss von 20,2 Millionen Euro erzielt. 2024 lag der Überschuss noch bei 81,6 Millionen Euro. Die strittigen Vorfälle unter der vorigen Geschäftsleitung seien in dem Jahresabschluss 2025 verarbeitet worden.

Berenberg hatte am 19. Juni überraschend mitgeteilt, dass die Geschäftsleitung der Bank ausgetauscht worden sei. Die Finanzaufsichtsbehörde Bafin setzte zwei Sonderbeauftragte ein. Hintergrund waren Hinweise auf mögliche sogenannte Corporate-Governance-Verstösse während der Prüfung des Jahresabschlusses 2025, die von der Bafin aber nicht näher erläutert wurden.

Die «Wirtschaftswoche» hatte diesen Monat berichtet, dass ein Vertreter der früheren Geschäftsleitung Widerspruch gegen den Bescheid der Bafin eingelegt hat. Der Anwalt des Managers bestätigte den Vorgang auf Anfrage.

(AWP)