Die Ryanair-Aktie gewann in Dublin bis zum späten Vormittag 3,7 Prozent auf 23,75 Euro. Seit dem Jahreswechsel hat das Papier jedoch ein Fünftel an Wert eingebüsst. Aktien von Fluggesellschaften befinden sich in diesem Jahr stark unter Druck, seit die Angriffe Israels und der USA auf den Iran die Ölpreise haben in die Höhe schnellen lassen. Ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht, und die extreme Verteuerung des Kerosins macht Airlines weltweit zu schaffen. Erste Gesellschaften haben wegen finanzieller Schieflagen bereits Gläubigerschutz beantragt.
Der irische Billigflieger Ryanair steckte die stark gestiegenen Kerosinpreise im wichtigen Sommerquartal von Juli bis September noch gut weg. Für das kommende Geschäftsjahr bis Ende März 2028 rechnet Konzernchef Michael O'Leary jedoch mit Mehrausgaben von rund zwei Milliarden Euro. Diese möchte er mit dem jetzt angekündigten Sparprogramm abfedern.
«Wir müssen uns wohl darauf einstellen, dass das Ölpreisniveau in den kommenden zwölf Monaten hoch bleiben wird», sagte Finanzchef Sorahan. «Wir werden also den Gürtel enger schnallen müssen.» Nach Einschätzung von O'Leary dürften die Ticketpreise für Kurzstreckenflüge in Europa wegen der deutlich höheren Treibstoffkosten kräftig anziehen, doch dies allein werde die Mehrausgaben für Kerosin nicht decken.
Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2027 hat Ryanair den Kerosinbedarf nach eigenen Angaben zu 80 Prozent preislich gesichert. Für das laufende dritte Geschäftsquartal bis Ende Dezember berichtete das Unternehmen von einer starken Ticketnachfrage. Die Preise lägen moderat höher als ein Jahr zuvor. Viel hänge nun von den Buchungen etwa für die Weihnachtszeit ab. Für eine belastbare Gewinnprognose für das Geschäftsjahr sei es jedoch noch zu früh, da man die Entwicklung für die Zeit von Januar bis März derzeit kaum einschätzen könne.
Im reisestarken Sommerquartal von Juli bis September erzielte Ryanair einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro, rund vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Zwar wuchs das Passagieraufkommen um fünf Prozent auf 64,5 Millionen, doch buchten die Kunden ihre Reisen vergleichsweise spät.
Dieses Last-Minute-Geschäft mit Rabatten drückte auf die Ticketpreise; im ersten Geschäftshalbjahr sanken sie im Schnitt um vier Prozent. Ryanairs Treibstoffkosten stiegen im Sommerquartal jedoch um 13 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Entsprechend sank der Quartalsgewinn der Airline im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres verdiente Ryanair unter dem Strich 2,15 Milliarden Euro und damit 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum./stw/nas/stk
(AWP)
