MARKTSTIMMEN

Properti: Dieses Proptech-Startup will den Immobilienmarkt erobern

Das Jungunternehmen von Levent Künzi treibt die Digitalisierung der Immobilienbewirtschaftung voran.
14.10.2021 09:00
Stefan Mair und Sira Huwiler-Flamm
Properti: Dieses Proptech-Startup will den Immobilienmarkt erobern

Die Business-Idee

Das Angebot von Immobilienmaklern und Immobilienbewirtschaftern auf einer Plattform gebündelt – das ist das Angebot des Startups Properti aus Horgen. «Wir wollen den Immobilienmarkt nachhaltig verändern», sagt CEO und Mitgründer Levent Künzi. Und er meint damit nicht nur den Einsatz modernster Technologien wie Fernbesichtigungen mittels VR-Brillen, sondern auch den Fokus auf Kundenorientierung: «Der Kunde soll nur zahlen, wenn wir unseren Job auch wirklich erledigt haben», sagt er. Bis zu 85 Prozent der Prozesse laufen bereits automatisiert.

 

 

Die Gründer

Levent Künzi bringt mehr als zehn Jahre Erfahrung in der Immobilienbranche mit; zuvor war er COO der Betterhomes-Gruppe und CEO von Betterhomes Schweiz. Sein Bruder Adrian Künzi war zuvor sechs Jahre als Teamleiter und Immobilienberater tätig. Ende 2019 gründeten die Brüder gemeinsam die Properti AG in Horgen. Während Levent Künzi als CEO das Startup managt, ist Adrian Künzi als CSO im Einsatz. «Wir ergänzen uns sehr gut und verhindern durch eine klare Rollenaufteilung brüderliche Konflikte», so der CEO.

Der Markt

Die Immobilienpreise steigen seit Jahren – und immer mehr Menschen wollen sich den Traum vom Eigenheim erfüllen. Kein Wunder, dass auch zunehmend Startups den Markt erobern wollen. Dass die Proptech-Branche auch in der Schweiz boomt, zeigt zum Beispiel das Fach-Startup-Netzwerk Swissproptech, das über hundert Jungunternehmen rund um die Themen Swiss Real Estate und Construction Industry vereint. Die Konkurrenz ist also auch neben den etablierten Grosskonzernen gewaltig. Levent Künzi sieht sein Angebot aber als Ergänzung auf dem Markt. 4,5 Millionen Wohnhäuser und Apartments befinden sich laut schweizerischem Bundesamt für Statistik in Privatbesitz – das ist knapp die Hälfte aller Wohnimmobilien in der Schweiz. «Ebendiese Privateigentümer sind der Nischenmarkt, den wir bedienen wollen», so Levent Künzi. Ob private Käuferinnen, Verkäufer, Mieter oder Vermieterinnen – Properti will eine Anlaufstelle für all diese Privatpersonen sein. Das Startup bietet etwa Immobilienvermarktung samt professioneller Bilder, Marktwertschätzung, Exposé-Erstellung und digitaler Werbung, aber auch administrative Betreuung inklusive Notar- und Finanzierungsfindung, Mietvertragserstellung oder Bewirtschaftung.

Die Startup-Serie upbeat wird Ihnen von der Credit Suisse präsentiert.                   

                                       
zu Credit Suisse »                                      
 

 

Das Kapital

Über 1240 Immobilien mit einem Gesamtwert von 275 Millionen Franken konnte das Startup laut Website bereits erfolgreich vermitteln. «Trotz Corona befinden wir uns in einer Wachstumsphase», freut sich der CEO. Aktuell wird eine Finanzierungsrunde vorbereitet, um weiter zu skalieren und das bereits 62 Mitarbeitende umfassende Team weiter auszubauen.

Die Chance

Die starke Nachfrage nach Immobilien belebt den Umsatz – auch beim Horgener Startup. Da mit steigender Nachfrage nach Privatimmobilien der Anteil der Mieterinnen und Mieter in der Schweiz sinkt, steigt für die Vermieter das Risiko für kostenintensive Mietleerstände. Neben klassischen Maklerangeboten für private Käuferinnen und Verkäufer hat Properti daher auch die Rundum-sorglos-Bewirtschaftung samt fünfjähriger Mietergarantie für Vermieter im Angebot – und trifft damit den Nerv der Zeit. Erst kürzlich hat sogar die Schweizer Nationalbank davor gewarnt, dass eine Preisblase im Immobiliensektor platzen könnte. Propertis breite Zielgruppe, die eben nicht nur Käufer und Verkäuferinnen, sondern auch Mieterinnen und Vermieter inkludiert, könnte dem Startup in einer Immobilientalfahrt die Umsätze retten. Wohnen müssen die Menschen schliesslich immer, ob im Eigenheim oder zur Miete.

upbeat - die Schweizer Startup-Serie

Die neue Startup-Serie «upbeat» porträtiert jede Woche ein Schweizer Jungunternehmen multimedial in Print, Audio und Video. Bleiben Sie dran, im Format Ihrer Wahl: Text, Bild und unterhaltsame Videos finden sie jede Woche auf handelszeitung.ch/upbeat oder in den sozialen Netzwerken. Den Podcast, mit vielen Tipps für Menschen, die selber in der Startupwelt durchstarten möchten, finden Sie auf Apple Podcasts und Spotify – und überall da, wo Podcasts zu Hause sind.