Die Fähre ist neben Autofahrern auch bei Fahrradfahrern und Fussgängern beliebt, die von Düsseldorf aus einen Ausflug zur historischen Altstadt von Zons machen - besonders am Wochenende bei schönem Wetter ist der Andrang gross. Nicht so in diesem Jahr - Trockenheit und extremes Niedrigwasser führten zu der Zwangspause. «Das ist bitter, aber so ist die Natur», sagt Jansen. Am Samstagvormittag waren bei mässigem Wetter, bei dem sich Regen und Sonne abwechselten, nur wenige Autos und Fahrradfahrer an Bord.
Das Fährunternehmen, in dem auch sein Vater und sein Bruder arbeiten, hat fünf Festangestellte und fünf Aushilfen. «Wir waren kurz davor, Kurzarbeit zu beantragen.» Er sei erleichtert, dass es nun endlich wieder losgehe.
Die Fähre des Heimat- und Bürgervereins Bislich, die zwischen Xanten und Wesel am Niederrhein verkehrt, fing ebenfalls am Samstag wieder an, dies nach drei Wochen Pause. «Es klappt, wir sind unterwegs», sagte Fährleiter Philipp Feine. «Das war unsere längste naturbedingte Zwangspause, beim Niedrigwasser 2022 waren es zwei Wochen.» Nur bei einem Getriebeschaden habe es mal länger gebraucht, bis man wieder starten konnte.
Pegelstände sind weiterhin recht niedrig
Die Fähre Weiss in Köln nahm am Freitag wieder den Betrieb auf, bei der Fähre Siebengebirge in Bad Honnef (NRW) und bei der Fähre in Kaub (Rheinland-Pfalz) ging es bereits am vergangenen Donnerstag wieder los. «Es hat sich entspannt - aber wer weiss, was in diesem Sommer noch kommt», heisst es von der Fährgemeinschaft Kaub. Elf Tage lang habe man nicht fahren können.
In Bad Honnef gibt es noch Einschränkungen: Wegen des weiterhin recht niedrigen Pegelstandes werden keine Wohnmobile oder Transporter befördert, sondern nur Autos bis zur Grösse eines VW-Busses. Die Rheinfähre zwischen Bad Breisig und Bad Hönningen (Rheinland-Pfalz) schränkte das Maximalgewicht pro Fahrzeug auf 7,5 Tonnen ein, mit einer speziellen Niedrigwasserrampe konnte der Fährbetrieb aufrechterhalten werden.
Bei der Hitdorfer Personenfähre, die im Juli normalerweise durchschnittlich 350 Menschen von Leverkusen nach Köln oder zurück befördert, soll der Betrieb frühestens am Montag wieder losgehen, wie eine Sprecherin der Stadt Leverkusen sagt. Die seit Juli mehr als 30-tägige Zwangspause habe zu Einbussen von etwa 30.000 Euro geführt.
Die Pegelstände am Rhein hatten in diesem Monat historische Tiefststände erreicht, in Düsseldorf fiel der Wert in den Minusbereich. Die Fahrrinne ist deutlich tiefer als der jeweilige Pegelstand am Ufer, in Düsseldorf sind das 1,59 Meter. In den vergangenen Tagen ging es deutlich aufwärts, in der NRW-Landeshauptstadt wurde am Samstagmorgen ein Wert von 31 Zentimetern erwartet. Das ist allerdings weiter ein relativ niedriger Wert./wdw/DP/zb
(AWP)
