Damit sind die Ökonomen von Raiffeisen die ersten, welche für das Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) in diesem Jahr eine rückläufige Entwicklung erwarten. Das Wort Rezession nehmen sie allerdings nicht in den Mund.

Bislang hatten sie noch mit einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent gerechnet. Seither hat sich die Situation aber massiv verändert: während in China die drastischen Eindämmungsmassnahmen die Neuinfektionen mittlerweile offenbar sehr stark hätten sinken lassen, nähmen die Fallzahlen ausserhalb Chinas rasant zu, heisst es in der Raiffeisen-Mitteilung vom Freitag.

Auch in der Schweiz würden die Einschnitte für das öffentliche Leben schrittweise hochgefahren, was in der Wirtschaft Spuren hinterlassen werde. Neben den Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus werde die Schweizer Wirtschaft auch von möglichen Engpässen bei den globalen Lieferketten und dem wegbrechenden Weltwirtschaftswachstum belastet, sagte Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff im Communiqué.

In China schreite die Normalisierung nur langsam voran. In vielen Bereichen würden die Ausfälle jedenfalls nicht auf- bzw. nachgeholt werden können. Und eine sehr ähnliche Entwicklung stehe den anderen betroffenen Volkswirtschaften bevor. Die zahlreichen angekündigten Konjunkturprogramme würden erst nach dem Auslaufen der einschränkenden Massnahmen richtig zur Entfaltung kommen. Eine kräftige Konjunkturerholung in der zweiten Jahreshälfte und ein stärkeres Wirtschaftswachstum im nächsten Jahr seien damit wahrscheinlich.

Für 2021 prognostiziert Raiffeisen momentan ein Wachstum von 1,6 Prozent. Der Ausblick bleibe aber äusserst ungewiss. Die Risiken für einen noch grösseren Wachstumseinbruch lägen derzeit höher als die Chancen für einen glimpflicheren Ausgang.

(SDA)