Ringier begründete den Stellenabbau am Mittwoch mit dem anhaltenden Wandel im Medienmarkt. Während die digitale Nutzung zunehme, stünden die Einnahmen aus dem traditionellen Print- und Werbegeschäft stark unter Druck, heisst es in einer Medienmitteilung. In der Westschweiz bestehe deshalb derzeit ein Ungleichgewicht zwischen Betriebskosten und Einnahmen.

Künftig sollen die Redaktionen in der Deutsch- und Westschweiz enger zusammenarbeiten und verstärkt gemeinsame Technologien und Infrastrukturen nutzen. Damit sollen Inhalte und Recherchen schneller zwischen den Sprachregionen ausgetauscht werden können.

Für die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden komme der Sozialplan von Ringier zur Anwendung. Zusätzlich seien individuell angepasste Massnahmen vorgesehen, teilte der Medienkonzern weiter mit.

«Als Medienunternehmen müssen wir vorausschauend auf den Wandel reagieren, um zukunftsfähig zu bleiben», wird Ringier-Médias-Suisse-Chefin Ladina Heimgartner im Communiqué zitiert.

Gewerkschaften verlangen Konsultation

Die Gewerkschaft Syndicom und der Berufsverband Impressum kritisieren den Stellenabbau und verlangen einen Marschhalt. Sie fordern Ringier auf, ein Konsultationsverfahren zu eröffnen und gemeinsam mit den Mitarbeitenden und Sozialpartnern nach Alternativen zu Entlassungen zu suchen.

Weniger Personal führe zu mehr Druck, einem Verlust von Know-how und einer weiteren Schwächung des journalistischen Angebots, argumentieren die beiden Organisationen. Nationale Kooperationen könnten zwar sinnvoll sein, dürften aber nicht zulasten der Arbeitsplätze und der regionalen Verankerung gehen.

Chefredaktor von «PME» geht

Gleichzeitig kommt es zu einem Wechsel an der Spitze des Wirtschaftsmagazins «PME». Chefredaktor Thierry Vial verlässt Ringier. Er leitet das Magazin seit 2015. Über seine Nachfolge soll in den kommenden Wochen entschieden werden.

Vial erklärte seinen Abgang damit, dass er sich nach zwölf Jahren an der Spitze von «PME» neuen beruflichen Herausforderungen widmen wolle.

Mit dem Führungswechsel will Ringier auch das redaktionelle Angebot von «PME» neu ausrichten. Das Magazin soll weiterhin einen Schwerpunkt auf die Westschweizer Wirtschaft legen, zugleich aber globale Entwicklungen etwa beim Konsumverhalten, in der Gesundheit oder bei der künstlichen Intelligenz stärker aufnehmen.

Zudem soll «PME» enger mit anderen Ringier-Titeln zusammenarbeiten, insbesondere mit den Wirtschaftsmedien des Konzerns. Das Magazin erscheint weiterhin monatlich.

to/hr

(AWP)