Das russische Aussenministerium teilte in Moskau mit, die nationalen Sicherheitskräfte hätten die vollständige Kontrolle zurückerlangt. Dem Botschafter zufolge hatten die aufständischen Soldaten versucht, in das Hotel Bravia in der Hauptstadt Niamey einzudringen, in dem Mitarbeiter der russischen Botschaft untergebracht waren. In dem Hotel befanden sich demnach auch Mitglieder des auf gegenseitiger Verteidigung basierenden Staatenbunds Allianz der Sahelstaaten (AES), zu dem Burkina Faso, Mali und der Niger gehören.

Die von General Abdourahamane Tiani geführte Militärjunta ist eng mit Russland verbündet. Moskau bietet der Junta militärische Ausrüstung, Ausbildung und politische Rückendeckung an. Für Russland ist der rohstoffreiche Niger mit seinen grossen Uran-Vorkommen von strategischer Bedeutung.

Flughafen und Präsidentenpalast angegriffen

In der Nacht zum Samstag hatten aufständische Soldaten Militärstützpunkte am internationalen Flughafen der Hauptstadt und den Präsidentenpalast angegriffen. Über Stunden waren in der Hauptstadt Schüsse und Explosionen zu hören gewesen. In mehreren Teilen Niameys war die Stromversorgung unterbrochen worden. Zudem nahmen die meuternden Soldaten zeitweise das Gebäude des staatlichen Fernsehsenders ein.

Am Samstagabend hatte die Militärregierung den Aufstand jedoch eingedämmt und die Kontrolle schrittweise wiedererlangt, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.

Dritter Angriff auf Flughafen 2026

Bereits Mitte Juni und im Januar war es in der Hauptstadt zu ähnlichen Vorfällen gekommen. Ziel war neben Regierungsgebäuden in beiden Fällen auch der Flughafen. Auf der angrenzenden Luftwaffenbasis waren bis 2024 auch Bundeswehrsoldaten stationiert. Heute sind auf der Basis unter anderem russische Söldner und von der Türkei erworbene Drohnen untergebracht. Im Januar reklamierte ein Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS Sahel) den Angriff für sich.

Der grossteils in der Wüste gelegene Binnenstaat Niger hat rund 28 Millionen Einwohner und ist eines der ärmsten Länder der Welt. Im Juli 2023 putschte sich das Militär an die Macht. Tiani, der damals den Putsch anführte, ist mittlerweile ohne Wahlen bis mindestens 2030 zum neuen Präsidenten erklärt worden.

(AWP)