Das geht aus der Präsentation zum «Pharma Day» am Montag hervor, an dem der Basler Konzern somit seine bisherige Zielsetzung bestätigte. Roche will damit seine Position als eines der führenden Pharma- und Biotechnologieunternehmen langfristig absichern und sein Geschäft zugleich breiter aufstellen - etwa durch den Ausbau neuer Felder wie Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen.

Prozesse grundlegend geändert

Um diese Ziele zu erreichen, hat Roche seine Forschung und Entwicklung in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Das Unternehmen spricht von einer deutlich strengeren Auswahl und Priorisierung seiner Projekte: Die Zahl der Projekte im Portfolio wurde reduziert, gleichzeitig sei der Gesamtwert des verbleibenden Portfolios deutlich gestiegen.

Nach Angaben aus der Präsentation lag die Erfolgsquote für Projekte, die in die entscheidende Phase III der klinischen Entwicklung kamen, 2025 bei 65 Prozent und 2026 bislang bei mehr als 80 Prozent. Gleichzeitig wurden Entwicklungszeiten verkürzt und Kosten eingespart. Rund 2 Milliarden Schweizer Franken sollen bis Ende 2026 innerhalb des Forschungsbudgets neu verteilt werden - weg von weniger aussichtsreichen Vorhaben und hin zu Programmen, die Roche als besonders wichtig für die künftige Entwicklung des Konzerns betrachtet.

Ein Teil dieser Einsparungen soll anschliessend nicht einfach aus dem Unternehmen verschwinden, sondern wieder in Forschung und neue Technologien fliessen. Roche beziffert die wiederkehrenden Einsparungen aus den laufenden Effizienzprogrammen für 2026 auf rund 1,2 Milliarden Franken; bis 2030 sollen es knapp 1,9 Milliarden Franken pro Jahr sein.

Insgesamt hat Roche nach eigenen Angaben 184 Massnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung identifiziert. Das Ziel ist dabei nicht nur, billiger zu forschen, sondern mit den vorhandenen Mitteln mehr zu erreichen: schnellere Entscheidungen, kürzere Entwicklungszeiten und eine stärkere Konzentration auf Projekte, die tatsächlich bis zu einem neuen Medikament führen können.

KI wird immer wichtiger

Eine zunehmend wichtige Rolle spielt dabei künstliche Intelligenz. Roche will KI nicht nur für einzelne Analysen einsetzen, sondern sie möglichst früh und durchgehend in die Arzneimittelforschung integrieren - vom Verständnis einer Krankheit über die Suche nach neuen Wirkstoffzielen bis zur Auswahl und Optimierung von Wirkstoffkandidaten.

Das Unternehmen nennt diesen Ansatz «Lab-in-the-Loop»: KI-Modelle analysieren grosse Mengen biologischer und chemischer Daten, machen daraus Vorhersagen, und diese werden anschliessend im Labor überprüft. Die neuen Versuchsergebnisse fliessen wiederum zurück in die Modelle.

Laut Roche hatte KI beziehungsweise computergestützte Analyse zuletzt bereits bei rund 44 Prozent der Entscheidungen in der Forschungspipeline einen dokumentierten Beitrag geleistet. Zudem sind erste Wirkstoffprojekte mit Unterstützung von KI-Agenten in die Entwicklung gelangt.

hr/rw

(AWP)