Zwischen Januar und September hat der Basler Konzern 46,5 Milliarden Franken umgesetzt, wie er am Donnerstag mitteilte. In der Berichtswährung Schweizer Franken ist das 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Zu konstanten Wechselkursen resultierte ein Plus von 6 Prozent. Nachdem Roche in den ersten beiden Quartalen 2026 zum Teil deutlich unter dem starken Franken gelitten hatte, sorgte dessen Abwertung im dritten Quartal für etwas Rückenwind. Wie Roche selbst berichtet, fielen die Währungseffekte im dritten Quartal mit +1 Prozent leicht positiv aus, nachdem sie im ersten Quartal mit -11 Prozent und im zweiten dann mit -4 Prozent noch klar belastet hatten.

Mit den vorgelegten Zahlen hat der Konzern die eigene Zielsetzung erfüllt, die konstante Wechselkurse zugrunde legt. Die Schätzungen der Analysten wiederum hat Roche grösstenteils übertroffen. Gewinnzahlen legt Roche zu den ungeraden Quartalen nicht vor.

Von den beiden Geschäftsbereichen setzte die grössere Pharmasparte in den ersten drei Quartalen 36,2 Milliarden Franken um, ein Anstieg um 2 Prozent. Dabei erzielten die fünf wichtigsten Wachstumstreiber Xolair, Hemlibra, Ocrevus, Phesgo und Vabysmo zusammen Verkäufe in Höhe von 16,8 Milliarden (+6 Prozent). Die Verkäufe von Produkten mit abgelaufenen Patenten (Avastin, Herceptin, MabThera/Rituxan, Lucentis und Actemra/RoActemra) gingen insgesamt um 0,6 Milliarden zurück.

Wichtige Zulassungsentscheidungen stehen an

Gerade im Pharmageschäft stehen in den kommenden Wochen und Monaten wichtige Entscheidungen an. In den USA wird die US-Gesundheitsbehörde Ende November und Mitte Dezember über die Zulassung des Brustkrebsmittels Giredestrant entscheiden, auf das Roche grosse Hoffnungen setzt. Im kommenden Frühjahr folgt dann ein Entscheid zu Fenebrutinib, einem neuartigen Mittel zur Behandlung multipler Sklerose. Auch hier hat Roche grosse Hoffnungen, seine führende Position in diesem Bereich weiter auszubauen.

Wie der Konzernchef Thomas Schinecker während einer Telefonkonferenz mit Journalisten hervorhebt, hat sich die Forschungseffizienz von Roche vor allem im laufenden Jahr klar verbessert. Dazu habe auch das Auswahlverfahren «The Bar» beigetragen. Roche führte «The Bar» Ende 2023 als neuen Bewertungsrahmen für seine Forschungspipeline ein. Seitdem müssen Wirkstoffkandidaten bestimmte Kriterien erfüllen, um weiterentwickelt zu werden.

In der kleineren Diagnostik-Sparte wiederum setzte Roche 10,3 Milliarden um, was dem Vorjahreswert entsprach. Damit hat sich der belastende Effekt der Preisreform in China merklich abgeschwächt. Zum Vergleich: Im ersten Quartal waren die Einnahmen noch um 7 Prozent gefallen, im ersten Halbjahr dann um 3 Prozent.

Ausblick bestätigt

Für den weiteren Geschäftsverlauf bestätigt das Management um CEO Thomas Schinecker die bisherige Guidance. Zu konstanten Wechselkursen sollen die Umsätze im mittleren einstelligen Prozentbereich ansteigen. Der Kerngewinn je Titel soll im hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. Ausserdem ist die Gruppe weiter bestrebt, die Dividende in Schweizer Franken zu erhöhen.

hr/cg

(AWP)