Der Umsatz sank im ersten Semester um 2,9 Prozent auf 5,33 Milliarden Franken, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. In Lokalwährungen ergab sich hingegen ein leichtes Plus von 1,4 Prozent.
Der Auftragseingang fiel derweil insgesamt um 1,6 Prozent auf 5,79 Milliarden Franken, wobei währungsbereinigt ein Plus von 2,9 Prozent resultierte. Im Modernisierungsgeschäft seien die Aufträge «stark» gewachsen und im Servicegeschäft «solide», schreibt das Unternehmen. Im Neuanlagengeschäft legte der Auftragseingang derweil ausserhalb Chinas zu.
Neue Produktplattform zieht
«Die Dynamik unserer neuen modularen Produktplattform treibt das Wachstum im Neuanlagengeschäft ausserhalb Chinas voran, insbesondere in Europa», sagte CEO Paolo Compagna an einer Telefonkonferenz dazu. Diese habe die Effizienz der Installation im ersten Halbjahr erhöht und die internen Abläufe verbessert.
Auch für andere Märkte könne die Plattform ein Wettbewerbsvorteil sein, meinte Compagna mit Verweis auf die USA. «Damit sind wir in einer besseren Position, um Aufträge zu gewinnen.»
Für das Gesamtjahr rechnet das Management weiterhin mit einer guten Nachfrage im Modernisierungsgeschäft, einer soliden Nachfrage im Servicegeschäft und einer rückläufigen Entwicklung bei den Neuanlagen, getrieben durch die Flaute in China.
Profitabilität verbessert
Bei der Profitabilität konnte Schindler im ersten Halbjahr auch durch andere Massnahmen als die Plattform zulegen. Diesen Kurs will das Unternehmen im Gesamtjahr fortsetzen.
Der bereinigte Betriebsgewinn (EBIT) stieg insgesamt um 2,4 Prozent auf 722 Millionen Franken. Die entsprechende Marge belief sich auf 13,5 Prozent nach 12,8 Prozent in der Vorjahresperiode. Grund für die Verbesserungen waren operative Effizienzsteigerungen, Veränderungen im Produktmix sowie Preiserhöhungen, wie es heisst.
Unter dem Strich verblieb ein um 2,1 Prozent höherer Reingewinn von 542 Millionen Franken. Mit den Zahlen hat Schindler die Erwartungen der von AWP befragten Analysten beim Auftragseingang und EBIT leicht übertroffen, beim Umsatz hingegen leicht verfehlt.
Ziele bestätigt
Die für das Gesamtjahr 2026 gesetzten Ziele bestätigte das Management, «sofern keine unerwarteten Ereignisse eintreten». Demnach peilt das Unternehmen weiterhin ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich in Lokalwährungen und eine EBIT-Marge von rund 13 Prozent an.
Dank der Effizienzsteigerungen im ersten Halbjahr sei das Unternehmen auf gutem Weg, sein Margenziel im Gesamtjahr zu erreichen, sagte Finanzchefin Carla De Geyseleer. Dieses sei aber nicht konservativ gesetzt, sondern realistisch, fügte sie hinzu. Denn im zweiten Halbjahr dürften die Kosten für Energie und Rohstoffe wie Stahl, Kupfer und Aluminium noch einmal zunehmen - auch wegen des Irankriegs.
Ernüchterung an der Börse
An der Börse lösten die Zahlen Verkäufe aus. Die Partizipationsscheine gaben bis am Mittag um über 6 Prozent nach - unter anderem wegen des verhaltenen Wachstums. Damit war Schindler einer der schwächsten Titel im Gesamtmarkt SPI.
Mehrere Analysten erwarteten nach den Zahlen leichte Abwärtskorrekturen bei den Umsatzschätzungen. Insgesamt wurde das Umsatzwachstum als «enttäuschend» bezeichnet, die Auftragsentwicklung als «unspektakulär». Für Unsicherheit im Markt sorgt auch weiterhin die angekündigte Mega-Fusion zwischen den Konkurrenten Kone und TK Elevator, welche die Wettbewerbssituation für Schindler mittelfristig verändern könnte.
ls/cg
(AWP)
