Die SBB bestätigten auf Anfrage die Zahl von 97 Verwerfungen und Verdrückungen, die in der «Sonntagszeitung» genannt wurde. Das sei fast viermal so viele wie im Vorjahr, so die Zeitung.

Das Bahnunternehmen betonte, die gestiegene Anzahl Verwerfungen oder Verdrückungen habe keinen Einfluss auf die Sicherheit. ETH-Experte Patrick Braess warnte indes in der Zeitung vor hitzebedingten Entgleisungen.

Die SBB verfügten über ein «dichtes Monitoring-Netz», schrieb das Unternehmen weiter. Sicherheitsrelevante Vorfälle melde die SBB konsequent dem Bundesamt für Verkehr (BAV). Die wichtigste Vorbeugung sei eine gut instand gehaltene Infrastruktur.

Die SBB prüften ihre Schienen regelmässig mit Mess- und Diagnosefahrzeugen. So könne sie die Lage gezielt beurteilen. Angesichts der ausserordentlichen Hitze im vergangenen Sommer hätten die SBB ausserdem eine Taskforce eingesetzt, die bei Bedarf zusätzliche Massnahmen ableite. Aber: Ein Null-Risiko gebe es nie.

Die SBB setzten in erster Linie auf gezielte und dauerhaft wirksame Massnahmen. Dazu gehörten unter anderem der Einsatz von Betonschwellen, die für mehr Stabilität sorgen als Holzschwellen, sowie die Erhöhung der Neutralisationstemperatur beim Schweissen, damit die Schienen den tendenziell höheren Temperaturen besser standhalten.

Weisse Farbe als Lösung?

Die SBB hätten als Massnahme gegen Hitze weisse Farbe getestet. «Die Kühlwirkung lag Anfangs im Mittel bei rund 4,5 Grad. Nach zwei Jahren war wegen Verschmutzung nur noch etwa die Hälfte der Wirkung vorhanden». Und: «Je dichter der Verkehr, desto schneller lässt der Effekt nach». Die SBB prüften Rahmen jedoch in einer laufenden Analyse, ob weisse Beschichtungen punktuell eine sinnvolle Massnahme sein könnten.

(AWP)